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TV-Kritik: Game of Thrones – The Rains of Castamere (Staffel 3, Folge 9)

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TV-Kritik: Game of Thrones – The Rains of Castamere (Staffel 3, Folge 9)

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Zum zweiten Mal in zwei Wochen wird geheiratet – Game of Thrones-Style

Wie schon letztes Jahr besprechen wir die aktuelle Staffel von Game of Thrones, der HBO-Adaption von George R.R. Martins epischem Fantasy-Zyklus Ein Lied von Eis und Feuer. Diesmal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Inzwischen habe ich die bisher erschienenen fünf Bände gelesen, kann also die Handlung besser einordnen. Ich versuche, nichts aus kommenden Folgen zu verraten, aber es kann natürlich immer sein, dass sich hier und da ein Spoiler einschleicht. Was die aktuelle Folge angeht, sind aber riesige Spoiler unmöglich zu vermeiden. 

Rechte: Home Box OfficeTraditionell ist die vorletzte Folge jeder Game of Thrones-Staffel diejenige, in der Großes passiert. Ob Ned Stark seinen Kopf verliert oder Stannis Baratheans gewaltige Flotte in der Bucht von Blackwater in (grünen!) Flammen aufgeht.

Auch die neunte Folge der dritten Staffel enttäuscht nicht, aber genau wie „Baelor“ und anders als letztes Jahr „Blackwater“ legt „The Rains of Castamere“ seine hässlichen Karten erst kurz vor dem Schluss auf den Tisch. Trotzdem: Auch vor der berüchtigten „Roten Hochzeit“ ist die Folge eine der ereignisreichsten seit langem: Daario, Grey Worm und Jorah gehen für Daenerys auf eine gefährliche Mission, Jon Snow tötet Orell (Office-Star McKenzie Crook) und lässt Ygritte zurück, Brann dringt in das Bewusstsein von Hodor ein und außerdem kommt es nicht nur ein-, sondern gleich zweimal zu einer Beinahe-Reunion der Stark-Kinder.

Und doch sind alle diese Ereignisse rückblickend nicht viel mehr als ein Vorspiel für den grausamen Höhepunkt. Den hätte man eigentlich – selbst ohne den dritten Band A Storm of Swords gelesen zu haben – kommen sehen können. Die finsteren Omen seit der politisch unklugen Hochzeit von Robb und Talisa waren schwer zu übersehen, und spätestens als ein verdächtig gut gelaunter Walder Frey ankündigt, der Wein werde „rot fließen“, hätten auch beim letzten die Alarmglocken klingeln sollen.

Rechte: Home Box OfficeUnd trotzdem: Die Ereignisse nachdem Catelyn entdeckt, dass Roose Bolton ein Kettenhemd trägt – die Türen schließen sich, die Band spielt den Lannister-Song „The Rains of Castamere“ und einer nach dem anderen sterben die Starks, ihre Verbündeten und als i-Tüpfelchen auch noch Robbs Wolf – wird der Schock selbst dann kaum abgefedert, wenn man vorher genau wussste was kommt. Zumal Weiss und Benioff grausamerweise zwei Figuren an die Hochzeitstafel setzen, die eigentlich im Buch nicht anwesend sind: Den Blackfish und Robbs Frau Talisa (Jeyne Westerling im Roman). Talisas Tod ist auch einer der Gründe, warum die Serienfassung der Roten Hochzeit noch verstörender ist als die im Buch. Eine schwangere Frau, die mehrfach mit (nicht sterilen!) Messern in den Bauch gestochen wird, sieht man im Fernsehen nicht allzu oft.

„The Rains of Castamere“ ist die möglicherweise bisher beste Folge, und ein weiterer Beweis dafür, dass Game of Thrones eine mehr als würdige Adaption von Martins fantastischer Buchserie ist. Wenn eine Show ihre Zuschauer so bewegen und gleichzeitig wütend und traurig machen kann, aber die selben Zuschauer eine Woche später trotzdem wieder einschalten, dann hat sie einen Nerv getroffen, den (Pop)Kultur meistens verfehlt – selbst oder vielleicht gerade, wenn sie auf ihn zielt. George R.R. Martin ist das mit seinen Büchern gelungen, genau wie D.B. Weiss und David Benioff mit ihrer Adaption.

Der einzige Haken ist, dass die nächste Folge zwangsläufig weniger eindrucksvoll sein wird – und noch schlimmer, dass danach erst mal ein knappes Jahr Wartezeit ansteht. Der Winter naht. Aber vorher noch der Sommer und Herbst. Und dann der Frühling. Und erst dann die vierte Staffel von Game of Thrones.

 

Anmerkungen:

  • Zusätzlich zu den obligatorischen (und witzigen) Reaktions-Videos hat wohl kaum eine andere Folge so viele Internet-Memes inspiriert wie „The Rains of Castamere“.
  • Badass: Orell, der beim Sterben in einen Vogel „wargt“ und Jon aus der Luft angreift
Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=Kk8RydLg43A&w=480&h=270

Game of Thrones läuft in den USA bei HBO und in Deutschland ab Mitte Mai bei Sky Atlantic HD. Außerdem sind die Folgen nach der US-Ausstrahlung Sky Go abrufbar.

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  • funky
    18. Juni 2013 auf 18:08

    Einer der besten Folgen der gesamten Serie bisher.
    Für die Buchleser war es ja anscheinend nicht sooo überraschend, aber ich war wirklich platt als ich das gesehen habe!

    Werde mir jetzt beizeiten nochmal alle Folgen anschauen, da ich doch arge Probleme habe noch alle Leute zuzuordnen muss ich gestehen.

    • 19. Juni 2013 auf 08:32

      Aber für Buchleser war es natürlich trotzdem spannend, wenn sie jemanden neben sich auf der Couch hatten, den sie während der Folge beobachten konnten 😉

      Ich hab mir auch schon vorgenommen, nochmal alle drei Staffeln am Stück anzusehen. Die Bücher kenne ich zwar inzwischen, aber es gibt einfach unendlich viele Details, die ich in den frühen Folgen verpasst habe.

      Ich bin auch mal gespannt was passiert, wenn die Serie in ein paar Jahren die Bücher einholt. Schraubt Martin dann wohl sein Schreib-Tempo hoch?

      Die Besprechung der letzten Folge kommt übrigens noch, möglicherweise aber erst nach dem Urlaub (also in gut 2 Wochen).

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