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TV-Kritik: Doctor Who – Folge 2: Der Sternenwal (The Beast below)

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TV-Kritik: Doctor Who – Folge 2: Der Sternenwal (The Beast below)

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PopKulturSchock bespricht die fünfte Staffel von Doctor Who, einer der kreativsten (und in Deutschland am sträflichsten vernachlässigten) Sci-Fi-Serien überhaupt – mehr oder weniger frei von Spoilern für die aktuelle Episode, möglicherweise aber mit Details zu früheren Folgen. You have been warned.

Der gerade erst regenerierte Doctor und seine Gefährtin Amy Pond haben sich gerade erst gefunden, und nachdem sie in der letzten Folge direkt die Welt vor der sicheren Zerstörung retten mussten, genießen sie ihr neues Leben im All: Touristen in Raum und Zeit, immer auf der Suche nach einem neuen Abenteuer.

Aber auch die zweite Folge der fünften Staffel ist von Showrunner Steven Moffat, und der ist nicht gerade für helle und freundliche Doctor Who-Folgen bekannt. Und tatsächlich: Der Sternenwal ist zwar ein traditionelles Doctor Who-Abenteuer, zumindest für ältere Kinder durchaus geeignet – aber das englische Sternenschiff, das der Doctor und Amy knapp 1300 Jahre in der Zukunft entdecken und das die Reste der menschlichen Zivilisation beherbergt, wird beherrscht von albtraumhaften Puppen, die Dissidenten an das geheimnisvolle „Beast below“ verfüttern (was das betrifft, ist die deutsche Übersetzung des Titels übrigens ärgerlich spoilerig.

Der Sternenwal ist eine Doctor Who-Wundertüte: Ein typisches Abenteuer, gleichzeitig ein kleiner politischer Kommentar, und vor allem eine emotionale Achterbahnfahrt, denn Amy und der Doctor müssen sich nach der ersten Euphorie erstmal zusammenraufen. Der Konflikt gegen Ende der Folge ist erstens nicht ohne, verrät zweitens viel über die Persönlichkeit beider und führt drittens dazu, dass sie am Ende sehr eng zusammenrücken.

Genau wie Fünf vor Zwölf ist Der Sternenwal eine wirklich gute, aber keine brilliante Folge, und zwar aus den gleichen Gründen: Die Story ist solide und spannend, muss aber vor allem als Katalysator für die sich verändernde Beziehung zwischen Doctor und Amy herhalten. Dadurch kann Moffat nicht sein volles Potenzial ausschöpfen (wie es ihm zum Beispiel bei der ersten Sherlock-Folge gelingt).

Seine Themen sind aber durchaus zu erkennen: Es geht mal wieder wenigstens periphär um Kinder und Unschuld, und es geht, wie in seinen besten Folgen, um das Unbewusste; etwas, das immer am Rande des Bewusstseins lauert aber nie zu fassen ist.

Überspringen sollte man diese Folge nicht, wegen der sich entwickelnden Beziehung zwischen dem Doctor und seiner Begleiterin, und weil sie einfach Spaß macht; schließlich will Doctor Who nicht nur finsteres Sci-Fi- und Charakterdrama sein, sondern gelegentlich einfach eine kleine Achterbahnfahrt. Der Sternenwal ist eine mit Looping.

Anmerkungen:

  • Kleines Mädchen zu Amy: „You’re Scottish!“ – „Yeah! What’s wrong with that?“ – Da sieht man Herrn Moffats Nationalstolz die Arme vor der Brust verschränken!
  • Paragliding im All? Ja, ich auch, bitte!
  • Amy Pond ist ein gepflegtes Mädchen, mit glänzenden Haaren und (auch im All) perfekt lackierten Fingernägeln. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie in einem Haufen klebriger, ORGANISCHER Matsche landet und das mit einem Schulterzucken abtun würde? Öhm… ja, genau.

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  • 28. Dezember 2011 auf 10:15

    „in Deutschland am sträflichsten vernachlässigt“ trifft es wohl ganz gut. Ich habe als jemand, der eigentlich jeden Scyfy- und Fantasy-Kram aufsaugt wie ein trockener Schwamm, noch nie auch nur eine Folge Doctor Who gesehen. Sträflich, I KNOW! 😉

    Ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen! Kannst Du mir einen Tipp geben, ab welcher der vielen Staffeln man da einsteigen könnte? Oder sind die so zusammenhängend, dass man bei Adam und Eva anfangen sollte? Habe gelesen, dass der Doc schon verschiedene Schauspieler bzw. Reinkarnationen hatte…

    BTW, toller Blog hier, werd mal noch ein wenig rumlesen 😉

    • 28. Dezember 2011 auf 12:29

      Auch wenn die Frage jetzt nicht direkt an mich ging, schalte ich mich mal ein – als Who-Aufwärmübung sozusagen, da ich Desirée diese Woche vertrete.

      Fang nicht bei Adam und Eva an! Ich würde empfehlen mit der ersten Russell T. Davies-Staffel mit Christopher Eccleston zu beginnen (das quasi-Reboot von 2005) und dich dann von da aus nach vorne zu arbeiten (also durch 1x Eccleston, 2x David Tennant und jetzt 2x Matt Smith).

      Oder aber du guckst aus den letzten Staffeln ein paar essentielle Folgen (Dalek, The Empty Child, The Doctor Dances, Blink, Silence in the Library, Forests of the Dead) und steigst dann bei der ersten Matt Smith-Folge ein – und holst später Tennant und Eccleston nach. Damit kannst du eigentlich nichts falsch machen. Alle Staffeln sind so angelegt, dass man ohne große Probleme einsteigen kann.

      Es gibt auch noch die Spin-Offs Torchwood (übrigens ein Anagram von Doctor Who) und die Sarah Jane Chronicles; beide würde ich aber nur bedingt empfehlen.

  • 2. Januar 2012 auf 09:34

    ok, danke für den Tipp! Also 1x Eccleston, 2x David Tennant und jetzt 2x Matt Smith! 😉

    • 2. Januar 2012 auf 11:39

      3x Tennant. „Blink“ würde ich selbst bei der Minimal-Version auf keinen Fall auslassen.

      Oder – noch besser – 13x Eccleston und 39x Tennant 🙂

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