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TV-Kritik: Sherlock

Fernsehen

Rechte: BBC

Holmes Reloaded: Steven Moffats "Sherlock"

Endlich Zeit, die haarigen Füße hochzulegen und in Ruhe etwas Pfeifenkraut zu rauchen. In Hobbingen sind nämlich zur Zeit die Dreharbeiten an Peter Jacksons Hobbit eingestellt worden, um Star Martin Freeman (Bilbo) Zeit für sein „Seitenprojekt“ zu geben – als Doktor Watson in der zweiten Staffel der BBC-Serie Sherlock.

Dieses Jahr stehen gleich zwei Sherlocks in den Startlöchern: Zum einen A Game of Shadows die Fortsetzung von Guy Ritchies actionlastigem Holmes-Film von 2009 mit Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Watson. Gleichzeitig bekommen wir im Fernsehen mit einem Jahr Verspätung die erste Staffel der BBC-Serie spendiert, in der Doctor Who– und Coupling-Showrunner Steven Moffat Rätselknacker Holmes und seinen Sidekick Watson durch das London von heute schickt. Sherlock wird dabei vom Newcomer Benedict Cumberbatch verkörpert (der ebenfalls eine Rolle in Jacksons Hobbit spielt – als Stimme des Drachen Smaug).

Sherlock ist nicht der erste Versuch, Sherlock Holmes für unsere Zeit zu adaptieren. Jake Kasdan kehrt in seinem kriminell unterschätzten (und schwer auffindbarem) Film Zero Effect (1997) mit Bill Pullman als Holmes-Variation Darryl Zero die soziopathische Seite des Meisterdetektivs nach vorne, ähnlich wie die an Holmes angelehnte Figur Gregory House in der TV-Serie Dr. House, der sich ebenfalls mehr für Fälle als für Menschen interessiert, in seinem Fall allerdings medizinische.

Mit Sherlock kommt also jetzt noch ein modernisierter Holmes und da stellt sich – besonders in unserer von Remakes und Neuverfilmungen geplagten Zeit – natürlich die Frage: Muss das eigentlich sein?

Ja, muss es.

Der erste Hinweis darauf ist die Beteiligung von Steven Moffat, der schon mit seinem Robert Louis Stevensen-Update Jeckyll gezeigt hat, wie man einen angestaubten klassischen Stoffe elegant als modernes Horror-Drama adaptiert. Martin Freeman ist als Watson perfekt besetzt (so sehr, dass man schon fast von Typecasting sprechen kann); die große Entdeckung ist aber Benedict Cumberbatch, der als Logiker und Menschenfeind Holmes den Rest der Besetzung an die Wand spielt – was sonst stören würde, ist hier passend für einen Character, für den Teamwork nicht gerade Priorität Nummer eins ist.

Vor allem aber sticht Sherlock durch seine innovative und kreative Erzählweise heraus; zum Beispiel tauchen Tathinweise und Textnachrichten als Schrift im Bild auf – L.A.Noire lässt grüßen – und müssen so nicht verbalisiert werden. Handys und Computer sind so geschickt in Holmes‘ und Watsons Arbeit eingebunden als würden sie aus Arthur Conan Doyles Feder stammen, ebenso wie die clever verschachtelten neuen Fälle. Und jede der drei  Folgen (obwohl man bei 90 Minuten Länge eher von Filmen sprechen sollte) ist in sich stimmiger als Guy Ritchies Film, der das zigfache gekostet hat.

Der einzige Haken an Sherlock ist, dass die Serie, die derzeit auch bei uns in der ARD läuft (Sonntags um 21.45), nach den besagten drei Folgen schon wieder vorbei ist – sogar für BBC-Maßstäbe ist das kurz. Immerhin bleibt aber die Vorfreude auf die zweite Staffel. Und außerdem sieht man sich ja bald in Mittelerde wieder.

(1-)

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PopKulturSchocks frühere Fälle:

Rechte: TNT

Falling Skies

Rechte: Sony

Gute Bösewichte

Rechte: HBO

Game of Thrones

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Antworten
  • 1. August 2011 auf 19:45

    Ich hab’s im Fernsehen gesehen. Hat mir auch ausgesprochen gut gefallen und ich bin gespannt auf die nächsten beiden Folgen. Deine Kritik bringt es auf den Punkt.

  • 4. August 2011 auf 19:45

    Ich habe mit etwas Verspätung jetzt auch den 2.Teil gesehen und bin nach wie vor sehr angetan. Es ist eine wirklich gelungene Umsetzung der Handlung in die Gegenwart.

  • 15. August 2011 auf 22:54

    Ich liebe die Serie. Die Bücher hab ich schon mit 12 verschlungen und war natürlich gespannt, was die BBC aus dem Klassiker gemacht hat. Und war wirklich begeistert.

    Übrigens: Der gute Mann heißt Robert Louis StevensOn. Absolute Korrektheit bei großen Geistern muss sein 😉

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