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Walt Who? Animierte Disney-Konkurrenz

Film
Rechte: Warner

Der Gigant aus dem All

Als Walt Disney 1937 zum ersten „abenfüllenden“ Zeichentrickfilm eingeladen hat, haben ihn Kritiker und Kollegen für verrückterklärt. Das Publikum ist der Einladung trotzdem gefolgt und hat Snow White zu einem riesigen Erfolg gemacht – und zum Fundament, auf dem Disney in den folgenden Jahrzehnten sein Trickfilm-Imperium gebaut hat. Der Name Disney war lange ein Synonym für Zeichentrickfilme, und wenn man mal von gelegentlichen Aureißern wie Yellow Submarine, Fritz the Cat und einer Handvoll Filmen von (Disney-Veteran) Don Bluth (In einem Land vor unserer Zeit) und Rankin & Bass (Das letzte Einhorn) absieht, war das Monopol des ‚Haus der Maus‘ bis Ende des letzten Jahrhunderts so gut wie ungebrochen (das Thema Anime klammere ich mal aus, weil Studio Gibli und Konsorten hier ein bisschen den Rahmen sprengen würden).

Damit ist es endgültig vorbei. Auch wenn bei der noch jungen Oscar-Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ am Ende fast immer der Name eines Disney- oder Pixar-Films fällt, gibt es keinen Mangel an hochkarätiger Konkurrenz. Die Motion-Capture Filme von Robert Zemeckis (Beowulf, Polarexpress) sind inzwischen genauso eine feste Größe, genau wie das Studio Dreamworks (Kung-Fu Panda). Und auch Fox (Ice Age) und Sony (Könige der Wellen) wagen sich heutzutage ungeniert auf traditionelles Disney-Terrain.

Ich mache aus meiner Begeisterung für den Output der Disney-Schmiede zwar keinen Hehl (siehe Videoblogs), aber hier sind drei – grundverschiedene – Filme der Konkurrenz, die sich nicht verstecken müssen:

Film: Der Weg nach El Dorado (Road to El Dorado)

Disney-Konkurrent: Emperor’s New Groove

Jeffrey Katzenberg, kreativer Vater des König der Löwen, wollte nach seinem Ausstieg bei Disney beweisen, dass ambitionierte Animation auch ohne den großen Namen möglich ist. Mit neuem Studio und dem „Löwenanteil“ seines alten kreativen Teams – inklusive Songwriter Elton John, Texter Tim Rice und Aladdin-Autoren Ted Rossio und Terry Elliot – wollte er eine einfach zugängliche und charmante Abenteuergeschichte erzählen.

Rechte: Dreamworks

Disney und Dreamworks: Wie Katz(enberg) und Maus

Ob es am missglückten Marketing oder an der noch etwas holprigen Fusion von handgezeichneter Animation und Computergrafik lag, Der Weg Nach El Dorado war ein Flop bei Publikum und Kritikern. Inzwischen ist er aber immerhin eine Art Geheimtipp: Das liegt (zumindest in der Originalfassung) bestimmt an der Chemie zwischen den Hauptdarstellern Kevin Kline und Kenneth Branagh und dem extrem witzigen Drehbuch. Wie die Besten von Disney ist El Dorado unendlich wiederguck- und zitierbar.

Der Gigant aus dem All (The Iron Giant)

Disney-Konkurrent: Lilo & Stitch

Der Debütfilm von Ex-Simpsons-Produzent Brad Bird hatte immerhin die Kritiker auf seiner Seite, aber das Publikum ist trotzdem weggeblieben. Das Setting: Auf dem Höhepunkt des kalten Krieges und der antikommunistischen Paranoia stürzt ein rätselhafter Meteor auf eine ländliche Insel. Was anfängt wie ein Horror B-Movie, entwickelt sich schnell zu einer Anti-Militarismus-Fabel mit Parallelen zu Steven Spielbergs E.T.: Auch hier haben die meisten Erwachsenen Angst vor dem fremden Wesen und den Finger am Abzug. Bird führt seine Geschichte aber zu einem ganz anderen (aber mindestens genauso effektiven und rührenden) Ende, bei dem der schwer gepanzerte und ebenso bewaffnete Roboter vor der Frage steht, ob er Gewalt mit Gewalt beantworten will. Auch wenn Iron Giant ein kommerzieller Flop war: Brad Bird hat danach für Pixar Ratatouille und Die Unglaublichen gedreht, bevor ihn Tom Cruise für den neuenen Mission Impossible Film abgeworben hat.

Das Geheimnis von Kells (The Secret of Kells)

Disney-Konkurrent: Dornröschen

The Secret of Kells

Dieses Jahr war es The Illusionist, ein paar Jahre früher Das große Rennen von Belleville. Regelmäßig ist unter den Oscar-nominierten Trickfilmen ein wortkarges (meistens französisches) Werk, das von der Kritik mit Lob überschüttet wird, aber trotzdem viel zu unbekannt ist, um eine echte Gewinn-Chance zu haben. 2010 ist diese Ehre The Secret of Kells zuteil geworden. Die Geschichte um einen jungen irischen Mönch und eine mythische Kreatur ist in wunderschönen abstrakten Bildern erzählt, die so kunstvoll sind, dass man sich viele der Einstellungen einrahmen und an die Wand hängen möchte. Dadurch – aber nicht nur dadurch – hat die Geschichte eine ganz eigene Magie die einen noch lange nach Ende des Films verfolgt. Bisher gibt es (soweit ich weiß) keine Pläne für eine deutsche Veröffentlichung, immerhin kann man den Film aber aus dem europäischen Ausland importieren.

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