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Return Of The Living Deaf: Altrock mit Ambition

Musik
Yes, we're old

Yes anno 2011: We Can Fly (mit Seniorenrabatt)

Das 60er Jahre Credo „Trau keinem über 30“ ist längst überholt und inzwischen ist klar, dass Roger Daltreys frommer Wunsch „Hope I die before I get old“ für ihn und viele seiner Kollegen nicht in Erfüllung gegangen ist. Früher haben sich alternde Rockstars damit begnügt, ihre Fans mit Hits aus vergangenen Tagen zu erfreuen – wenn man sich nicht längst totgesoffen hatte – aber inzwischen ist es üblich, auch im zweiten Frühling der Karriere noch ehrgeizige neue Musik zu schreiben.

Sechzig ist das neue Fünfundzwanzig!

1. Bassist und Sänger Glenn Hughes wird oft dafür verantwortlich gemacht, durch seinen Hang zum Koksen das (vorläufige) Ende von Deep Purple herbeigeführt zu haben. Dem „weißen Gold“ hat er inzwischen abgeschworen, nicht aber dem Rock’n Roll. Nach einer Reihe größtenteils (zu Unrecht)übersehener Solo-Alben ist der knapp 60-jährige nun Teil einer neuen Supergroup: Black Country Communion besteht neben Hughes aus Ex-Dream Theater Keyboarder Derek Sherinian, Jason Bonham (Sohn von Led Zeppelin Schlagzeuger John Bonham und Veteran der Reality-Show Supergroup) und Bluesgitarren Shooting-Star Joe Bonamossa. Hughes würde locker als Erziehungsberechtigter für seine Mitmusiker durchgehen, aber BCC klingen auf ihrem zweiten Album nicht mehr wie ein Projekt, sondern wie eine hochmotivierte Rock-Band. Dank der modernen Produktion von Kevin Shirley klingt die Musik zwar nicht zeitlos, aber immerhin energiegeladen, nicht zuletzt wegen Hughes’ druckvollem Gesang (auch wenn er sich optisch als Rock-Opa weniger toll macht – besonders in der zweiten Hälfte des Videos).

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2. Die Bombast-Rocker Yes sind zwar eine meiner Lieblings-Bands, aber auch ich muss zugeben, dass sie in letzter Zeit das Paradebeispiel eines Nostalgie-Acts waren. Ihr letztes Album ist 2002 erschienen – und das erfolgreiche liegt noch wesentlich länger zurück. Anfang der 80er hatten sich die britischen Prog-Urgesteine für kurze Zeit als Pop-Rock-Combo neu erfunden und hatten mit Owner of a Lonely Heart sogar einen mittelgroßen Hit, wenn auch einen, der einige alte Fans vor den Kopf gestoßen hat. Nachdem Yes in den letzten Jahren mit Yes-Coverband-Sänger Benoit David (Ur-Sänger Jon Anderson wurde nach einer Stimmbandverletzung freundlich aus der Band eskortiert) und dem Sohn von Keyboarder Rick Wakeman unterwegs waren und die beliebtesten Tracks von ´71-´78“ zum Besten gegeben haben, erscheint nun plötzlich ein neues Album. In der klammheimlich wiedervereinten Besetzung des 80er Albums Drama (plus B. David) und mit unerwartet frischem Sound. Die erste Single We Can Fly ist zwar ein Neuaufguss eines alten Tracks, aber zusammen mit den sonstigen Vorschau-Clips lässt sie mehr erhoffen als man den Herren, die gefährlich auf die Siebzig zugehen, noch zugetraut hätte.

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3. Cover-Sänger die Zweite: Auch die AOR-Rocker Journey, die 1981ihren größten Hit mit Don’t Stop Believin‘ hatten, haben sich verjüngt, indem sie als Frontmann Arnel Pineda, den Sänger einer (philipinischen) Journey-Coverband ins Boot geholt haben. Anstatt aber mit dieser Konstellation wie erwartet den Sound ihrer erfolgreichsten Jahre zu duplizieren, hat sich die Band um Gitarrenlegende Neal Schon mit ihrem letzten Album Eclipse neu erfunden: Weg von den mainstreamigen Radio-Hooks und hin zu melodischem aber oft erstaunlich düsterem Hardrock (düster für Journey-Verhältnisse – man kann jetzt nicht erwarten dass die Band plötzlich klingt wie Morbid Angel).

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4. Das kanadische Trio Rush, eines der bestgehüteten Geheimnisse der Musikbranche (zumindest was Deutschland betrifft), ist mittlerweile auch in die Jahre gekommen. Das hält die drei nicht davon ab, immer noch elaborate, dreistündige Konzerte zu spielen und gleichzeitig mit Produzent Nick Raskulinecz (Foo Fighters) an einem ambitionierten neuen Album zu feilen. Wie das klingen wird, steht in den Sternen; Rush haben zwar ihren ganz eigenen Sound, machen damit aber mal Classic Rock, mal Prog-Rock und mal Pop. Nach Auftritten im Film I Love You, Man! (Trauzeuge gesucht) und der Satire-Show The Colbert Report sowie einem ihnen gewidmenten Documentary von Sam Dunn (Beyond the Lighted Stage) sind Rush im Moment – zumindest in den USA – so präsent wie noch nie – und das obwohl sie noch nie einen echten Hit hatten.

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5. Auch Megadeths Dave Mustaine bringt unbeirrt im Zweijahres-Takt neue Alben heraus. Dabei hat sich (außer der Besetzung der Band) seit den 80ern wenig geändert. Der klassische Megadeth-Sound ist unverkennbar und die Riffs auf den letzten paar Alben kommen zwar nicht ganz an den Klassiker Rust in Peace (1990) heran, können sich aber locker mit allem messen, was danach gekommen ist. Dazu kommt eine Six-Degree-of-Kevin-Bacon artige Verbindung zu den beiden Urvätern des Modernen Metal: Mustaine ist seinerzeit bei Metallica rausgeflogen und hat jetzt mit knapp 50 immer größere Ähnlichkeit mit Eddie, dem Maskottchen von Iron Maiden.

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