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Vorfreude: PopKultur 2012, Teil 1 – Buch und Graphic Novel

Buch

Nachdem 2011 viele tolle Sachen aber wenig Umwerfendes erschienen ist, verspricht 2012 ein Popkultur-Jahr erster Güte zu werden. In drei Teilen stellen wir vor, worauf wir uns in den nächsten Monaten am meisten freuen. In der ersten Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem geschriebenen Wort. Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir natürlich nicht, und wir freuen uns über Hinweise auf all die tollen Bücher, die wir ganz bestimmt übersehen haben.

Mira Grant – Newsflesh-Trilogie

Endlich erscheint die Newsflesh-Trilogie auf Deutsch (Band 1, Feed. Viruszone, ist seit ein paar Tagen erhältlich), die uns letztes Jahr den Sommer über in Atem gehalten hat. Ein cleverer Zombie-Thriller, der 20 Jahre nach der großen Katastrophe spielt, und in dem es weniger um herausgerissene Gedärme geht als um gut gemachtes Drama und Politik. Band 2 ist etwas schwächer als sein Vorgänger, aber immer noch sehr lesenswert. VÖ: 14.01. (Band 1), Juli (Band 2)

Jennifer Egan – Der größere Teil der Welt

Jennifer Egan hat mit ihrem neuesten Roman vor knapp einem Jahr nicht nur den Pulitzer (und jede Menge andere prestigeträchtige Preise) gewonnen, sondern auch eine Menge Fans gewonnen. Dieser Pulitzer dürfte kein Prestige-Preis gewesen sein (wie zum Beispiel die beiden letzten Booker-Gewinner), sondern einer, den die Jury aus vollem Herzen vergeben hat. A Visit from the Goon Squad soll so witzig und klug wie bewegend sein – eine seltene Mischung, Zynismus ist ja selten herzerwärmend. Aber wenn man Jennifer Egans frühere Romane kennt, kann man sich schon vorstellen, dass ihr das tatsächlich gelungen ist. VÖ: 03.02.

Craig Thompson – Mach’s gut, Chunky Rice

Vor vielen Jahren, als Craig Thompson noch kein internationales Phänomen war sondern ein völlig unbekannter angehender Graphic Novel-Zeichner (und –Autor), schrieb er ein charmantes Debüt namens Goodbye, Chunky Rice – keine wuchtige, epochale, vielhundertseitige Geschichte übers Erwachsenwerden wie die beiden Nachfolger Blankets und Habibi, sondern eine kurze Fabel über eine Schildkröte mit großen, kugelrunden Augen, die in die weite Welt hinauszieht und ihren besten Freund zurücklässt. Goodbye, Chunky Rice ist kein absolutes Must wie der Rest von Thompsons Werk, aber es ist trotzdem sehr, sehr lesenswert. Denn trotz aller Unterschiede ist Thompsons Handschrift schon deutlich zu erkennen, sowohl was die Themen und die Texte, als auch was die Zeichnungen betrifft. VÖ: 25.02.

Téa Obreht – Die Tigerfrau

Die Kritiker haben sich geradezu überschlagen, als 2011 das Debüt der 25jährigen Téa Obreht erschien,  die Geschichte einer jungen Ärztin, die im Balkan den mysteriösen Tod ihres Großvaters untersucht. The Tiger’s Wife ist eine Gratwanderung zwischen Magischem Realismus und Mythos – und angeblich eins der besten Debüts seit vielen Jahren. Ich bin jedenfalls gespannt. VÖ:09.03.

William Gibson & Bruce Sterling – Die Differenzmaschine

Nachdem William Gibson in den 80ern den Cyberpunk erfunden hatte, schrieb er Anfang der 90er ein Buch, das die nächste größere SciFi-Strömung mit einem Schlag bekannt machte: Die Differenzmaschine, einer der frühesten (und besten) Vertreter des Steampunk. Darin ist es dem Erfinder Charles Babbage gelungen, schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen mechanischen Computer zu bauen, und ein Entdecker, ein Spion und eine gefallene Frau begeben sich gemeinsam in ein höchst gefährliches Abenteuer.Demnächst ist The Difference Engine endlich wieder auf Deutsch erhältlich. VÖ: 12.03.

Erin Morgenstern – Der Nachtzirkus

Neben Téa Obrehts Tiger’s Wife ist The Night Circus im englischsprachigen Raum eins der meistgeliebten und meistdiskutierten Bücher 2011. Genau wie Obreht ist auch Erin Morgenstern Ersttäterin und hat mit ihrem Debüt einen transnationalen Hit gelandet. The Night Circus ist aber auch ein perfektes Buch: Eine Mischung aus The Prestige und Krabat in ungeheuer dichter Atmosphäre.  Ein Buch, bei dem man das Lesetempo absichtlich so weit wie möglich herunterschraubt, nur damit es ja nicht vorbei geht.

Ernest Cline – Ready Player One

Ready Player One ist das dritte Debüt in englischer Sprache, das im letzten Jahr erschienen ordentliche Wellen geschlagen hat: Eine liebevolle Hommage an die 80er und das Nerd-tum an sich. Der Roman spielt größtenteils in OASIS, einer Mischung aus verschiedenen virtuellen Zufluchtsorten wie Second Life oder World of Warcraft. In dieser Welt hat deren Entwickler, ein Fan von Popkultur der 80er, drei Schlüssel versteckt, die den Weg zu unendlichem  Reichtum ebnen sollen. Ready Player One lässt Geeks vor Begeisterung angeblich hecheln (wir werden das testen) und macht sogar Leser zu ergebenen Fans, die weder mit den 80ern noch mit MMORPGs besonders viel anfangen können (auch das werden wir testen).  VÖ: 26.03.

Charles Yu – Handbuch für Zeitreisende

Das vierte (und letzte) Aufsehen erregende Debüt von 2011 mit dem sehr hübschen Originaltitel How to live safely in a Science Fictional Universe ist eine SciFi-Satire (in der Welt in der es spielt ist zum Beispiel Luke Skywalker keine fiktionale sondern eine echte Gestalt) und gleichzeitig ein ernstzunehmender SciFi-Roman. Charles Yu, gleichzeitig Autor und Protagonist, macht sich darin auf die Suche nach seinem Vater und reist dazu in bester Fringe-Manier in andere Wirklichkeiten. Das Handbuch für Zeitreisende soll so clever wie herzzerreißend sein, behauptet die englischsprachige Kritik. Wir hoffen, das stimmt.

Paul Auster – Sunset Park

Paul Auster gehört zu meinen absoluten Favoriten,  und entsprechend enttäuscht war ich, dass mich seine letzten drei, vier Romane nicht so begeistert haben wie erwartet.  Aber Sunset Park klingt, als kehre Auster zu dem zurück was er am besten kann: einen ganzen Strom von Geschichten erzählen, gleichzeitig intellektuell, fast kühl, und sehr emotional. In Sunset Park führt er die von einer ganzen Reihe Protagonisten inmitten der Wirtschaftskrise 2008 zueinander,  verwebt, verknotet und löst die verschiedenen Stränge. Wer Postmodernes mag und Auster noch nicht kennt, dem lege ich Mr. Vertigo und Das Buch der Illusionen wärmstens ans Herz.

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  • 17. Januar 2012 auf 15:03

    Also „Mach’s gut, Chunky Rice“ ist auch auf meiner Liste 😀

  • Matthias
    30. Januar 2012 auf 00:51

    Ich hab da noch eine weitere Empfehlung für euch – ein Roman, der sowohl in seiner Erzählweise (laut Klappentex eine „Mischung aus Briefroman, Comic und durcheinanderzentriertem Gefabel“), seiner Form (427 lose Blätter in einer Art Kartonage) als auch in seinem Vertriebsweg (das eBook ist kostenlos und steht unter einer CC-Lizenz) ganz eigene Wege geht. Das Buch heißt „xo“, stammt von Francis Nenik und ist im Leipziger ed.cetera Verlag erschienen. Wer’s lesen oder sich das Buch einfach nur anschauen mag:
    http://www.the-quandary-novelists.com/xo/

    • 1. Februar 2012 auf 13:01

      So, jetzt hatte ich endlich mal Zeit, ein bisschen in das Ebook hineinzulesen: Sehr spannend; hab ich das richtig verstanden, dass man die Kapitel auch wild durcheinander lesen kann? Bisher hab ich mich das noch nicht getraut und lese brav linear. Danke für den Tipp!

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