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TV-Kritik: The Walking Dead – Sick / Rosskur (Staffel 3, Folge2)

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TV-Kritik: The Walking Dead – Sick / Rosskur (Staffel 3, Folge2)

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Während das Leben eines Charakter in der Schwebe hängt, erlaubt ein anderer einen Blick in die Abgründe seiner Seele

Für eine Ensemble-Show wie The Walking Dead ist “Rosskur” (engl.  “Sick“) eine ungewöhnlich fokussierte Folge: Die Handlung konzentriert sich größtenteils auf zwei Schauplätze und eine Handvoll Personen. Einer davon ist das Krankenbett von Hershel, dem Rick letzte Folge nach einem Zombiebiss geistesgegenwärtig das Bein amputiert hat. Diese Woche bangen alle Beteilgten, nicht ob der Patriarch letztendlich seine Augen öffnet, sondern wie – untot oder lebendig.

Die Begegnung mit einer Gruppe von Häftlingen, der Cliffhanger der letzten Folge, führt zu einem klassischen „Mexican Standoff“, der in einem wackeligen Waffenstillstand endet: Rick, Daryl und T-Bone sollen helfen, einen Gefrängnistrakt leerzuräumen, und im Anschlus bleibt jeder in seiner Ecke; schließlich ist genug Platz für alle da, zumindest theoretisch.

Hier kann The Walking Dead effektiv ein Thema ausspielen, das gegen Ende der letzten Staffel ein paar Mal angedeutet war: Unter dem zunehend dünnen Vorwand, die Gruppe zu schützen, werden die einstigen Helden, allen voran Rick, unweigerlich sicher selbst zu Monstern. Rick ist ein emotional gebrochener Mann und von seinem einst so verlässlichen moralischen Kompass ist, wie man diese Woche sieht, nicht mehr viel übrig.

Überhaupt hat sich die Dynamik in der Gruppe gewandelt: Glenn und Maggie führen inzwischen die „stabile Beziehung“, während aus Carol ein zunehmend interessanterer und immer weniger passiver Charakter wird – die Carol der zweiten Staffel wäre nicht auf die Idee gekommen, einen Kaiserschnitt am „untoten Objekt“ zu proben.  Ärgerlich ist die deutsche Fassung:

Undurchdachte Zensur

Hier fehlen auch diese Woche wieder knapp 30 Sekunden. Zombies sind seit jeher ein Reizthema für deutsche Jugendschützer, und Kürzungen bei The Walking Dead sind nichts neues; unschön ist aber die Begründung:

Erschwerend im Sinne des Jugendschutzgedankens kommt hinzu, dass die Protagonisten zusehends verrohen und offen Lust an der Ausübung von Gewalt, dem massenhaften blutigen Dahinmetzeln von Zombies, zeigen und dies auch artikulieren.

Bei den Schnitten geht es also nicht einfach darum, Gewalt zu reduzieren, sondern, wie die Beauftragte der FSF unbekümmert zugibt, darum die Figuren sympathischer zu machen. Da es in „Rosskur“ – und in The Walking Dead allgemein – darum geht, wie Charaktere in extremen Umständen ihre Menschlichkeit verlieren und wie sich das gewohnte gut-böse-Schema auflöst, ist ein solcher Zensureingriff – vorsichtig ausgedrückt – kontraproduktiv. Denn so fallen nicht nur ein paar Gedärme der Schere zum Opfer, sondern die durchaus relevante Aussage des Kunstwerks wird tendenziell auf plumpe schwarzweiß-Malerei reduziert.

Konsequentes Endzeit-Drama

Zurück zur Folge: „Rosskur“ ist als quasi in sich abgeschlossene Episode weniger mitreißend als „Die Saat“; trotzdem sind die Charaktere nach wie vor konsistent und kämpfen, anders als in der letzten Staffel, mit echten Problemen. Wenn Kirkman & Co. den derzeitigen Standard aufrecht erhalten können, ist The Walking Dead dieses Jahr tatsächlich eine deutlich bessere Show: Nicht nur eine bessere Soap mit Zombies, sondern ein durchdachtes, konsequentes und fesselndes Endzeitdrama. Mit Zombies.

 

Seit dem 19. Oktober „laufen“ die Walking Dead auch in Deutschland wieder Freitags beim Bezahlsender Fox.

Season 3 Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=vKw62HvjsTI&w=480&h=270
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  • 4. April 2013 auf 23:24

    Wirklich schade mit was für Begründungen mal wieder mit der Zensurkeule um sich geworfen wird. Auf den ersten Blick erstmal wenig nachvollziehbar.
    Es ist immerhin noch eine Zombieserie 😉

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