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TV-Kritik: Game of Thrones – Valar Dohaeris (Staffel 3, Folge 1)

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TV-Kritik: Game of Thrones – Valar Dohaeris (Staffel 3, Folge 1)

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Das lange Warten hat ein Ende: Game of Thrones ist zurück

The Walking Dead geht, Game of Thrones kommt. Wie schon letztes Jahr besprechen wir die aktuelle Staffel der HBO-Adaption von George R.R. Martins epischem Fantasy-Zyklus Ein Lied von Eis und Feuer. Diesmal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Inzwischen habe ich die bisher erschienenen fünf Bände gelesen, kann also die Handlung besser einordnen. Ich versuche, nichts aus kommenden Folgen zu verraten, aber es kann natürlich immer sein, dass sich hier und da ein Mini-Spoiler einschleicht.

Rechte: Home Box OfficeDie letzten zehn Folgen von Game of Thrones hatten nicht nur Fans. Nach der einhelligen Begeisterung für die erste Staffel war Jahr zwei, die TV-Version des zweiten Bandes A Clash of Kings, vergleichsweise kontrovers. Für Kenner der Bücher war es manchmal schwer zu verdauen, wie sehr sich die TV-Version an einigen Stellen von der Vorlage gelöst hat. Für den einen oder anderen „Newbie“ dagegen war die Handlung zu zerfasert, zu schnell erzählt und zu kompliziert; außerdem fehlte seit dem Tod von Ned Stark (Sean Bean) eine eindeutige Hauptfigur, die die Serie trägt.

Auch wenn sich an den meisten dieser Punkte wohl nichts ändert – der dritte Band ruht zu gleichen Teilen auf den Schultern von Daenerys, Davos, den Geschwistern Lannister und der in alle Winde zerstreuten Familie Stark – haben Showrunner Weiss und Benioff dieses Mal immerhin etwas Tempo rausgenommen, indem sie A Storm of Swords auf zwei Staffeln, also insgesamt zwanzig Episoden, aufteilen.

Die erste davon ist „Valar Dohaeris“ (alle Menschen müssen dienen), die traditionelle Antwort auf den Gruß „Valar Morghulis“ (alle Menschen müssen sterben), der außerdem der Titel der letzten Folge war. Tatsächlich ist die Folge eine direkte Fortsetzung von „Valar Morghulis“; in den meisten Geschichten ist seitdem nur wenig Zeit vergangen.

Andere setzen sogar exakt da an, wo die letzte Staffel aufgehört hat. So ist im hohen Norden von Westeros Samwell noch immer auf der Flucht vor den untoten White Walkers, während Jon Snow und seine Wildling-Begleiterin Ygritte in der Zeltstadt von Mance Ryder ankommen, dem „König jenseits der Mauer“ (eindrucksvoll verkörpert von Ciarán Hinds).

Rechte: Home Box OfficeViel passiert diese Woche nicht; am Ende der letzten Staffel waren viele der Figuren geschlagen und lagen sprichwörtlich in Trümmern, und „Valar Dohaeris“ besteht größtenteils darin, diese Trümmer wieder aufzusammeln. King’s Landing ist nach Stannis‘ Belagerung und der Schlacht von „Blackwater“ innerlich und äußerlich beschädigt; Tyrion erholt sich von von seiner schweren Gesichtsverletzung, und sein Vater, die neue Hand des Königs, verliert keine Zeit, seinen Sohn zu demütigen. Sansa hat den Schock der abgesagten Hochzeit noch nicht verarbeitet, während Renlys Witwe Margaery sich schnell in ihre neue Rolle als Königin einfindet und Cersei, in einer der besten Szenen dieser Woche, ihr mit ein paar freundlichen Worten und Blicken zeigt, wie sehr sie die neue Schwiegertochter verachtet.

Auch Stannis leckt nach der verlorenen Schlacht seine Wunden und lässt erst mal, nach wie vor unter dem Einfluss der Priesterin Melisandre, den ihm treu ergebenen Davos ins Verlies werfen.

Der wohl interessanteste – und einzig neue – Schauplatz diese Woche ist die Stadt Astapor, wo Drachenmutter Daenerys eine Armee von Eunuchen einkauft und einen neuen Verbündeten findet: Barristan Selmy, ehemaliger Anführer von Robert Baratheons Stadtwache, der in einem etwas plumpen Szene das Leben der Targaryen-Tochter rettet. Nachdem die Auftritte von Daenerys in der zweiten Staffel manchmal ein bisschen nach Arbeitsbeschaffungsmaßname ausgesehen haben, dürfte ihre Geschichte im dritten Teil wieder interessanter werden – sofern Weiss und Benioff nicht wieder versuchen, sie in fast jeder Folge unterzubringen.

Rechte: Home Box Office Immerhin sind sie so schlau, diese Woche nicht alle Figuren neu einzuführen. Das Schicksal von Arya Stark ist unbekannt, ebenso wie das von Jaime und Brienne, die seit Ewigkeiten unterwegs nach King’s Landing sind. Außerdem: Diese Woche kein Hodor (Hodor!!).

Statt dessen bekommen die Geschichten von Tyrion, Daenerys und Jon Snow, der fern von der Nachtwache zum ersten Mal sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt, genug Raum zum Atmen. Abgesehen vom (unendlich unterhaltsamen) Sklavenhändler in Astapor fallen dabei zwar kaum spektakuläre Szenen ab, aber als Einführung, Bestandsaufnahme und Absprungspunkt für die kompexe Handlung von Storm of Swords macht „Valar Dohaeris“ alles richtig. Was letztes Jahr gestimmt hat, stimmt noch immer – mit David Benioff und D.B. Weiss als Showrunner, denen George R.R. Martin gelegentlich über die Schulter schaut,  ist Game of Thrones in sehr guten Händen.

 

Anmerkungen:

  • Ich hatte schon wieder vergessen, wie überzeugend die Drachen aussehen. Das Budget der Serie ist zwar manchmal bis zum Zerreissen gespannt (siehe „Blackwater“), aber bei den Effekten  werden keine Kompromisse gemacht
  • Auch wenn sie diese Woche nur eine kurze Szene hat, ist Sibel Kekillis Name jetzt im Vorspann
  • Wo ist der Joffrey den ich so leidenschaftlich gerne hasse? Der junge König war diese Woche ungewohnt nett
  • Es wäre zwar bestimmt nicht leicht gewesen, die wahre Identität von Daenerys‘ Beschützer lange geheim zu halten; trotzdem ging mir die „Enthüllung“ viel viel viel zu schnell
  • Tyrions Verletzung ist auch deutlich weniger entstellend als im Buch; immerhin gibt es einen schönen Meta-Moment, wenn er erzählt, dass er Gerüchten zufolge seine Nase verloren hat

Game of Thrones läuft in den USA bei HBO und in Deutschland ab Mitte Mai bei Sky Atlantic HD. Außerdem sind die Folgen nach der US-Ausstrahlung Sky Go abrufbar.

Season 3 Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=sH7OvcX3WOQ&w=480&h=270
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  • Simon
    4. April 2013 auf 11:46

    Zitat: „Auch sich an den meisten dieser Punkte wohl nichts ändert“ — da fehlt wohl „hat“ 😉

    • 4. April 2013 auf 11:56

      Eigentlich sollte da ein „wenn“ stehen. Danke! 🙂

      • Simon
        4. April 2013 auf 12:07

        Das geht natürlich auch 🙂 Kann jedem mal passieren ! Ich fand bei den Effekten übrigens den Giant ziemlich beeindruckend. Nebenbei auch eine lustige Szene !

        • 4. April 2013 auf 12:41

          Der Riese sah genial aus – vor allem dafür, dass er keine lange Szene hat, sondern nur mal kurz durchs Bild läuft. Überhaupt sind die Effekte zwar sparsam eingesetzt (von den ständig präsenten digitalen Sets mal abgesehen), sehen aber dafür immer perfekt aus.

          Ich hab aber auch das Gefühl, dass jede Folge ungefähr so teuer ist wie bei bei anderen Serien drei Staffeln.

          Game of Thrones ist halt das Flaggschiff von HBO…

Kai Löffler eine Antwort hinterlassen
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