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TV-Kritik: Game of Thrones – Der Norden vergisst nicht / The North Remembers (Staffel 2, Folge 1)

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TV-Kritik: Game of Thrones – Der Norden vergisst nicht / The North Remembers (Staffel 2, Folge 1)

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PopKulturSchock bespricht ab sofort die zweite Staffel von Game of Thrones, die in den USA auf HBO läuft und bei uns (ab Mai) auf Sky Atlantic – möglicherweise mit kleinen Spoilern für die aktuelle Episode, definitiv mit riesigen Spoilern für frühere Episoden und dafür komplett frei von Spoilern für kommende Episoden – nicht zuletzt weil bisher keiner von uns George R. R. Martins Romane gelesen hat. Deshalb bitte in den Kommentaren auch nicht über zukünftige Ereignisse sprechen (und ja, vage Andeutungen sind genau so schlimm wie richtige Spoiler!)

„The North Remembers“ heißt der Anfang der sehnsüchtig erwarteten zweiten Staffel von Game of Thrones. Der Zuschauer scheint allerdings – zumindest nach Ansicht des Senders – an Amnesie zu leiden: Bevor es endlich losgeht, bekommen wir erstmal eine langwierige Zusammenfassung der ersten Staffel. Buuh!

Ein Problem, mit dem Fernsehserien fast immer zu kämpfen haben, ist Konsistenz. Nur selten stammt alles vom selben Autor (Ausnahmen sind große Teile von Babylon 5 und West Wing), und gerade in Serien wie 24, die eine direkte zeitliche Abfolge vortäuschen, fällt die uneinheitliche kreative Handschrift  fast noch mehr auf als die gelegentlich wechselnden Frisuren der Darsteller. Gerade The Walking Dead, dass gerade seine zweite Staffel beendet hat, hatte (unter anderem) das Problem, dass bis zur Mitte der Season keine klare Richtung ersichtlich war. Zuviele Köche verderben bekanntlich den Brei, besonders wenn sie sich nicht einigen können, ob am Ende Rindergulasch oder Karamellpudding rauskommen soll. Bei Game of Thrones dagegen merkt man, dass alle am selben Strang ziehen. Und dass, was da auf der Herdplatte vor sich hin schmort, schmeckt so gut, dass man nach zehn Folgen mit leerem Teller und traurigem Gesicht vor dem Topf steht und mehr will.

Autor (und Serien-Produzent) George R.R. Martin und die beiden Showrunner David Benioff (25th Hour) und D.B. Weiss präsentieren die zweite Staffel (die auf dem Roman A Clash of Kings basiert –  aber um Zuschauer nicht noch mehr zu verwirren, heißt die Serie weiterhin Game of Thrones) als durchgehendes, in zehn Stücke geteiltes Narrativ. Wie es das Medium verlangt, hat zwar jede Folge ihren eigenen dramaturgischen Bogen. Trotzdem: Die Teile einzeln zu bewerten ist gegenüber einer Folge wie „The North Remembers“ kollossal unfair. Die muss schließlich in nur einer Stunde die Hauptfiguren neu vorstellen, eine Reihe neuer Charaktere einführen und die bevorstehenden Konflikte andeuten. Dass dabei der dramatische Bogen etwas kurz kommt, ist also nicht überraschend. Trotzdem kristallisieren sich Hierarchien als eine Art Mini-Thema der Folge heraus. An der Spitze der „Machtpyramide“ von King’s Landing steht Joffrey, der auch seiner Mutter deutlich macht wie sehr sie von seiner Gnade abhängig ist. Cersei wiederum wird von Littlefinger mit ihrem inzestuösen Geheimnis konfrontiert. „Wissen ist Macht“, behauptet der. Nach einer angetäuschten Hinrichtung durch ihre Wache korrigiert sie ihn: „Macht ist Macht“.

Der Buchtitel A Clash of Kings lässt vermuten, dass es um mehr als einen König geht; tatsächlich lernen wir in der ersten Folge einen neuen Anwärter auf den Thron kennen – Stannis Barathean, den Bruder des verstorbenen Königs. Der hantiert mit brennenden Schwertern, legt viel Wert auf den exakten Wortlaut seiner Korrespondenz und hat eine Begleiterin, die offenbar immun gegen Gift ist.

Im fernen Osten und im hohen Norden passiert derweil nicht viel neues: Während Daenerys mit ihren Drachenbabys und ihrer Mini-Karavane ziellos durch die Wüste stapft, gehen John Snow und die Nachtwache jenseits der Mauer auf Monsterjagd. Das einzige Monster auf das sie diese Woche treffen ist aber kein „White Walker“, sondern ein alternder Regent, der seine Töchter – und deren Töchter – schwängert und heiratet.

Die Folge endet trotzdem mit einem moderaten Knall. Dabei wäre der gar nicht nötig gewesen – Charaktere wie Tyrion Lanister und John Snow sind nach nur einer Staffel schon so vertraut und komplex, dass man gar nicht anders kann als Woche für Woche einzuschalten. „The North Remembers“ besteht– wie die ersten drei Folgen der ersten Staffel – fast ausschließlich aus Exposition und Setup. Aber die sind eben nötig, wenn man eine epische Geschichte erzählt. Und das tut im Fernsehen niemand besser als Martin, Benioff und Weiss mit Game of Thrones.

 

Anmerkungen:

  • Wer glaubt sonst noch dass Tyrion Lanister als neue Hand des Königs ein Garant für großes Kino ist?
  • Ich war schockiert, wie groß die Wölfe seit letzter Staffel geworden sind. Wachstumshormone?
  • In jeder anderen Serie wäre ein ermordetes Baby ein riesiger Schock. Bei Game of Thrones dagegen: Business as usual

youtube=http://www.youtube.com/watch?v=K102FtzwqpE&w=480&h=270

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  • traveller74
    5. April 2012 auf 15:24

    Der erste Teil der zweiten Staffel ist ja nicht schlecht, aber langsam lässt meine GoT-Begeisterung etwas nach – was fast mehr noch die Romane betrifft. „A Clash of Kings“ fand ich als Buch schon etwas zäh – viel Epos und relativ wenig Handlung. Mir wurde dann von diversen Lesern versprochen, dass Band drei, „Storm of Swords“ deutlich fulminanter sei. Mittlereile habe ich ein Drittel durch und so richtig hingerissen bin ich (noch) nicht. Martin schwelgt schon sehr in Szenenbeschreibungen und Schmuck-Dialogen. Da bin ich ganz froh, dass die TV-Serie – um wieder zum Thema zurückzukommen – zwangsweise etwas gestraffter ist.

    • 5. April 2012 auf 15:40

      Tatsache? Ich hab immer wieder gehört, dass die Serie mit Clash of Kings erst so richtig gut wird. Viele Leute mögen dafür die letzten zwei Bände nicht so sehr.

      Doof dass ich sie selber bisher nicht gelesen habe, vielleicht sollte ich das schnellstens nachholen. Andererseits bin ich auch begeistert davon, das Ganze als Serie zu verfolgen. Für mich im Moment so ziemlich das Beste, was das Medium Fernsehen zu bieten hat.

  • 22. Mai 2012 auf 20:20

    Mir hat die Serie bisher sehr gut gefallen und ich bin äußerst gespannt auf die nächste Staffel. Das müsste ja nun demnächst losgehen. Die Bücher kenne ich bisher nicht. Ich möchte auch erst einmal die Serie verfolgen.

    • 23. Mai 2012 auf 13:21

      Die zweite Staffel steht der ersten in nichts nach. Ich denke aber inzwischen doch, dass ich die Bücher mal lesen sollte (vielleicht tu ich das ja zwischen der zweiten und dritten Staffel). Die Handlung fängt auch (sagte man mir) in der zweiten Staffel an, von der Vorlage abzuweichen.

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