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TV-Kritik: Game of Thrones – The Bear and the Maiden Fair (Staffel 3, Folge 7)

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TV-Kritik: Game of Thrones – The Bear and the Maiden Fair (Staffel 3, Folge 7)

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Auch in der dritten Staffel steuert George R.R. Martin eine der besten Folge bei

Wie schon letztes Jahr besprechen wir die aktuelle Staffel von Game of Thrones, der HBO-Adaption von George R.R. Martins epischem Fantasy-Zyklus Ein Lied von Eis und Feuer. Diesmal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Inzwischen habe ich die bisher erschienenen fünf Bände gelesen, kann also die Handlung besser einordnen. Ich versuche, nichts aus kommenden Folgen zu verraten, aber es kann natürlich immer sein, dass sich hier und da ein Mini-Spoiler einschleicht.

Rechte: Home Box OfficeWenn Lied von Eis und Feuer-Mastermind George R.R. Martin selbst an ein Game of Thrones-Drehbuch Hand anlegt, dann kommt in der Regel etwas Besonderes heraus. Letztes Jahr war das Ergebnis die imposante Materialschlacht „Blackwater“, dieses Mal ist es „The Bear and the Maiden Fair“.

Im Mittelpunkt der Folge stehen die zahlreichen Paare von Game of Thrones. Tyrion soll Sansa Stark heiraten, was seine ohnehin strapazierte Beziehung zu Shae auf eine harte Probe stellt. Jon und Ygritte haben zwar die Ersteigung der Mauer überlebt, aber die Zeit arbeitet gegen sie. Mit dem eifersüchtigen Orell, gespielt von glupschäugigen Office-Veteran Mackenzie Crook, gibt Martin dem gesellschaftlichen Druck, der schwer auf der Beziehung der beiden wiegt, ein prägnantes Gesicht. Immerhin ist das Aufeinanderprallen der Kulturen für ein paar spaßige Momente gut, wie etwa wenn Ygritte eine Windmühe bestaunt als wäre sie ein königlicher Palast.

Robb Stark und seine Frau Talisa (bzw. Jeyne Westerling in der Buchvorlage) sind zwar verhältnismäßig glücklich, aber auch über den Ereignissen in Riverrun hängt eine konstante unheilvolle Aura, ob durch die giftigen Blicke von Mama Stark oder den blutigen Mord an den Lannister-Kindern und die daraus resultierende Hinrichtung des Verbündeten Rickard Karstark. Liebesglück ist in Westeros ähnlich vergänglich wie in den Fernsehserien von Joss Whedon, und in den meisten Fällen ist es nur eine Frage der Zeit, bis tragische Umstände die Beziehungen gewaltsam auseinander reißen.

Rechte: Home Box OfficeGeorge Martin hat augenscheinlich besonders viel Spaß mit Charakteren wie Orell oder dem sadistischen Locke (Noah Taylor), Figuren also, die in dieser Form nicht in den Büchern vorkommen, und die mehrere Rollen in sich vereinen. Klar, denn wer hat schon Lust, die selben Dialoge zweimal schreiben? „The Bear and the Maiden Fair“ besteht zum größten Teil aus Charaktermomenten und Dialogen, es ist keine actionreiche Event-Folge wie „Blackwater“ oder zuletzt „And now his Watch has Ended“. Langweilig ist das trotzdem nicht; die Interaktion zwischen den Figuren, die in Game of Thrones ohnehin immer gut ist, ist eine von George R.R. Martins besonderen Stärken, und daher noch fokussierter als sonst.

Ein gutes Beispiel für eine solche Interaktion ist die erneute Demonstration von Daenerys Targaeryens brachiale Diplomatie, die Antwort auf einen plumpen Versuch, sie loszuwerden und mit Gold abzuspeisen. Im Kontrast zur Verbrennung des Sklavenhändlers in Astapor ist die Verhandlung fast schon „Daenerys light“– mit ihren Bestechungsversuchen – und der naiven Idee, das Gold am Ende wieder mitzunehmen, verärgern der Bote und seine ängstlichen Sklaven zwar die Drachenmutter und ihre „Babies“, kommen aber trotzdem mit dem Leben davon.

Außerdem zeigt „The Bear and the Maiden Fair“ wieder einmal, wie nahtlos die digitalen Effekte in Game of Thrones integriert sind. Von Daenerys zunehmend bedrohlichen Drachen bis zur Bootsfahrt durch das epische Trümmerfeld der Schlacht von Blackwater hat man so gut wie nie das Gefühl, etwas künstliches zu sehen, und insgesamt erreichen die visuellen Effekte einen Standard, der bis vor ein paar Jahren nicht einmal im Kino möglich war, geschweige denn im Fernsehen.

Rechte: Home Box OfficeTrotzdem kommt das spektakuläre – und namensgebende – Ende ohne Computereffekte aus, als Jaime Lannister in seinem heroischsten Moment in die Grube springt, um Brienne vor den Pranken des blutdurstigen Bären, gespielt von der gutperfekt dressierten Kinolegende Bart the Bear (The Next Generation!) zu retten.

„The Bear and the Maiden Fair“ endet auf einer ungewohnt versönlichen Note, aber für die meisten Figuren sieht die Zukunft nicht rosig aus. Arya ist in den Fänge von Sandor „The Hound“ Clegane, und am Horizont drohen Tyrions und Sansas Hochzeit, das Wiedersehen mit Walder Frey und der Sturm auf Castle Black, von Theon Greyjoys Zukunft (und Gegenwart) ganz zu schweigen.

Es ist wahrscheinlich kein all zu großer Spoiler wenn man verrät, dass A Song of Ice and Fire für die meisten Figuren eine langsame, unausweichliche Talfahrt ist. George R.R. Martins Game of Thrones-Folge illustriert diese Idee ungewöhnlich klar – sie beginnt mit einem Adler, der hoch oben der Luft stolz seine Kreise zieht und endet mit dem Klageschrei eines verwundeten Bären, tief in einer dreckigen Grube in Harrenhal. Eines Bären, der sich glücklich schätzen kann, dass er überhaupt noch lebt.

 

Anmerkungen:

  • Aaargh… was ist mit Folge 5 und 6 passiert? Antwort: Die beiden Kritiken ruhen als halbfertige Word-Dokumente in meinem Desktop. Ich hätte beide mit 2 benotet, aber ich hatte so wenig Interessantes darüber zu sagen, das die Artikel den „würde ich das bis zum Ende lesen?“-Test nicht bestanden haben
  • Äpfel oder Kutschen – wie groß sind die Schädel von Daenerys Drachen, fragt sich Joffrey in einer der besten Szenen der Folge. Die Antwort ist näher am Apfel, mit Tendenz in Richtung Kutsche
  • Theons Geschichte könnte man als „Zuckerbrot und Peitsche“ beschreiben… wenn Peitschen rasiermesserscharfe, in Säure getränkte Zacken hätten

Game of Thrones läuft in den USA bei HBO und in Deutschland ab Mitte Mai bei Sky Atlantic HD. Außerdem sind die Folgen nach der US-Ausstrahlung Sky Go abrufbar.

Trailer zu “The Bear and the Maiden Fair”:
http://www.youtube.com/watch?v=KL1hG3xrKb0&w=480&h=270
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  • 21. Mai 2013 auf 10:03

    Ja, hat mir auch ganz gut gefallen die Folge. Da ich allerdings nach (dem englischen) Buch 3 Schluss gemacht habe, ist mir ehrlich gesagt nicht so ganz klar, wohin die ständigen Folterszenen von Theon Greyjoy führen sollen. Die stehen für mich immer irgendwie daneben…

    • 21. Mai 2013 auf 13:37

      In den Büchern muss man sich später rekonstruieren was passiert ist, da Theon im 3. und 4. Band gar nicht vorkommt. Aber – wenn du den fünften Band liest, wirst du sehen, dass es tatsächlich nicht ins Leere läuft.

traveller74Lars eine Antwort hinterlassen
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