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The Walking Dead Season 1

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The Walking Dead Season 1

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(Un)Totgesagte leben länger

Vorteil der Zombie-Apokalypse: Nie mehr Berufsverkehr.

„Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück“ hieß 1978 die Tagline zu George A. Romeros Zombie-Klassiker Dawn of the Dead. Offenbar ist die Hölle zur Zeit besser besucht als ein Freibad am heißesten Tag des Jahres, denn Zombies sind überall. Anstatt weiter auf den Regalen der Videotheken einzustauben, erheben sich die unappetitlichen Gestalten seit ein paar Jahren wieder aus ihren feuchten Gräbern und schleppen sich durch Kinofilme, Comics und jetzt auch eine TV-Serie:

The Walking Dead lief vor ein paar Monaten auf dem US Kabelsender AMC, der mit Serien wie Mad Men und Breaking Bad dem Pay-TV Giganten HBO (Band of Brothers, Die Sopranos) Konkurrenz macht. In Deutschland lief sie auf dem Bezahl-Sender Fox, die DVD/Blu-ray ist aber bisher nur als Import erhältlich. Eine Zombie TV-Serie wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, aber die Zeiten haben sich geändert:

Die fauligen Untoten sind inzwischen so Mainstream-kompatibel, dass die Pilotfolge ein riesiger Erfolg war und mehr oder weniger sofort eine zweite Staffel bestellt wurde.

Im Mittelpunkt der Geschichte, einer freien Adaption der Comic-Serie von Robert Kirkman, steht der Polizisten Rick Grimes, der nach langem Koma in einem leeren Krankenhaus aufwacht. Inzwischen ist die Welt von Zombies überrannt worden, nur eine Handvoll Menschen schlägt sich in der postapokalyptischen Wildnis durch, auf der Suche nach Überbleibseln der Zivilisation. In guten Zombie-Dystopien geht es oft um den rasanten Zerfall der Gesellschaft. Der hat bei The Walking Dead schon stattgefunden. In Kirkmans und Darabonts „Post-Zombie-Apocalypse“ Drama geht es vor allem um die selbstzerstörerische Dynamik unter den verzweifelten  Überlebenden, die versuchen, sich die behäbigen (aber sehr ansteckenden!) Untoten vom Leib zu halten.

Verantwortlich für die Serie ist Frank Darabont, Regisseur der schmerzhaften Stephen King Verfilmung Der Nebel, vor allem aber bekannt durch die Gefängnis -Dramen The Shawshank Redemption (Die Verurteilten) und The Green Mile. Die stammen zwar auch aus der Feder von Meister King, haben aber nur wenig mit Horror zu tun. Auch The Walking Dead ist in erster Linie ein Charakterdrama. Die Zombies – erstklassig eklig dank Makeup-Legenden Greg Nikotero und Howard Berger – dienen vor allem als Bedrohung von außen, die die unterschiedlichen Charaktere zusammenschweisst – oder gegeneinander aufbringt.

Die Pilotfolge ist nicht nur aufwendig produziert, sondern auch geschickt erzählt: Wir lernen die fremdartige, „zombifizierte“ neue Welt durch die unbedarften Augen von Rick kennen, auf den hinter jeder Ecke eine Überraschung wartet. Leider fehlt Darabonts Serie der Atem, um das hohe Niveau des Piloten zu halten. Nach einiger Zeit ist eine Dynamik zwischen den Figuren etabliert, die Welt ist bekannt und die Handlung hält zu wenige Überraschungen bereit. Dazu kommt, dass das Ende der sehr kurzen ersten Staffel nur bedingt aufregend ist.

Schade, denn die Geschichte an sich hat mehr als genug dramatisches Potential. Es bleibt die Hoffnung, dass sich Darabont und sein Team auf die Stärke des Ausgangsmaterials besinnen. Immerhin – Gerüchten zufolge soll nicht nur Comic-Autor Kirkman, sondern auch Stephen King eine Folge für Staffel 2 schreiben.

Unterm Strich ist die erste Season von The Walking Dead trotzdem spannendes Fernsehen, an dem vor allem für Genre-Liebhaber aber auch für Fans von gutem Charakter-Drama kein Weg vorbei führt. Nur wäre eben noch mehr drin gewesen. Bleibt zu hoffen, dass im zweiten Jahr, das in den USA im Herbst beginnt, die dramatische Schraube der Serie deutlich fester angezogen wird.

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