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TV-Kritik: Game of Thrones – Dark Wings, Dark Words (Staffel 3, Folge 2)

Fernsehen

Game of Thrones erweitert die ohnehin riesige Besetzung um ein paar interessante neue Charaktere

Wie schon letztes Jahr besprechen wir die aktuelle Staffel von Game of Thrones, der HBO-Adaption von George R.R. Martins epischem Fantasy-Zyklus Ein Lied von Eis und Feuer. Diesmal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Inzwischen habe ich die bisher erschienenen fünf Bände gelesen, kann also die Handlung besser einordnen. Ich versuche, nichts aus kommenden Folgen zu verraten, aber es kann natürlich immer sein, dass sich hier und da ein Mini-Spoiler einschleicht.

Rechte: Home Box OfficeFür Zuschauer die sich jetzt, in der dritten Staffel von Game of Thrones noch immer beschweren, dass die Geschichte so zerfasert ist, und sich wünschen, dass die Serie bald wieder so übersichtlich wird wie in der ersten Staffel, gibt es schlechte Nachrichten. Ab jetzt wird die Handlung nur noch diffuser – und wen das stört, der sollte schleunigst die Handbremse ziehen und aussteigen.

In gewisser Hinsicht ist George R. R. Martins epische Fantasy die Antithese zu Robert Kirkmans The Walking Dead. Nicht unbedingt was die Qualität angeht –ich stehe nach wie vor hinter The Walking Dead, sondern in Punkto Erzählformat. In beiden Serien – sowohl in Vorlage als auch TV-Version – spielen versprengte Gruppen von Überlebenden eine Rolle, aber während The Walking Dead seine Charaktere immer wieder zusammenführt und Handlungsstränge konsequent abzuschließt, macht Game of Thrones mehr und mehr Schaupätze auf und löst sich außerdem zunehmend vom Serienformat.

„Dark Wings, Dark Words“ ist in dieser Hinsicht noch konsequenter als frühere Folgen und hätte mit fast jeder Szene enden können. Das ist keine Kritik, macht es aber schwer, die Episode als Einheit zu besprechen.

Rechte: Home Box OfficeNach wie vor entsprechen fast alle Charaktere ihren Pendants aus der Buchvorlage, während die Autoren mit Ereignissen und zeitlichen Abläufen zunehmend frei umgehen. Bestes Beispiel ist die Folter von Theon Greyjoy, die George R.R. Martin in der Buchserie für den fünften Band aufgespart hat. Ähnlich wie letzte Woche mit Barristan Selmy ziehen Benioff und Weiss die Enthüllung vor, um die Zuschauer nicht unnötig zu verwirren.

Auch so ist es nicht immer leicht mitzukommen – auch diese Folge werden neue Gesichter eingeführt, neben sichtlich gealterten bekannten Figuren wie Arya und Brann. Ein neuer Charakter ist zum Beispiel Margaerys Tyrells scharfzüngige Großmutter Olenna, perfekt besetzt mit Diana Rigg. Wenn man den ersten Schock überwinden hat  (Emma Peel ist alt?!!), fällt auf, dass Nataly Dormer (Margaery) der jungen Diana Rigg durchaus ähnlich sieht. Außerdem spielt Rigg neben Tyrion und Jaime Lannister einen der wohl unterhaltsamsten Charaktere der Serie.

Die beiden besten Szenen in „Dark Wings Dark Words“ stammen beide nicht aus Sword of Storms: Catelyn Stark teilt mit ihrer Schwiegertochter Talisa eine emotionale Erinnerung an „Bastard“ Jon Snow und Margaery lässt sich Joffreys Armbrust zeigen – und stellt sich, anders als Sansa Stark, immer mehr als ebenbürtige Widersacherin für Cersei Lannister heraus.

Rechte: Home Box OfficeDas Duell zwischen Jaime Lannister und Brienne von Tar kommt dagegen direkt aus der Buchvorlage; deren Reise nach Kings Landing scheint zwar ewig zu dauern, kann aber für meinen Geschmack gar ncht lang genug sein. Nikolaj Coster-Waldau ist zur Zeit in Hollywood groß im Geschäft – er spielt unter anderem in Mama und Oblivion mit, die beide diese Woche anlaufen (Besprechungen folgen) – aber seine Paraderolle bleibt der zynische Jaime Lannister, der in Brienne of Tar den perfekten Gegenpart hat.

Interessante neue Charaktere sind eine Reihe von „Wargen“, die sich Kraft ihrer Gedanken in Tiere versetzen können: Office– und Pirates of the Carribean-Veteran MacKenzie Crook sowie Jojen Reed und seine Schwester Meera, die im Buch deutlich früher auftreten.

Wie ich anfangs schon gesagt habe, wird es zunehmend schwer, Game of Thrones auf einer Woche-zu-Woche-Basis zu bewerten. Benioff, Weiss und Martin gehen meisterhaft mit den Handlungssträngen um, aber Anfang und Ende der einzelnen Episoden werden weniger durch die Dramaturgie, als durch den Drehplan diktiert. Damit funktioniert „Dark Wings, Dark Words“ nicht wie eine herkömmliche TV-Episode, sondern wie ein Kapitel eines Buches. Das mag auf kurze Sicht frustrierend sein, für das Gesamtwerk Game of Thrones ist diese Struktur ein riesiger Vorteil – und für das Medium Fernsehen ist sie revolutionär.

 

Game of Thrones läuft in den USA bei HBO und in Deutschland ab Mitte Mai bei Sky Atlantic HD. Außerdem sind die Folgen nach der US-Ausstrahlung Sky Go abrufbar.

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=dYgpEMlcQgc&w=480&h=270

 

 

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