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…sonst ist es nicht Weihnachten: Unsere Weihnachts-Lieblings-PopKultur

Film

Die brennenden Kerzen am Adventskranz mehren sich, das Thermometer fällt und die Pakete sind noch länger unterwegs als sonst. Das kann nur eins bedeuten: Weihnachten steht vor der Tür – und lässt sich nicht abwimmeln.

Zeit also zu reflektieren, welche Popkultur für uns so untrennbar zum Fest gehört wie Lebkuchen, bunte Lichter, schiefer Gesang und Glühwein-verklebte, durchgefrorene Hände.

Die Muppets-Weihnachtsgeschichte

Charles Dickens‘ heftig moralisierendes aber kluges und klassisches Weihnachtsmärchen ist hunderttausendmal adaptiert worden. Wem die original-getreuen Varianten (wie zuletzt die nicht so inspirierte Motion-Capture-Version von Robert Zemeckis) mittlerweile auf den Geist gehen (*hust*), sollte es mit der Muppets-Version probieren. Michael Kane ist der perfekte Scrooge, Kermits Enkel Robin ist „gemacht“ um Tiny Tim zu spielen, aber Muppets-Fans wissen: Der wahre Grund, sich den Film anzugucken, ist Rizzo die Ratte.

Ein anderes gelungenes Dickens-Update & gleichzeitig eine von Bill Murrays besten Komödien: Die Geister, die ich rief (Scrooged) von Richard Donner.

Tatsächlich… Liebe

Jajaja, Love Actually ist nicht der originellste Punkt auf dieser Liste, aber ein kleines Plädoyer für all jene, die sich immer noch dagegen wehren: Ja, es ist eine romantische Komödie, darüber muss man einfach hinwegkommen. Aber! Der Film umgeht mindestens drei Viertel der üblichen Klischees, hat nicht nur rührende Momente (die allerdings auch), sondern auch kleine Tritte in die Magengrube, und er lässt beide völlig ungerührt ganz kurz aufeinander folgen. Er hat eine Menge hervorragender Schauspieler (zum Beispiel Hugh Grant, Liam Neeson, Alan Rickman, Keira Knightley und The Walking Deads Andrew Lincoln) und wenn er doch mal kitschig wird, fängt er das mit einem Augenzwinkern ab. Love Actually ist nicht die beste romantische Komödie der Filmgeschichte, aber einen Platz unter den besten fünfzehn hat er schon (jawohl!).

Dr. Seuss‘ How the Grinch Stole Christmas

Der Grinch hasst Weihnachten. Das liegt daran, dass sein Herz ein paar Nummern zu klein ist, und es führt dazu, dass er einen gemeinen, gemeinen Plan schmiedet: Weihnachten gehört abgeschafft! Dr. Seuss ist einer der brillantesten, skurrilsten und witzigsten Kinderbuch-Autoren die man in Deutschland nicht kennt (und auch ansonsten), und die animierte Verfilmung aus den 60ern fängt seinen Charme (anders als die seelenlose Ron Howard/Jim Carrey-Neuverfilmung!) perfekt ein.

youtube=http://www.youtube.com/watch?v=XYRnwWmteac&w=400&h=300

Barbara Robinson – Hilfe, die Herdmanns kommen

Die Herdmanns sind die gemeinsten Kinder der Stadt: Sie lügen, klauen, fluchen, hauen und schubsen selbst die Erwachsenen herum. Als sie eines Tages in der Kirche auftauchen, kriegen die Kleinstadtbürger den Mund nicht mehr zu. Aber die Herdmanns bleiben – und nehmen das Krippenspiel selbst in die Hand. The best Christmas pageant ever ist auch eins der witzigsten und versöhnlichsten Weihnachtsbücher ever, auch wenn die deutsche Übersetzung des Titels in den 80ern besser klang als heute.

Terry Pratchett – Hogfather*

Terry Pratchett und seine Scheibenwelt haben kaum ein kulturelles Phänomen der Neuzeit ausgelassen, und selbstverständlich gibt es auch ein Buch über Weihnachten: Statt dem Hogfather rutscht am 32. Dezember, der Hogswatchnacht, Gevatter Tod durch den Kamin und bringt die Geschenke. Den echten Hogfather hat derweil Mr. Teatime entführt, einer von Pratchetts unterhaltsamsten Bösewichten. Hogfather ist gleichzeitig clever und warmherzig – wie fast alles von Pratchett.

*Die deutsche Übersetzung des Bandes trägt den eleganten Titel „Schweinsgalopp“, aber das kommt mir nur sehr ungern über die Lippen.

A Charlie Brown Christmas

Im Peanuts-Weihnachts-Special von 1965, das auf den Comics von Charles Schultz basiert, beklagt ein depressiver Charlie Brown die Kommerzialisierung von Weihnachten und nimmt – auf den Rat seiner „Psychologin“ Lucy am Krippenspiel teil. Ironischerweise war das Special ursprünglich von Coca-Cola gesponsert und deshalb durchsetzt mit (inzwischen entferntem) Product-Placement. Die Verantwortlichen beim Fernsehsender CBS waren damals entsetzt über Animation, angeblich unpassende Musik und Kinderstimmen – und waren entsprechend überrascht, als es nicht der erwartete Flop, sondern ein Riesenerfolg war – und ist: Durch die herzerwärmende Geschichte und den Peanuts-typischem zeitlosem, Kitsch-freiem Humor ist A Charlie Brown Christmas sogar bis heute das neben dem Grinch beliebteste amerikanische Weihnachts-Special – und der erste von zahllosen Peanuts-Fernsehfilmen.

Merry Christmas-Soundtrack

24. Dezember 1914 an der Front; nur ein paar Meter voneinander entfernt feiern schottische, französische und deutsche Soldaten so gut es geht Weihnachten. Irgendwann klingt Musik zu den anderen hinüber, und langsam aber sicher entwickelt sich ein Waffenstillstand, der genau einen Abend dauern wird. Ein toller Film, in dem die Musik eine Hauptrolle spielt. Ensprechend sorgfältig hat man sich um den Soundtrack gekümmert. Darauf singen Natalie Dessay und Rolando Villazón traditionelle Weihnachtslieder singen (und zwar die wirklich schönen) und die gänsehaut-schönen Stücke, die Komponist Philippe Rombi für den Film geschrieben hat.

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Ist das Leben nicht schön?

(Nicht zu verwechseln mit Das Leben ist schön, den ich in der Vorweihnachtszeit nur bedingt empfehlen würde.) Frank Capra, einer der ganz großen Regisseure der goldenen Hollywood-Ära, hat nur drei Filme mit James Stewart gemacht („nur“ deshalb weil das damalige Studio-System Regisseure und Schauspieler wesentlich häufiger zusammengebracht hat als heute), aber sie sind alle drei Klassiker. It’s a wonderful life hat das American Film Institute zum inspirierendsten amerikanischen Film aller Zeiten gekürt, und ganz ehrlich: Selbst dem Grinch würde dabei warm ums Herz werden.

Rolf Zuckowski

Wer mit Rolf Zuckowski aufgewachsen ist, so wie ich, für den geht Weihnachten ohne überhaupt nicht, auch wenn das heißt, dass man sich vier Wochen im Jahr ungläubig aber immerhin gutmütig von Freunden und Familie belächeln lassen muss (Anm. v. Kai: und das zu Recht!). Acht Weihnachtsalben hat Rolf mit „seinen Freunden“ mittlerweile aufgenommen; mein Liebling bleibt die Dezemberträume – auch wenn ich im Dezember mittlerweile meistens davon träume, dass sich all die Weihnachtsgeschenke selbst besorgen und einpacken, während ich einfach mal in Ruhe sitzen kann.

Dream Theater – Six o’clock (aus dem Album Awake)

Die andere Seite von Weihnachten – über all die Leute, die auch am 25. Dezember Flugzeuge, S-Bahnen, Ampeln und Atom-Reaktoren bedienen müssen. Aber auch ein gemeiner Song: Man hört ihn, und dann dreht man sich im Bett nochmal um und schläft noch zwei Stündchen.

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Antworten
  • 16. Dezember 2011 auf 15:02

    It’s a wonderful life könnte eventuell mein Weihnachtsfilm werden und vielleicht die Muppet-Christmas Carol Geschichte 🙂
    Mittlerweile habe ich auch schon den neuen Trailer im Kino zum Muppet Film gesehen, solange ist es also nicht mehr bis dahin 🙂

  • 17. Dezember 2011 auf 10:49

    Yay, darauf freu ich mich! It’s a wonderful life ist soo toll, einer meiner Lieblingsfilme. Allerdings hab ich auch eine große Schwäche für Jimmy Stewart’s Dialekt =)

  • 19. Dezember 2011 auf 16:46

    Die Muppets Weihnachtsgeschichte und Tatsächlich … Liebe sind eindeutig obersuper 🙂

    Von „Merry Christmas“ hatte ich schon mal gehört, aber der sieht aus, als müsste ich ihn unbedingt sehen! 🙂

  • BigBrother
    28. Dezember 2011 auf 23:40

    Yo, Muppets, Grinch, Hogfather und Rolf – nur Dream Theater wäre bei mir nicht dabei an dieser Stelle. Dieses Jahr war bei mir noch dabei Als der Weihnchtsmann vom Himmel fiel, wirklich nett gemacht, wobei die Altersempfehlung auch nach Berichten anderer Besucher nur bedingt taugt wie so häufig bei Kinderfilmen.

    • 29. Dezember 2011 auf 17:35

      Oh, aber das Charlie-Brown-Special und Das Leben ist schön musst Du unbedingt nachholen! Vielleicht nächstes Jahr 😉

      Und war die Altersemphelung (wobei die FSK ja eigentlich keine Emfphelung herausgibt sondern sich nur dafür interessiert ob etwas das Seelenheil von Kindern beeinträchtigen könnte) zu hoch oder zu niedrig angesetzt?

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