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Spiel-Kritik: The Legend of Zelda – Skyward Sword (Wii)

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Spiel-Kritik: The Legend of Zelda – Skyward Sword (Wii)

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Grüner Mantel mit Zipfelmütze, verziertes Schwert und glitzernder Schild. Wenn man ihn kennt, erkennt man ihn sofort: Vor  25 Jahren ist der kleine, grüngewandete Link zum ersten Mal in einem von Nintendos Legend of Zelda-Spielen aufgetreten. Seitdem ist aus ihm nicht nur ein weltberühmter Videospiel-Charakter geworden, sondern auch eine der ikonischsten Heldenfiguren unserer Zeit.

Das letzte Spiel der Zelda-Reihe, Twilight Princess, war einer der Start-Titel von Nintendos Wii. Dass also der Nachfolger Skyward Sword gegen Ende des Konsolen-Zyklus (der HD-taugliche Nachfolger steht schon für 2012 in den Startlöchern) erscheint, sorgt für eine schöne Symmetrie: Die Wii beginnt und endet mit Zelda.

Wie fast jeder Zelda-Titel folgt Skyward Sword, eine gewohnt-gekonnte Mischung aus Adventure, Jump and Run und RPG, dem waldschratig grün gekleideten Link, der die Prinzessin Zelda retten muss. Dabei sammelt er in Dungeons Schätze, Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die ihm erlauben, tiefer in die Welt vorzudringen. Der Held ist dieses Mal kein Nachahmer, sondern ein Vorläufer der anderen Links – chronologisch spielt Skyward Sword noch vor Ocarina of Time und erzählt sogar eine Art Origin-Geschichte. Das treue Pferd Epona nimmt diesmal eine Auszeit; Link reist stattdessen auf einem fliegenden Vogel von einer schwebenden Insel zur nächsten und lässt sich strategisch durch die Wolkendecke fallen, um die zahlreichen Dungeons zu erkunden.

Skyward Sword ist der dritte Titel, auf ebensovielen Konsolen, seit The Legend of Zelda mit Ocarina of Time in die dritte Dimension expandiert ist. Während allerdings die Grafik von Ocarina noch revolutionär war, ist Skyward Sword eine Reise in die Vergangenheit. Wer grafische Machtdemonstrationen wie Gears of War 3 oder Uncharted 3 gewohnt ist und für Zelda zum ersten Mal seit Jahren die Wii aus dem Keller holt, kann sich auf ein gefühltes grafisches Gruselkabinett gefasst machen, in dem hinter jeder Ecke matschige Texturen, grobpixelige Charaktermodelle und exzessive Treppchenbildung lauern.

Mit der konsequenten Weigerung, ihre Figuren sprechen zu lassen, erinnert Zelda-Reihe an Charlie Chaplin, der noch bis in die späten 30er Jahre Stummfilme gedreht hat; auch hier wird die Trennlinie zwischen charmant-nostalgisch und obsolet von Jahr zu Jahr dünner.

Wann man also diese technischen Unzulänglichkeiten in Betracht zieht, lohnt es sich dann trotzdem Skyward Sword zu spielen? Ein fettes JA mit kleinen Einschränkungen. Auf der grafischen Seite haben die Entwickler Gold aus Stroh gesponnen; das Spiel mischt die pseudo-realistische Grafil von Twilight Princess und den ultra-stilisierten, cartoonigen Look von Wind Waker und ist trotz der oben beschriebenen, systembedingten Einschränkungen das bisher schönste Zelda. Landschaften verschwimmen in der Ferne zu impressionistischen Ölgemälden und der Kontrast von gedämpften und leuchtenden Farben ist oft beeindruckend.

Der Sound ist ebenfalls optimal eingesetzt. Auch wenn der Ton nicht mit den kinoreifen Surround-Klanggewittern der HD-Konsolen mithalten kann; die atmostphärische Orchester-Score – eine Zelda-Premiere – und die vertrauten Lo-Fi-Spielgeräusche funktionieren perfekt im Kontext des Spiels.

Während Skyward Sword aussieht und klingt wie ältere Zelda-Titel, haben die Entwickler diesmal eine Reihe von neuen Spielmechaniken aufgefahren. Neben Boulder Dash-artigen 2D-Sequenzen haben die meisten Innovationen mit der Wii-Steuerung zu tun. Seit es die Wii gibt, warte ich darauf, dass ein Spiel das Potential der Bewegungsmechanik ausnutzt. Am liebsten wäre mir ein Star Wars-Titel gewesen – wer wollte nicht schon mal ein Laserschwert schwingen und dabei das unverwechselbare  „ssSSss ssSSss“ hören – aber Zelda nehme ich auch gerne. Dank der verbesserten Motion Plus-Mechanik führt man diesmal präzise Schwertschläge aus (wo man beim Vorgänger einfach wild mit dem Controller gewackelt hat), steuert einen fliegenden mechanischen Käfer (hallo Steampunk!) und dreht Objekte im dreidimensionalen Raum.

Eine weitere Innovation sind verbesserte RPG-Elemente: Gegenstände und Tränke können mit den richtigen Zutaten – Rohmaterialien oder (organischen) Käfern – verbessert werden. Das rudimentäre Upgrade-System kann sich nicht an Dark Souls oder der Elder Scrolls-Serie messen, aber es macht die Spielmechanik tatsächlich runder, ohne sie zu sehr zu verkomplizieren.

An manchen Stellen hätte etwas mehr Innovation und etwas weniger Repitition nicht geschadet; ohne die klassische „Link öffnet Schatztruhe“-Animation geht es natürlich nicht, aber wenn er zum zwanzigsten Mal einen neuen Käfer findet, wünscht man sich, er würde das Tier einfach mal in der Tasche verschwinden lassen, anstatt es jedes Mal mit einem *ta-tatata-DAAA* in die Kamera zu halten. Immerhin erbarmt sich das Spiel und verzichtet auf die Animation, wenn man einen zweites Exemplar der selben Art aufsammelt – wenn auch nur bis zur nächsten Spielsession.

Skyward Sword verdient sich nicht nur einen Platz im Zelda-Kanon, es ist nach Ocarina of Time das beste Spiel der Serie. Das Dungeon-Design ist ausgefeilt, die Handlung ist episch, die Dialoge sind witzig, die Kämpfe und Rätsel sind abwechslungsreich und der Schwierigkeitsgrad ist zwar anspruchsvoll, aber nie frustrierend. Vor allem aber spielen all diese Elemente so perfekt zusammen, dass man beim Schwingen der Wii-mote die technischen Einschränkungen in kürzester Zeit vergisst.

Ocarina of Time stand damals für die Zukunft der Videospiele – ein grafisch opulentes 3D Abenteuer in einer riesigen, offenen Welt wie man sie bis dahin nicht gesehen hatte. In einer Zeit, in der Spiele und Filme immer mehr zusammenwachsen, ist Skyward Sword dagegen ein nostalgisches Fenster in die Vergangenheit, ein Stummfilm im Zeitalter des Tons.

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  • 6. Dezember 2011 auf 23:29

    War es aber nicht nervig die ganze zeit „Vogelreiterzeremonie“ lesen zu müssen? :S

  • 8. Dezember 2011 auf 20:20

    Ich fand es bisschen nervig. Ich hab nur die erste Stunde auf gameone.de gesehen, aber leider habe ich noch zu viele Zelda-Teile, die ich noch nicht mal angespielt habe aber hier rumliegen habe :S

    • 9. Dezember 2011 auf 15:40

      Insgesamt ist der Anfang aber nicht nervig; im Gegensatz zu Twilight Princess kommt Skyward Sword relativ schnell zur Sache. Bei TP läuft man am Anfang stundenlang im Dorf rum und NICHTS passiert.

  • 15. Dezember 2011 auf 16:28

    Naja, das beste nach Ocarina of Time? Hmm… bei mir liegen da noch Majoras Mask und Twillight Princess davor!

    • 15. Dezember 2011 auf 16:40

      Twilight Princess vor Wind Waker? Blasphemie!!! 😉
      Majora’s Mask ist tatsächlich sehr unterschätzt (wo ist die Wii- oder zumindest Gamecube-Version?!), aber Twilight Princess war für mich etwas enttäuschend und hatte – trotz der tollen Grafik – nicht die selbe Magie wie die anderen Zelda-Titel. Natürlich hat es Spaß gemacht, aber an die hohe Messlatte von OoT und WW hat es für mich einfach nicht herangereicht.

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