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Grundkurs Community

Fernsehen

Acht Gründe, die neue Pro Sieben-Sitcom zu gucken

Nachdem Community drei Jahre lang mit Lob überhäuft worden ist (zumindest seitens der Kritiker), hat sich Pro Sieben endlich ein Herz gefasst und die Sitcom nach Deutschland geholt – obwohl die Einschaltquoten im amerikanischen Fernsehen hätten besser sein können.

Warum man der Show über sieben sehr, seeeehr unterschiedliche Studenten in einem wenig prestigeträchtigen Community College eine Chance geben sollte (obwohl man samstags mittags vielleicht eigentlich was Besseres vorhätte):

1) Konsistenz

Selbst den Autoren von Spitzen-Sitcoms wie How I Met Your Mother oder The Big Bang Theory gehen gelegentlich die Ideen aus und die Schauspieler quälen sich tapfer durch eine uninspirierte Folge. Die von Community scheinen das Geheimnis der ewigen Genialität zu kennen. Nicht nur bleibt die Qualität gleich, sie steigert sich von Folge zu Folge.

2) Kreativität

Community ist die kreativste Sitcom seit Arrested Development, jede Episode ist eine Wundertüte: Romantische Komödie, Screwball-Comedy, Mafia-Drama, Horrorfilm – die Momente von Community scheinen länger zu sein als die anderer Shows, zumindest passt all das in 21 magere Minuten.

3) Die Rückkehr von Chevy Chase

Chevy Chase ist eine Comedy-Legende, in einer Liga mit Steve Martin und Bill Murray. Nachdem man die Hoffnung auf Fletch 3, Die Drei Amigos 2 oder die Rückkehr der Griswolds irgendwann in den 90ern mit knirschenden Zähnen begraben musste, bringt Community Millionen betrübter Chevy Chase-Fans Erleichterung: eine wöchentliche Dosis. Und The Hangover’s Ken Jeong als gemeiner chinesisch-stämmiger Spanischlehrer Senyor Chang macht auch jede Minute Screentime zur Party.

4) THE GROUP

Keiner der Charaktere könnte alleine eine Show tragen (nichtmal Chevy Chase), aber die Dynamik innerhalb der Gruppe ist großartig. Und Community findet für seine Charaktere die perfekte Balance: unterhaltsam nervtötend, aber gleichzeitig so liebenswert, dass einem die ganze Spanisch-Lerngruppe unverschämt schnell ans Herz wächst.

5) Abed

Auf den ersten Blick ähnelt Abed einem niedlichen Insekt – vielleicht einem Grashüpfer – in einem Pixar-Film; auf den zweiten ist er ein absoluter Über-Nerd mit mäßig entwickelter sozialer Kompetenz. Aber heimlich ist er ein Held: Abed kann alles, Abed weiß alles, Abed hört alles. Und vor allem…

6) Eine TV-Show ist eine TV-Show ist eine TV-Show

… ist Abed Meta-Man. Er sagt gerne voraus, was als nächstes passieren muss, damit die Show dramaturgisch sinnvoll bleibt, gibt gelegentliche Off-Kommentare und begrüßt uns am Anfang der zweiten Staffel mit: „Aaaand we’re back!“ Community ist sich jederzeit bewusst, dass es eine TV-Show ist, und macht sich gnadenlos über sich selbst lustig.

7) Popkultur-Zitate

Community zitiert und parodiert als gäbe es kein Morgen mehr. Die Autoren haben offensichtlich in den letzten 15 Jahren nichts anderes getan als Popkultur zu konsumieren, und spucken sie jetzt – nach eingehender Verdauung – wieder aus, genial vermengt mit den dramatischen Bögen der Serie und perfekt zugeschnitten auf die Charaktere.

8) Absurdität

Die Autoren scheinen Community als fiktives Labor für menschliches Verhalten zu betrachten, jedenfalls schicken sie ihre Charaktere in die absurdesten Richtungen – so weit wie sonst nur animierte Shows wie Family Guy oder South Park. Wirklich beeindruckend daran ist, dass Community sie nicht nur immer wieder sicher zurückholt, sondern dabei außerdem weder die Integrität seiner Charaktere noch den großen dramatischen Bogen opfert.

PS: So dankbar ich Pro Sieben auch dafür bin, dass der Sender Community nach Deutschland gebracht hat – die Synchronisation reicht leider trotzdem nichtmal annähernd ans Original heran.

Eure Meinung zum Artikel
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Antworten
  • George
    12. Mai 2012 auf 22:14

    Eine der besten Serien, die seit langer Zeit das 20-Minuten-Format hervorgebracht hat. Und ich bin SEHR froh, dass der Hiatus in der dritten Staffel endlich vorrüber ist. Eine Serie die gnadenlos alles richtig macht. Das habe ich bei den 40-Minuten-Formaten schon immer wieder bemerken können, aber das kürzere Comedy-Format ist oft unterfordert.

    • 13. Mai 2012 auf 14:37

      …obwohl mal der Fairness halber einräumen muss, dass es in den letzten Jahren neben Community noch eine Handvoll anderer Arrested Development-beeinflusster 20-Minüter gab/gibt wie Parks & Recreation oder Better off Ted (inzwischen abgesetzt), die in der selben Liga mitspielen. Was dagegen die „klassische“ Sitcom mit ihren eingespielten Lachern angeht – auch wenn How I Met Your Mother und Big Bang Theory immer noch ab und zu gute Folgen abwerfen, sehen die für mich inzwischen wie staubige Relikte aus einer anderen Ära aus.

      Jedenfalls ist es toll, dass es eine vierte Staffel von Community geben wird – und vielleicht (wenn die Einschaltquoten der anderen Serien schlecht genug sind) werden es ja sogar noch mehr als die bestellten 13 Folgen.

      • George
        13. Mai 2012 auf 18:42

        Parks & Rec mag ich SEHR gern und ich würde auch noch Modern Family deiner Liste hinzufügen wollen. Und der Anfang von New Girl (die sich leider mit jeder Folge weiter vom umwerfenden Piloten entfernt.) Better Off Ted kenne ich nicht, schreibe ich aber sofort auf!

        Die Lacher-Sitcoms schaue ich mir nicht mehr an – außer natürlich der NKFOM-Show (Muhahaha) -, da scheint mir auch nicht wirklich etwas gutes Neues aufzutauchen. Ich hatte es mal mit 2 Broke Girls versucht, aber auf Dauer macht das keinen Spaß. Ich glaube dieses Format neigt sich dem Ende zu.

        Und was die vierte Community Staffel angeht: Six Seasons And A Movie!

  • 13. Mai 2012 auf 15:09

    Gibt es auch ein Beispiel dafür, was sie alles zitieren? 🙂
    Leider (oder zum Glück) habe ihc kein Pro7 mehr. Schlechte Synchronisationen finde ich jetzt manchmal richtig zum Heulen. Ich habe Iron Man 2 die Woche kurz im Fernsehen gesehen. Schrecklich. Diese unsexy Stimme wird der Stimme von Robert Downey Jr. absolut nicht gerecht!

    • 13. Mai 2012 auf 15:33

      Eins mein Lieblingsbeispiele in der ersten Staffel ist die Paintball-Folge „Modern Warfare“, die nicht nur unzählige post-apokalyptische Sci-Fi-Filme zitiert (u.a. Terminator) sondern nebenbei noch den John Woo Klassiker A Better Tomorrow.
      Schöner Zusammenschnitt zur Musik von Inception: http://www.youtube.com/watch?v=dlz8S4t0HUY

      Deutsche Synchronisation von Serien ist ein Thema für sich…

      • 13. Mai 2012 auf 15:45

        Hmmm, vielleicht sollte ich mir doch eine ganze Episode anschauen…. :S
        Die ganzen Paintball Waffen erinnern mich daran, dass ich heute mal wieder Lasertaggen gehe 😀

        • 13. Mai 2012 auf 16:40

          Ja, unbedingt. Die Serie fängt mittelmäßig (aber auf jeden Fall guckbar) an und wird dann langsam aber sicher immer besser.

          Viel Glück/Erfolg beim Lasertag! Definitiv schmerzfreier als Paintball spielen.

  • 5. Juni 2012 auf 01:05

    Ich habe vor kurzem angefangen, „Community“ zu schauen, und nachdem ich die ersten paar Folgen nicht so toll fand, bin ich jetzt total im „Community“-Fieber. Ich weiß aber noch nicht so genau, ob ich es besser als „Arrested Development“ finden soll. Und wo ich HIMYM einordne.

    • 7. Juni 2012 auf 18:42

      Besser als How I Met Your Mother finde ich es definitiv – die Show ist einfach so viel kreativer und abenteuerlustiger. Bei Arrested Development bin ich auch unschlüssig. Die zweite Staffel wird übrigens sogar noch ein bisschen besser.

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