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TV-Kritik: The Walking Dead – Judas/I Ain’t a Judas & Gesichter der Toten/Clear (Staffel 3, Folgen 11 und 12)

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TV-Kritik: The Walking Dead – Judas/I Ain’t a Judas & Gesichter der Toten/Clear (Staffel 3, Folgen 11 und 12)

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Zwei radikal unterschiedliche Folgen zeigen eindrucksvoll die Stärken und Schwächen der Endzeit-Saga

Kurze Anmerkung: Die erste Post-Urlaub-Edition meiner Walking Dead-Kritiken gehe ich etwas anders an; diesmal fasse ich beide Folgen in einem Artikel zusammen. Ab nächster Woche geht es aber wieder wie gewohnt weiter.

Rechte: TWD Productions

In „Judas“ bekommt Ricks Gefolgschaft  im Gefängnis unerwarteten Besuch aus Woodbury. Andrea, die sich seit dem Ende von Staffel Zwei getrennt vom Rest ihrer alten Wahlfamile durchschlägt, will sich selbst ein Bild davon machen, was aus ihren ehemaligen Begleitern geworden ist, und steht im Anschluss vor einer schweren Entscheidung.

Bei “Judas” geht es vor allem um wechselnde Dynamiken zwischen den Figuren, vor allem solche die radikal anders sind als in der Comic-Vorlage.  Die größte Überraschung war, dass Tyrese –eine Art Parallel-Rick – nach dem wenig freundlichen Empfang durch Rick auf der Seite des Governors steht. Auch wenn diese Entwicklung wahrscheinlich nur temporär ist – schließlich scheint Tyrese einen funktionierenden moralischen Kompass zu besitzen – ist das die wohl spannende Entwicklung.

Rechte: TWD ProductionsSo überfällig die Interaktion zwischen Andrea und ihrer ehemaligen Truppe war, bleibt Andrea einer der am wenigsten runden Charaktere der Show, und ihre Rückkehr ins Camp bringt auch viele der Probleme der zweiten Staffel mit zurück. Trotz ihrer plötzlichen Wandlung zur charismatischen Anführerin letzte Woche wissen die Autoren offenbar nach wie vor nichts mit ihr anzufangen.

Immerhin, für eine Folge, die sich größtenteils auf Dialoge und Charakterentwicklung stützt, nicht gerade die größte Stärke von The Walking Dead, war „Judas“ verhältnismäßig konsequent.

Rechte: TWD ProductionsWährend sich Folge 11 auf wenige Handlungsstränge konzentriert und andere ein bisschen in den Hintergrund rücken (zum Beispiel die von Merle und Daryl), ist „Gesichter der Toten“ eine Atempause, ein konsequentes Time-Out von der Staffelhandlung. Die Standalone-Episode beschränkt sich auf vier Figuren (Zombies nicht mitgerechnet) und entfaltet sich wie ein Kammerspiel.

Auf der Suche nach Schusswaffen treffen Rick, Michonne und Carl auf einen alten Bekannten. „Clear“, so der Originaltitel, ist vor allem eine Bestandsaufnahme, eine Erinnerung daran, was die Charaktere seit dem Beginn der Zombie-Apokalypse alles verloren haben.

Perfekt eingerahmt in die tragische Geschichte des Anhalters fassen Kirkman & co. das zusammen, was sie bisher nur angedeutet haben: Während die Figuren sich noch krampfhaft an Erinnerungen und Gegenständen aus der alten Welt festhalten, sind ihnen herkömmliche Ethik und Empathie fast vollständig abhanden gekommen.

Zeigt Folge 11 die dramaturgischen Schwächen der Serie – ziellose Dialoge und unterentwickelte Charaktere – so ist Folge 12 ein perfektes Beispiel für all das, was The Walking Dead am besten kann: „Clear“ erzählt eine kompakte Geschichte voll moralischer Grauzonen und gegenseitigem Misstrauen, umgeben von Zombies im Mad Max-artigem Ambiente.

Wenn ich eine Folge aussuchen müsste, um eine Walking Dead-Jungfrau von der Qualität und dem Potential der Serie zu überzeugen, dann wäre „Clear“ die perfekte Wahl.

Judas: 2-

 

Gesichter der Toten: 1

 

Anmerkungen:

  • „Clear“ erinnert daran, dass seit dem Piloten nur etwa ein Jahr vergangen ist. Ob Carl wohl Wachstumshormone nimmt?
  • Schon klar, Rick & Co haben viel durchgemacht. Trotzdem: Die gleichgültige, fast schon gelangweilte Reaktion auf den hungrigen Zombie-Mob, der sich um das Auto drängt, war vielleicht ein Hauch zuviel.

Die Walking Dead laufen in Deutschland Freitags beim Bezahlsender Fox, kurz nach der Ausstrahlung beim US-Sender AMC.

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=1Q6O-iOTNDI&w=480&h=270
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  • Daniel
    13. März 2013 auf 11:23

    Danke. Endlich wieder eine Kritik. Kann es jedesmal kaum erwarten deine Review incl. „Deutung“ zu lesen. 🙂 Weiter so und danke für die Arbeit! 😉

  • Chris
    16. März 2013 auf 10:05

    Auch von mir ein großes Danke für diese tolle Kritik, mit der ich voll ubereinstimme.

    Ich freue mich schon auf die nächste Folge: Der brutal überfahrene Anhalter lässt erahnen, dass die drei eine böse Überraschung am Gefängnis erwartet.

    Nebenbei bemerkt finde ich Rick über den Verlauf der Staffel 3 immer unsympathischer, gerade der Rauswurf der vier Neuen und die Anhaltergeschichte zeigen seinen Egoismus und seine Abgestumpftheit. Nur noch ein kleiner Schritt und er steht dem Governour in nichts mehr nach. Irgendwie wünsche ich langsam, dass es Rick endlich auch mal erwischt, denn meine Empathie für die Gruppe geht langsam flöten. Die einzig Ehrlichen sind nur noch Michonne und Merle, vielleicht noch Daryl. Insbesondere Michonne ist mir ans Herz gewachsen.

    • 17. März 2013 auf 15:49

      Hi Chris, vielen Dank für das Feedback!!

      Michonne ist auch für mich einer der besten Charaktere. Meiner Meinung nach ist aber auch Ricks Entwicklung weg vom traditionellen Helden zu einem immer „graueren“ Charakter (und zwischendurch zu leichtem Wahnsinn) einer der Hauptgründe, warum die dritte Staffel so interessant ist (und warum die zweite, in der Rick ein nicht-Charakter war, so unerträglich langweilig war). Mit „gut gegen böse“ hat die Serie jedenfalls nicht mehr viel tun.

      Habe übrigens gerade die neue Kritik (zu Folge 13) gepostet.

  • zeilentiger
    12. November 2014 auf 14:08

    Nachdem ich inzwischen bei dieser Folge angelangt bin (der Serie ganz verfallen) und festgestellt habe, dass du tapfer auch die älteren Staffeln kommentiert hast, wird die Zeit kommen, dass ich alle deine Kritiken mal durchgehe. Von Anfang an.

    • Kai Löffler
      12. November 2014 auf 14:26

      Wenn du Staffel zwei geschafft hast, geht es eigentlich nur noch bergauf. Die Kritiken sind allerdings nicht von Anfang an; Staffel 1 hab ich nicht besprochen und (die sehr gute) Staffel 4 fehlt auch.

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