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TV-Kritik: The Walking Dead – Sorry, Bruder! / Judge, Jury & Executioner (Staffel 2, Folge 11)

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TV-Kritik: The Walking Dead – Sorry, Bruder! / Judge, Jury & Executioner (Staffel 2, Folge 11)

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PopKulturSchock bespricht die zweite Staffel von The Walking Dead – mehr oder weniger frei von Spoilern für die aktuelle Episode, möglicherweise aber mit Details zu früheren Folgen. You have been warned.

Endspurt für The Walking Dead: Nach einer Staffel, die sich über weite Strecken angefühlt hat, als hätten die Produzenten die Formel für pure, konzentrierte Langeweile entdeckt, hat sich die Serie in den letzten Wochen wieder etwas gefangen und sich erzählerisch schlanker präsentiert: Mehr Suspense, weniger ziellose Dialoge. Die Frage ist, ob Robert Kirkman & Co. sich von ihrem neu gefundenen Schwung durch die Zielgrade – und in die dritte Staffel – tragen lassen, oder ob er genau so schnell wieder verpufft wie er sich materialisiert hat.

Die vor-vorletzte Folge der Staffel bedient sich in vielerlei Hinsicht wieder alter Muster: Das Ensemble hat zu seiner unvorteilhaften Größe zurückgefunden und infolge dessen ist auch die Handlung wieder weniger fokussiert als in den letzten zwei Wochen.

Was „Judge, Jury & Executioner“ allerdings davor rettet, wieder im trägen Sumpf der ersten Staffelhälfte zu versinken, ist das zentrale ethische Dilemma: Rick hat noch immer nicht entschieden, wie mit dem (inzwischen stark ramponierten) Gefangenen zu verfahren ist, und muss die Sicherheit der Gruppe gegen ihr Seelenheil abwägen. Der Konflikt mit Shane liegt erwartungsgemäß noch immer in der Luft, während alle anderen – mit einer Ausnahme – glücklich sind, die Entscheidung einfach abzugeben.

Die nicht weniger finstere B-Story dreht sich diese Woche um Carl, dessen morbide Faszination ihn an Orte verschlägt, an denen er nicht sein sollte. Carl steht als eine Art moralisches Barometer für die Gruppe hin und illustriert effektiv (wenn auch wenig subtil) deren verlorene Unschuld.

Während die Gruppe in „Judge, Jury & Executioner“ von scheinbar nicht zu überwältigenden Spannungen zerrissen wird, lässt Regisseur (und Makeup-Legende) Greg Nicotero die beiden Handlungsstränge am Ende der Folge effektiv kollidieren.

Trotz einiger Hänger zeichnet sich die Episode durch ungewöhnlich beklemmende Momente und ein vorhersehbares, aber gelungenes Ende aus. Insgesamt hätte man einiges straffen können, aber Nicoteros beklemmende Inszenierung hebt die Folge auf das Niveau der letzten Wochen und sogar ein wenig darüber. The Walking Dead ist noch immer nicht das Paradebeispiel für perfekt geschriebenes Drama, aber nach drei konstant spannenden Wochen fällt es mir zunehmend schwer, mich zu beklagen.

 

Anmerkungen:

  • In einer Folge über fehlgeschlagene Demokratie bekommen alle Charaktere einen kurzen Auftritt und eine halbe Textzeile. Bewusste Ironie?
  • Die versönliche Szene zwischen Glenn und Hershel kam zwar ein Bisschen aus dem Nichts, war aber trotzdem ein willkommener Lichtblick
  • Das Ende beweist dann wohl endgültig, dass Comic und Serie jetzt getrennte Wege gehen

http://www.youtube.com/watch?v=CT_54xy9Qgo&w=480&h=270

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  • Silencer
    12. März 2012 auf 11:28

    Dies ist mein erster Kommentar deines Blogs.
    Schön dass sich jemand die Zeit nimmt und über die einzelnen Folgen so detailliert schreibt. Ich bin absoluter Zombie Genre Fan (Wenn sie gut gemacht sind).

    Die erste Staffel hat mir im Durchschnitt sehr gut gefallen. Viele der Punkte einer „Must have“ Liste eines Zombiefilms sind vorgekommen.

    Die zweite Staffel fing vielversprechend an und hat dann eine zu seichte Route eingeschlagen. Ich habe auch die Comic gelesen und weiß um die Entwicklung der Charaktere und die eigentliche Hauptstory.

    Um mal auf diese spezielle Folge zu kommen. Ich habe gestern zu meiner Frau gesagt dass mir die letzen 4 Folgen einfach nicht gefallen (Diese mit eingeschlossen)
    Viele Charaktere bleiben blass, wobei andere viel zu intensiv beleuchtet werden. Das ist generell nicht schlimm, es wirkt aber eher so als wenn man kein richtiges Konzept findet. Von manchen Schauspielerischen Leistungen mal abgesehen.

    Wenn in der 2. Staffel mal nicht zwischendurch eine reingeschobene Zombie Szene kommen würde, könnte man den Eindruck gewinnen als hätten wir hier eine Soap die auf einer Farm spielen würde. Die ursprüngliche „Zombieapokalyptische“ Bedrohung ist für mich nur in der ersten Folge wirklich Spürbar und fällt dann rapide ab. Das hat die erste Staffel besser hinbekommen. Das Comic schafft das auch problemlos.

    Die aktuelle Folge fand ich sehr anstrengend zu gucken. Rick war für mich immer das Symbol für Moral, Anstand und Überzeugungen. Diese Rolle übernimmt nun Dale, und wird direkt mit seinem Tod dafür bestraft. Was will uns die Serie damit sagen?

    Mir hat es gefallen dass in der Serie und auch im Comic der Charakter Rick und seine Familie immer moralische Standhaftigkeit bewiesen haben. Ich selber habe ich mich in den letzen 3 Folgen von Rick distanziert und frage mich worauf die Serie hinaus will?
    Das gesammte Schauspielensemble versucht in der Folge ernsthaft und glaubwürdig zu sein und erreichen bei mir nur das Gegenteil. Zu abgedroschen ist die Situation mit dem Jungen. Wer hat sich nicht gefragt, „Warum setzt ihr ihn nicht irgendwo aus?“
    Diese frage wird übrigens später bei dem „großen treffen“ beantwortet. Das würde nicht gehen, man solle sich vorstellen was passiert wenn sie eine Panne hätten oder die „Beißer“ kommen würde.

    Ist das deren Ernst? Die Protagonisten hüpfen von einer gefährlichen Situation zur nächsten, und können dann nicht mal 15 Minuten mit den Autofahren und den Jungen auf einer Strasse absetzen?

    Zu sehr stelle ich deren Gedankengänge in Frage. Zu sehr ist das alles belanglos. Wie schon gesagt wurde „Die Gruppe ist am Arsch“

    Der Kinderschauspieler der Karl spielt (Name grade nicht parat) gehört von mir aus der Serie genommen. Dieser Junge ist wohl aus dem nächsten Laientheater entnommen und die Serie gibt sich auch keine Mühen ihn ernsthaft zu beleuchten. Die Szene mit dem Zombie der im Sumpf steckt ist nicht nur lächerlich sondern auch absurd.
    Diese B Movie Szene wird nur noch vom Finale übertrumpft wo ich nur noch den Kopfschütteln konnte wie stümperhaft das ganze umgesetzt wurde.
    Bei der Kuh/Zombie/Dale Szene hat man einfach den Eindruck dass die Folge zu einem Raschen ende kommen musste, weil sie wohl zu viel Zeit mit den erdrückenden Dialogen zugebracht hat.
    Die letzte Szene strotz nur so von logischen Fehlern.
    Ich war bisher überzeugter Walking Dead Fan. Nun durch diese und die letzen 3 Folgen hat sich diese Motivation deutlich gebremst.
    Liegt es am fehlenden Budget? Liegt es an den Schauspielern? Liegt an den Storyschreibern? Oder an der kollektiven Unfähigkeit des gesamten Teams?

    • 12. März 2012 auf 14:56

      Wow… das ist mal ein Kommentar.
      Du gehst extrem hart mit der Folge ins Gericht (was immerhin gut zum Titel passt 🙂 ). Ich würde sogar theoretisch bei fast allem zustimmen; nur hab ich das Gefühl dass die Serie sich in den letzten Folgen in fast jeder Hinsicht verbessert hat.
      Logische Fehler gibts tatsächlich mehr als genug. Aber Rick ist doch in den Comics noch viel ambivalenter und weniger moralisch als in der Serie. Mir gefällt, dass sie ihn jetzt ein bisschen „grauzoniger“ machen. Und dass Dale, das Gewissen der Gruppe, am Ende einem Zombie zum Opfer fällt, ist bestimmt kein Zufall, sondern ein (meiner Meinung nach) gut getimter dramatischer Schachzug – zumal Carl (den ich auch weniger schlimm finde als du) in der Folge ein Leben rettet und gleichzeitig indirekt ein Leben nimmt.
      Was die zu blassen Charaktere angeht – D-Dog ist nur noch für die Quote in der Show, oder? In dieser Folge hat er genau eine Textzeile – und wird der arme Kerl auch noch unterbrochen.

    • chris-dmf
      12. März 2012 auf 20:17

      „Die aktuelle Folge fand ich sehr anstrengend zu gucken. Rick war für mich immer das Symbol für Moral, Anstand und Überzeugungen. Diese Rolle übernimmt nun Dale, und wird direkt mit seinem Tod dafür bestraft. Was will uns die Serie damit sagen?“

      Im Angesicht der herrschenden Tatsachen ändern sich eben die Denkweisen. Die Protagonisten machen seit Folge 1 eine Wandlung durch. Vom normalo Bürger zu radikalen Anarchos. Dale war der letzte der seine Ansichten retten konnte. Alle anderen sind langsam an einem Punkt wo sie nur noch an sich selbst denken. Dale wurde nicht bestraft, die Gruppe überschreitet gerade eine Linie wo es kein zurück mehr gibt. Das moralische Gewissen der Gruppe ist nun Tot.

      „Der Kinderschauspieler der Karl spielt (Name grade nicht parat) gehört von mir aus der Serie genommen“

      Oha, der Herr Serienkritiker hat gesprochen. Was willst du bitte bei einem Kind noch ernsthafter beleuchten? Er wächst ohne Spielgefährten in einer abseits jeder bekannten Norm verlassenen Welt auf. Sieht täglich halbverweste Leichen herumrennen, hat vor kurzen seine Freundin verloren, wurde angeschossen und beobachtete nun seinen Vater der einem eigentlich unschuldigen eine Kugel verpassen wollte.
      Nein, eigentlich ist er mit die interessanteste Figur, da er nicht nach gängigen Maßstäben geformt wird und es sich noch herausstellen wird welchen Weg er einschlägt. Der Schauspieler ist auch nicht schlechter als der von „ich guck gerne böse“ Shane.

      Aber hier sieht man das Problem bei Kritikern recht schön. Dem einen gehts nicht zügig genug, dem anderen ists nicht Tiefsinnig genug oder dem nächsten fehlt die ordentliche Portion Gore. Mich stören die häufigen Logikfehler. Hier hat sich weder was verbessert noch verschlechtert 😉

      • Stefan
        12. März 2012 auf 20:45

        Ich schließe mich Silencer an. Die Serie verkommt immer mehr zu einer Soap. Dabei würde mir auch eine glaubhafte Charakterentwicklung und Gesellschaftsbildung im post-apokalyptischen Setting sehr gut gefallen. Das Buch „The Last Stand“ von Steven King hat mir bspw. sehr gut gefallen, trotz des religiösen Touchs. Es muss nicht unbedingt Zombie-Gemetzel geben.

        Allerdings sind sämtliche Charaktere viel zu 2-dimensional und übertrieben klischeehaft. Einige Charaktere haben sicher einen Wandel durchgemacht, allerdings auch nicht allzu glaubhaft, und wurden danach nur noch flacher. Im Ganzen fühlen sich alles sehr unglaubwürdig an. Wenn ich tolle Charaktere und entsprechende schauspielerische Leistungen sehen will, sehe ich mir lieber Serien wie Game of Thrones o.ä. an. Denn bei The Walking Dead sind keine erwähnenswerten Leistungen in dem Bereich vorhanden.

        Was die Serie (vor allem die 1te Staffel) sehr gut gemacht hat, war die Darstellung der apokalyptischen Atmosphäre und des täglichen Überlebenskampfes. Beides vermisst man nun.

        Ich hoffe die nächsten Episoden werden besser, mir hat sich der Eindruck aufgezwungen, dass die Zombies zu kostenintensiv waren und man nu lieber auf klischeehaftes Gelaber à la Stargate: Universe setzt.

  • Silencer
    12. März 2012 auf 23:48

    Stefan ich stimme dir mit jedem Wort zu. Außer dass ich den SK Roman nicht gelesen habe um das zu beurteilen 🙂

    Ich habe mich selber erschrocken dass ich so viel geschrieben habe.
    Es ist schön dass ihr mir meinen Standpunkt nicht total auseinanderpflückt und zu dem Schluss kommt dass halt eine Kritik auch Geschmackssache ist.
    Das Argument von Chris über Karl finde ich eigentlich mal überlegenswert. Ich wollte aber nicht den Charakter bzw die Figur kritisieren. Sondern einfach den Schauspieler 🙂

    Das mit den Kosten vermute ich auch.
    Ich sehe nur die Gefahr dass die Serie eingestellt wird weil die zuschauer das Interesse verlieren. (Über genaue Zahlen weiß ich leider nichts). Aber es wurden schon zu viele Serien einfach eingestellt weil die Serie nicht mehr die Quoten erreicht hat obwohl das Staffel Finale noch nicht abgedreht wurde.

    Ich habe meine Frau Walking Dead mit stolz präsentiert und sie hat jetzt nach 3 Folgen keine Lust und kein Interesse mehr. Sie hat die erste Staffel nicht gesehen muss ich dazu sagen. Die Zuschauer sind einfach zu gute Serien gewohnt. Da dürfen die Macher nicht in die Belanglosigkeit abdriften.

    • 13. März 2012 auf 17:09

      Klar, Kritik ist IMMER Geschmacksache. Und bei einer Serie wie The Walking Dead ist nochmal schwerer, objektiv zu sein.

      Ich sehe aber einige von den Punkten tatsächlich anders. TWD ist zwar selbst in den besten Momenten meilenweit von Über-Serien wie Game of Thrones oder Breaking Bad entfernt – da haben sie einfach auch nicht die Autoren für – aber fast alles was mich vor der Pause gestört hat, hat sich verbessert. Die postapokalyptische Stimmung ist zwar tatsächlich etwas in den Hintergrund getreten, was ich auch schade finde. Ich kann mir aber vorstellen, dass das wiederkommt, wenn die Gang endlich Hershels Farm verlässt. Ich hab qualitativ durch den Weggang von Darabont mit einem totalen Abstieg gerechnet und freue mich, dass (für meinen Geschmack zumindest) das Gegenteil passiert ist.

      Ich glaube übrigens was die Einschaltquoten angeht, geht es TWD nach wie vor sehr gut. Auch wenn viele Kritiken in letzter Zeit nicht so toll waren, schalten die Leute trotzdem ein. Außerdem ist es glaube ich bei Sendern wie AMC üblich, dass die Staffel komplett abgedreht ist, bevor die erste Folge läuft. Die Gefahr, dass mitten in der Season der Hahn abgedreht wird, ist also überschaubar.

      Ich hab vor, demnächst auch die zweite Staffel von Game of Thrones hier zu besprechen – da lege ich natürlich dann einen etwas anderen Maßstab an. Sprich, eine Folge die ich mit „1-“ bewerte, ist nicht unbedingt ein Anlass, auf den Dächern zu tanzen.

  • Terminal Reality
    24. Oktober 2012 auf 03:03

    Terminal Reality

  • morschmann
    12. Januar 2013 auf 19:56

    Ist auch jemand das „SS“-Symbol auf Daryls Motorrad aufgefallen? Nur um dem Redneck-Klischee noch eins oben drauf zu setzen 🙂

  • zeilentiger
    13. November 2014 auf 18:57

    „Trotz einiger Hänger zeichnet sich die Episode durch ungewöhnlich
    beklemmende Momente und ein vorhersehbares, aber gelungenes Ende aus.“ Ja! Denke ich an die zweite Staffel zurück, erscheint mir diese Folge als die beklemmendste – als die, die am ehesten so etwas wie Angst zurücklässt. Und zwar durch die Szene mit Carl und auch die mit Dale. (Liegt es an der Leistung der Maske?) Was mich (wieder einmal) wahnsinnig gestört hat, ist, dass die Logik der Metageschichte der Logik der handelnden Personen untergeordnet wird. Es war ja nach der Diskussion (wenn man es so nennen will) über den Gefangenen sehr offensichtlich, dass D. aus de Spiel genommen werden musste. Aber das WIE war doch absolut hirnrissig. Selbst der größte Depp würde doch nicht das machen, was D. getan hat. „Alter, es ist Zombieapokalypse!“

    • Kai Löffler
      13. November 2014 auf 19:18

      Da war ich mit vier Sternen aber großzügig. Sehe ich auch so, dieser Teil der Folge war frustrierend (und leider repräsentativ für große Teile der zweiten Staffel).

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