Paste your Google Webmaster Tools verification code here

TV-Kritik: Game of Thrones – Walk of Punishment (Staffel 3, Folge 3)

Fernsehen
Item Reviewed

TV-Kritik: Game of Thrones – Walk of Punishment (Staffel 3, Folge 3)

Author

Die dritte Folge der „Storm of Swords“-Adaption schraubt ordentlich das Tempo hoch

Wie schon letztes Jahr besprechen wir die aktuelle Staffel von Game of Thrones, der HBO-Adaption von George R.R. Martins epischem Fantasy-Zyklus Ein Lied von Eis und Feuer. Diesmal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Inzwischen habe ich die bisher erschienenen fünf Bände gelesen, kann also die Handlung besser einordnen. Ich versuche, nichts aus kommenden Folgen zu verraten, aber es kann natürlich immer sein, dass sich hier und da ein Mini-Spoiler einschleicht.

Rechte: Home Box Office „Walk of Punishment“ ist keine „Event“-Folge, wie etwa „Baelor“ in Staffel 1 oder letztes Jahr „Blackwater“. An keinem der zahlreichen Schauplätze ereignet sich diese Woche etwas Bahnbrechendes, wenn man von Daeneris Deal und natürlich der letzten Szene absieht; und in beiden Fällen muss man sich bis nächste Woche (oder länger) gedulden, um die Konsequenzen zu erfahren. Trotzdem ist die Folge nicht langsam erzählt. Die Aufwärmphase, die letztes Jahr eine halbe Staffel angehalten hat, ist definitiv vorbei.

Der Fakt, dass das Buch auf zwanzig statt zehn Folgen aufgeteilt ist, erlaubt George R.R. Martin, David Benioff, D.B. Weiss und ihren Autoren trotzdem den Luxus, gelegentlich Handlungsstränge auszuschmücken, die in den Büchern außen vor bleiben, zum Beispiel Theons „Leidensweg“ nach seinem katastrophal fehlgeleitetem Coup in Winterfell. Auch wenn sich der wahre „Bösewicht“ in Theons Geschichte noch nicht so richtig enthüllt hat (Leser des füften Bandes wissen mehr) ist es faszinierend, die Ereignisse parallel zu sehen, anstatt als Rückblende.

Bye bye, Hot Pie!

Bye bye, Hot Pie!

Die besten Momente von „Walk of Punishment“ sind solche, die Exposition mit Humor kombinieren – so zum Beispiel, wenn Tyrion demonstrativ und laut quietschend seinen Stuhl an das Ende der Familientafel zieht; oder der fast beiläufige abgefeuerte Pfeil, mit dem Catelyn Starks Onkel Bryndon „The Blackfish“ Tully die Totenbarke seines Bruders in Brand steckt (nach zahlreichen erfolglosen Versuchen seines Neffen).

Als Regisseur ist diese Woche Co-Showrunner David Benioff angegeben, und wie immer ist die Episode gekonnt inszeniert; ich kann mir allerdings vorstellen, dass die Rolle des Regisseurs bei Game of Thrones eher aus der Strukturierung der Handlungsfäden als aus der Arbeit am Set besteht – zumal die Dreharbeiten in zahlreichen mit jeweils verschiedenen Teams parallel stattfinden.

Badass: ___Tully a.k.a The Blackfish

Badass: Bryndon Tully a.k.a The Blackfish

Auch wenn die Handlung auch diesmal wild umherspringt, hat „Walk of Punishment“, anders als die letzten zwei Episoden, ein deutliches – und effektives – Ende, oder anders gesagt, einen deutlichen Schnitt (haha). Ab nächster Woche zieht das Tempo vermutlich nur noch mehr an, bisher schaffen es Benioff und Weiss aber auf bewundernswerte Weise, die Fäden in der Hand zu halten und so zu koordinieren, dass keine der Geschichten langatmig oder gehetzt wirkt. Selbst Daenerys, deren Geschichte in der zweiten Staffel manchmal ein bisschen nach Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aussah, ist dieses Mal gut eingebunden (wobei es die Buchvorlage den Autoren auch einfacher macht als der zweite Band). Ihr Handel die „Unsullied“ gegen den größten ihrer Drachen – hatte so viel „Oomph“, dass die Szene auch als Abschluss der Folge perfekt funktioniert hätte.

Da diese Season noch mehr als letztes Jahr als überlanger Film konzipiert ist, der erst nachträglich in zehn Teile zerhackt wird, ist eine Benotung einzelner Folgen zunehmend schwierig. Ich sehe „Walk of Punishment“ vor allem als eine Aneinandereihung von Szenen im größeren Kontext; einige dieser Szenen gehören allerdings zu den bisher besten der Serie.

 

Anmerkungen:

  • Höflichkeit à la Westeros: “Apologies, but you’re one ugly fucker, and I’d rather not see you no more”
  • Inspirierter Song im Abspann: “The Bear and the Maiden Fair” von der New Yorker Indie-Band The Hold Steady
  • Hot Pie wird mir fehlen. „I am no Stark of Winter Hell!“

Game of Thrones läuft in den USA bei HBO und in Deutschland ab Mitte Mai bei Sky Atlantic HD. Außerdem sind die Folgen nach der US-Ausstrahlung Sky Go abrufbar.

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=zszjfpzb3aI&w=480&h=270

 

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
kommentieren
Antworten
  • Simon
    22. April 2013 auf 12:59

    Ich habe da so eine Ahnung wer der vermeintlich nette Kerl ist der Theon am Ende die Hand reicht…

    • 22. April 2013 auf 13:12

      R.B.? Mit Sicherheit.

      Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Theon-Geschichte in den nächsten zwei Staffeln gehandhabt wird, ohne eintönig zu werden.

  • Simon
    22. April 2013 auf 13:19

    Ja genau der…finde auch das es gut Theon jetzt nicht einfach für 1-2 Staffeln zu Streichen bis er plötzlich wieder auftaucht. Für die Leser des Buches wäre das kein Problem, für die Zuschauer die lediglich die Serie schauen allerdings schon !

    • 22. April 2013 auf 13:27

      Für die Leser muss es aber zum Teil auch hart gewesen sein. Ich hab die fünf Bände letztes Jahr alle hintereinander weg gelesen, aber wer sie direkt nach Erscheinen gelesen hat, musste zwischen dem zweiten und fünften Band 13 (!!) Jahre warten, bis Theon wieder aufgetaucht ist. Yikes. Ich hätte mich wahrscheinlich gar nicht mehr an den Charakter erinnert. Ich hatte so schon genug Probleme mit den vielen Namen, und bei mir lagen zwischen den einzelnen Bänden nur Minuten, nicht Jahre.

      • Simon
        22. April 2013 auf 13:36

        Das stimmt…ich habe die Bände quasi alle nach Erscheinen der GoT-Staffel gelesen…anders hätte ich bestimmt Probleme gehabt alles zu verstehen.

        • 24. April 2013 auf 12:31

          Genau. Ich fürchte auch wenn „Winds of Winter“ irgendwann erscheint (in geschätzten 20 Jahren) werde ich erst mal die ersten fünf nochmal lesen müssen…

Antwoten

Total

}