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PopKulturSchocks großer Gratis Comic Tag 2012 Ratgeber – Teil Zwei

Comic

Ritter, Freudenmädchen, Vampire und Donald Duck

Am kommenden Samstag, den 12. Mai findet der dritte Gratis Comic Tag statt. Vermutlich wird nicht jeder Händler jeden Band haben, daher lohnt es sich, mehrere Läden abzugrasen. Da man aber wohl auch dann nur eine begrenzte Anzahl von Heften mitnehmen kann, machen wir die Auswahl etwas leichter. Wir haben uns die 30 Gratis-Comics im Vorfeld angesehen und überlegt, für welche es sich lohnt früh aufstehen und die Ellbogen auszufahren… und für welche eher nicht.

Hier sind meine 15 Hefte; zu den 15 Ausgaben, die Kai besprochen hat, geht es hier.

Was sind die Highlights?

Flix – Don Quijote

Mein absoluter Favorit! Nach Goethes Faust hat sich Flix an eine sehr freie Adaption von Cervantes’ Don Quijote im modernen Barcelona gemacht, mit einem zehnjährigen Don, der sich für Batman hält und seinem entfremdeten Opa als Sancho Panza. Das Ergebnis ist witzig, clever, detailverliebt, toll gezeichnet und rührend.

 

Joann Sfar – Die Katze des Rabbiners

Der philosophischste Comic vom diesjährigen Stapel: Mit expressiven, kunstvoll hingerotzten Zeichnungen, erzählt aus der Perspektive einer respektlosen aber klugen Katze. Die kann sprechen, seit sie den Papagei gefressen hat, und will jüdisch werden, um der Tochter des Rabbiners nahe sein zu dürfen. Theologisch-philosophische Spitzfindigkeiten, feiner Witz und große Kunst.

Kerascoët – Fräulein Rühr-mich-nicht-an

Der ganze erste Band einer tollen Serie: Ein ehemaliges Dienstmädchen verdingt sich in den 30er Jahren in einem exklusiven Bordell, um den Mord an ihrer Schwester zu klären. Spannend erzählt, gute Dialoge und toller Stil, gleichzeitig sinnlich und angelehnt an die kantige Ästhetik des Noir.

Und was ist sonst noch gut?

Naomi Fearn – Zuckerfisch On The Rocks

Autobiographische Strips mit ganz viel Seele: Naomi Fearn und ihr schwuler sprechender Hase meistern die Gefahren des Alltags und kommentieren die Welt um sich herum. Im Heft ist ein kleiner Querschnitt durch Fearns Werk seit 2002, die späteren Strips sind stärker als die ersten, aber auch die sind irgendwie magisch.

 

Georges Bess – Der Vampir von Benares

Mystery-Thriller mit ungewohntem Schauplatz, nämlich Indien. Spannende und kreative Story, gut erzählt und mit sehr ausdrucksvollem Artwork. Die Sprache könnte noch ein wenig eleganter sein, aber Spaß macht’s trotzdem. Das Heft enthält den kompletten ersten Band.

 

 

Comic Girls!

Grässlich vermarktet aber erstaunlich gut! Tokyopop präsentiert vier verschiedene Serien: eine belanglos, zwei sehr nett (kotzende Würfel im einen, ein kleines Mädchen, das sich mit einem Bazillus anfreundet im zweiten), und eine so charmant und intelligent (inklusive Kommentaren über Medien und Kommunikation), dass das Heft zu meinen Lieblingen gehört hätte, hätte es nur aus Lou!-Comics bestanden.

 

Donald Duck

Drei abgeschlossene Duck-Comics aus der Feder der Heymans-Brüder, die sich voll auf Donalds Charme konzentrieren und ihn im Austausch mit seiner Familie zeigen statt auf großen Abenteuern. Entenhausen at its best!

Kazue Katō – Blue Exorcist

Der in einem Kloster aufgewachsene und von einem Exorzisten erzogene Rin stellt fest, dass er der Sohn des Teufels ist, inklusive Hörnern aus blauem Feuer. Vielversprechender Start in eine neue Serie von dem jungen Manga-Label Kazé.

Auch nicht schlecht:

David Chauvel, Erwan Le Saë – Cosa Nostra

Sehr interessantes Konzept: Chauvel und Le Saë erzählen die Geschichte der New Yorker Mafia. Dickes Heft, gut recherchiert, gut geschrieben schönes Artwork – aber leider hat mich vor allem die erste, längere Story einfach nicht gepackt.

Miyoshi Tomori – Akuma to Love Song

Indie-Manga mit einer sehr schönen aber mindestens genauso eigenwilligen Protagonistin, die sich an ihrer neuen Schule mit allen anlegt und Gespräche über richtiges Verhalten führt. Kunstvoll erzählt aber seltsam.

 

 

Pierre Tranchand – Die Pauker / Zauberschule Abrakadabra

Nette, teilweise ganz witzige Einseiter zum Thema Schule nach franco-flämischem Vorbild, siehe Gaston; beide Serien haben durchaus Potenzial, aber Tranchand kommt nicht immer auf dem effektivsten Weg zur Pointe.

Léo – Aldebaran 1 – Die Katastrophe

Ein fantastisches Sci-Fi-Abenteuer, in dem ein merkwürdiges Ungeuer das Dorf des Protagonisten in Schutt und Asche legt. Ganz interessante Charaktere, spannende Story, aber das Artwork ist nicht so ausdrucksstark wie es sein könnte, und die Sprache – zumindest in der Übersetzung – denkbar plump.

Und der Rest?

Garfield

Lieber nicht anrühren; kein Jim Davies, sondern seelenloser Computer-Garfield in zwei genauso seelenlosen und leider nicht witzigen Abenteuern.

Game of Thrones

Nach der grandiosen Büchern und der genauso grandiosen Fernsehserie eigentlich ein Must-Have, aber sehr enttäuschend: mäßiges Artwork, plumpe Zwischentexte und nichts, was Buch oder Serie nicht besser machen würden.

 

 

Whoa! Comics

Sammlung von vier kurzen Indie-Comics. Ganz witzige Ideen, leider ist die Umsetzung noch nicht ganz spruchreif. Vielversprechend ist allerdings ein vierseitiger Teaser auf eine neue Graphic Novel.

 

Eure Meinung zum Artikel
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Antworten
  • 9. Mai 2012 auf 21:50

    3 abgeschlossene Donald Geschichten??? Sind Klassiker drinnen oder neue Geschichten? Für die neuen Geschichten kann ich mich leider gar nicht begeistern 🙁
    Und schade, dass der Game of Thrones Comic nicht besonders toll geworden ist 🙁
    Ich habe mir gedacht, ich schaue mir zuerst den Comic an, bevor ich mich an die Serie ranwage!

    • 10. Mai 2012 auf 10:30

      Nee, das wür ich nicht machen, die Serie ist tausendmal besser! Da verdirbst Du Dir nur den Spaß mit…
      Es sind keine richtigen Klassiker aus den 60ern oder 70ern, aber die Heymans-Brüder sind auf jeden Fall Carl-Barks beeinflusst, und es sind drei der besten Geschichten aus der letzten Zeit. Ein paar Jährchen haben die Comics auch schon auf dem Buckel. Eine Geschichte ist aber sehr kurz.

      • 10. Mai 2012 auf 20:38

        Hört sich ja dennoch nicht so schlecht an. Vor einigen Jahren habe ich mir ein LTB gekauft, die Comics waren zum Weinen schlecht 🙁

        Wie kommt ihr eigentlich zu einem ganzen Set und das vor dem offiziellen Gratiscomictag?

        • 11. Mai 2012 auf 16:25

          Ja, den Fehler habe ich vor einer Weile auch mal begangen. Aber immerhin die in den Micky-Maus-Heften sind noch einen Hauch besser.
          Keine Angst, wir haben keinen comic-Laden ausgeraubt 😉 Das waren Presse-Exemplare.

  • 11. Mai 2012 auf 20:36

    Ich traue mich gar nicht mehr Micky Maus Hefte zu kaufen – die Angst bleibt. Diese Enttäuschungen müssen nicht sein. Wenn jedoch mal wieder Urzeitkrebse als Extra dabei sind, werde ich aber zuschlagen 😀

    Wie cool ist das denn? Sehr praktisch, diese Presseexemplare. Ich werde mich wohl morgen brav anstellen müssen und hoffen, dass ich alle acht Hefte abkriege 🙂

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