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TV-Kritik: Game of Thrones – Garden of Bones (Staffel 2, Folge 4)

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TV-Kritik: Game of Thrones – Garden of Bones (Staffel 2, Folge 4)

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Joffrey Lannister auf den Spuren von Patrick Bateman

PopKulturSchock bespricht die zweite Staffel von Game of Thrones, die in den USA auf HBO läuft und bei uns (ab Mai) auf Sky Atlantic HD – möglicherweise mit kleinen Spoilern für die aktuelle Episode, definitiv mit riesigen Spoilern für frühere Episoden und dafür komplett frei von Spoilern für kommende Episoden. Nachdem Desirée letzte Woche übernommen hat, reiße ich die Besprechung wieder an mich.

Game of Thrones-Fans, freut euch! Während der letzten drei Wochen hatte ich mich langsam gefragt, wann Westeros sich endlich aus der kollektiven Handlungsstarre löst. An der Oberfläche war die Qualität der letzten Folgen zwar nicht wesentlich anders als man sie von der (seien wir mal ehrlich) perfekten ersten Staffel gewohnt war, aber die Last der Exposition war so schwer, dass sie das Potential für echtes Drama größtenteils im Keim erstickt hat. „Garden of Bones“ befreit sich endlich von dieser Last. Das Autorenteam benutzt die neuen Charaktere ähnlich selbstbewusst wie die etablierten und kommt schnell zur Sache. Neue Schauplätze gibt es zwar trotzdem – diese Woche direkt zwei – aber die Handlung rollt unaufhaltsam voran. Außerdem ist sie finsterer als gewohnt, selbst für das Game of Thrones-Universum, in dem es ja auch sonst nicht gerade Teddybären und Luftballons regnet. „Garden of Bones“ wartet, wie der Titel vermuten lässt, mit mehr Folter und Tod auf als sonst. Noch mehr.

Eine besonders finstere Szene diese Woche ist das Folter- (mit einem pro forma-Verhör) und Hinrichtungs-Ritual in Harrenhal, das Arya und Gendry mitansehen müssen, und das sich freundlich als „Tod-durch-Ratte“ gefolgt von „Kopf-auf-Stange“ beschreiben lässt. Noch mehr ins Mark geht aber eine Szene mit Joffrey und zwei Prostituierten (nachdem er vorher Sansa vor dem Hof gedemütigt hat), die mich zu dem Schluss bringt, dass a) die Macher der Serie offenbar die unbegründete Befürchtung haben, man könnte Joffrey immer noch für zu nett halten und b) George R.R. Martin beim Schreiben von A Clash of Kings nicht versucht hat, seine Faszination für American Psycho zu verstecken. Ähnlich wie bei Bret Easton Ellis‘ Roman wird mir ein bisschen flau in der Magengrube, wenn ich an die Szene denke.

Deutlich weniger trostlos sind die Dialoge, die diese Woche noch eine Spur geschliffener und witziger sind als sonst. So wie Joss Whedon in The Avengers wringt Episoden-Autor David Petrarca aus den Figuren unglaublich viel Charakter-spezifischen Humor heraus- in manchen Fällen mehr, als man in ihnen vermutet hätte.

Der Star ist auch diese Woche Tyrion Lannister, die absurderweise gleichzeitig manipulativste und sympathischste Figur in Game of Thrones (in der Version des Game of Thrones– „Writers Room“ in meinem Kopf duellieren sich Autoren bis zum Tod, um Tyrions Dialoge schreiben zu dürfen). In King’s Landing, mitten in der Höhle des Löwen, balanciert er gefährliche Charaktere wie Cersei (diese Woche abwesend), Joffrey und Littlefinger zu seinem eigenen Vorteil und kommt trotz allem – ähnlich wie der Clint Eastwood-Charakter in Sergio Leones Dollar-Trilogie – als Charakter mit einem Miniumum an Integrität und sogar gewissen (gemessen an seinem Umfeld) ethischen Standards heraus.

Robb Stark gewinnt eine Schlacht gegen die Lannister-Armee, sehr zum Missfallen von Joffrey, während Daenerys und ihre kleine (wie sie mitleidig-euphemistisch genannt wird) Dothraki-Horde versuchen derweil Einlass in die ummauerte Stadt Quarth (ausgesprochen „Karth“, nicht „Qu-arth“) zu erlangen; allerdings wollen die gut genährten Stadtväter erst ihre Drachen sehen.

Game of Thrones endet gerne auf einem Cliffhanger, und auch die letzte Folge hat damit aufgehört, dass Arya und Gendry gefasst wurden. Dieses Mal ist die letzte Szene weniger spannend sondern eher ein what-the-fuck-Moment, der ein neues, übernatürliches Element in die Handlung einführt. Im Ernst, Game of Thrones, what the fuck?!

Mit „Garden of Bones“ sind Vorspiel und Exposition vorbei, und das Drama kommt ins Rollen. Ob es so unaufhaltsam weiterrollt (und mit ihm der eine oder andere Kopf) wie in der ersten Staffel  bleibt abzuwarten, aber mit „Garden of Bones“ beweist Game of Thrones wieder, warum ihm in seinen besten Momenten keine andere Serie das Wasser reichen kann.

 

Anmerkungen:

  • Ein Zeichen dafür wie deprimierend die Szenen in Harrenhal waren: Das Auftauchen von Tywin Lannister war eine riesige Erleichterung
  • Joffrey war diese Woche so psychopathisch , dass sogar der „Hound“ skeptisch geguckt hat. Hut ab!
  • War uns nicht versprochen worden, dass diese Staffel die großen Schlachten gezeigt werden? Ein Wolf der auf die Kamera zuspringt – egal wie cool das aussieht – ist keine Schlacht!

http://www.youtube.com/watch?v=qPDp-MWyflM&w=480&h=270

 

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