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PopKulturSchock packt die Koffer

Buch

Rechte: Emma McClearyNicht mehr lang, dann geht es endlich, endlich, endlich in den Urlaub. Wie letztes Jahr fahren wir nach Frankreich, in ein Haus, in dem es keinen Fernseher und keinen Computer gibt, und erst recht kein Internet. Ein bisschen ist es also wie die Fahrt zur einsamen Insel, zumindest insofern: Was wir mitnehmen, um uns die drei Wochen lang zu unterhalten, sollte mit Bedacht ausgewählt sein – zumal wir mit einer Fluggesellschaft fliegen, wo man für jedes Kilo Gepäck mit seiner Seele zahlt.

Nach dem Sprung: unsere Lieblings-Sommerlektüre aus dem letzten und die großen Hoffnungsträger für dieses Jahr.

Favoriten von 2010

Dass wir zufällig an Jokers vorbeigekommen sind, wo es eine Aktion mit dem besten Bücher-Wühltisch gab, den ich je gesehen habe, hat mir gleich zwei meiner persönlichen Highlights beschert: Erstens The perks of being a wallflower (Vielleicht lieber morgen / Das also ist mein Leben) von Stephen Chbosky (momentan auf Deutsch traurigerweise vergriffen, aber pünktlich zur Verfilmung kommt im Herbst eine Neuausgabe): eine der charmantesten Coming-of-Age-Geschichten, die ich je gelesen habe (ich bin sogar versucht, den Superlativ zu benutzen), in Tagebuchform und so bittersweet, dass es weh tut.

Strandfaktor: 5/5

Gedankenhaie, Rechte: PiperZweitens: Gedankenhaie (The Raw Shark Texts) von Steven Hall, ein unglaublich kreatives postmodernes Urban-Fantasy/Abenteuer-Drama-Ding. Wo ich es jetzt in Händen halte, bin ich fast versucht, es wieder in den Urlaubsstapel zu schmuggeln, Steven Halls Geschichte ist nämlich nicht nur ungewöhnlich und clever, sondern sie hat auch Charaktere, die ich ein Jahr später schon schmerzlich vermisse. Aber nein, die Abmachung war: Nur Bücher, die wir beide nicht kennen. Die Raw Shark Texts wandern also zurück ins Regal. Vielleicht.

Strandfaktor: 4/5 (schließlich kommen Haie vor; also lieber abends lesen; aber lesen!)

Alles an dem englischen Cover von Mark Childress‘ Gone for Good (Der Bruchpilot) schreit nach Strand: Die Sonnenbrille (aus den 70ern), der blaue Himmel, die Palme, die sich im linken Brillenglas spiegelt. Und der Rücken von Marilyn Monroe. Als Rockstar Ben Willis mit seinem Flugzeug auf einer tropischen Insel abstürzt, ist sie nämlich das erste was er sieht. Aber Willis ist nicht tot, sondern befindet sich auf einem streng geheimen Rückzugsort für die Reichen und Schönen, die keine Lust mehr auf ihren Ruhm haben. Und dort will er nicht bleiben. Sehr unterhaltsam, sehr abgedreht. Und es spielt am Strand.

Strandfaktor: 6/5 (jawohl, es spielt am Strand → Bonus-Punkt)

Scarlett Thomas‘ Das Ende der Geschichten (Our Tragic Universe) hatte ich extra für den Urlaub gekauft, und zwar mit sehr hohen Erwartungen, die Frau Thomas aber völlig mühelos übertroffen hat. Die Geschichte der Autorin, die sich an ihren eigenen Erwartungen an sich selbst die Zähne ausbeißt, und die in ihrer Beziehung schrecklich unglücklich ist, ist erstaunlich comforting. Auch zu den Charakteren in dieser Geschichte zieht es mich ungewohnt stark zurück, dabei hat man beim Lesen das Gefühl, dass es eigentlich gar nicht um sie geht, sondern um das Erzählen an sich und seine Theorie. „Scarlett Thomas is a genius“ hat Douglas Coupland geblurbt. Ich schließe mich an.

Strandfaktor: 4/5 (Achtung: Sonnenbrandgefahr, man vergisst die Welt um sich)

Koffer-Highlights 2011

Neben einigen Büchern, die ich mir extra das ganze Jahr über aufgehoben habe, um damit (hoffentlich) an die großen Erfolge von 2010 anzuknüpfen (Verrückt in Alabama von Marc Childress und PopCo von Scarlett Thomas) sind ein paar Bücher im Urlaubsstapel, von denen ich kaum die Finger lassen kann.

Grau (Shades of Grey) von Jasper Fforde: Mein erster Fforde, und nachdem ich (fast) nur Gutes über die Thursday-Next-Serie gehört habe und die Sci-Fi-Storyline (eine streng hierarchische Gesellschaft, wo deine Stellung davon abhängt, welche Farben du sehen kannst) zwar nicht ganz neu, aber sehr spannend klingt, habe ich ziemlich hohe Erwartungen.

 

 

Affinity Bridge von George Mann: Ist nicht nur ein Steam-Punk-Abenteuerroman im viktorianischen London (womit es streng genommen schon so gut wie gewonnen hat), sondern hat auch ein wunder-wunderschönes Cover. Mit Glitzer und einem Zeppelin. Also, wenn das kein Jahres-Highlight wird, dann weiß ich’s auch nicht.

 

 

Forever Rose von Hilary McKay: Der fünfte Band von Hilary McKays genialer Casson-Family-Serie, die all das vereint, was die Gilmore Girls gut macht, und dann nochmal einen draufsetzt. Mit dem fünften Band hatte niemand mehr gerechnet, eigentlich sollte nach Nr. vier Schluss sein. Ich weiß jetzt schon, dass ich’s in einem Nachmittag durchlesen und am nächsten Morgen gleich wieder anfangen werde. Der Titel ist übrigens nicht so kitschig, wie er klingt: Alle vier Casson-Kinder sind nach Farben benannt, und Rose‘ voller Name (und der Name vom dritten Band) ist Permanent Rose.

Beauty Queens von Libba Bray: Ich habe jetzt schon beschlossen, dass dies mein Liebling des Sommers wird. Denn: 1. Libba Brays letzter Roman hat mich damit überrascht, dass er nicht langweilig und generisch war, wie erwartet, sondern kreativ, wild und ein bisschen wahnsinnig; ich will mehr; 2. Beauty Queens spielt am Strand; 3. Die Beauty Queens sind nicht am Strand, um sich zu sonnen, sondern mit einem Flugzeug abgestürzt und kämpfen ums Überleben; ich erwarte also Herr der Fliegen – mit Beauty Queens.

Kleine Helden: Ein kleines Fantasy-Rollenspiel von Pegasus, die uns freundlicherweise Chez Geek und Munchkin beschert haben. Ich kann es mir jetzt kaum vorstellen, aber möglicherweise werde ich ja irgendwann lesemüde, und dann will ich gewappnet sein. Das Spiel sieht witzig (und kompliziert) genug aus, um mich einige Stunden bei Laune zu halten.

 Hilferuf

Haben wir etwas Essenzielles vergessen? Hat jemand einen Tipp? Lektüre, Spiel oder irgendeine andere Form der Unterhaltung, für die wir vorsorglich packen können?

 

Eure Meinung zum Artikel
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  • 24. Juli 2011 auf 11:30

    Na, da habt Ihr doch schon eine schöne Lektüresammlung zusammen. Wenn Ihr tolles Wetter habt, sollte das doch reichen. Ich lese gerade von Gaiman „Coraline“. Gefällt mir bisher ausgezeichnet – bin aber erst halb durch. … und kennt Ihr eigentlich von Terry Pratchett die „Scheibenweltromane“? Davon ist ja auch was vermilmt – super!!! – finde ich jedenfalls. Muss man allerdings mögen.

    • 24. Juli 2011 auf 13:40

      Ohja, Pratchett ist eine gute Idee – Kai kennt die älteren Scheibenweltromane und ich ein paar vereinzelte. Wir haben aber sogar noch eins hier liegen, das wir mitnehmen könnten, und zwar „The Truth“. Kennst Du das, meinst Du das lohnt sich noch einzupacken?

      • 24. Juli 2011 auf 14:16

        Ja, also ich finde, es lohnt sich. Bei diesem Buch scheiden sich ja die Geister. Einige finden, dass es eines seiner besten Bücher ist, andere finden es nicht ganz so gut. Ich gehöre eher zu denen, die es besonders gut finden.

  • 24. Juli 2011 auf 14:23

    Dann kommt es mit in den Koffer, wenn es irgendwie noch passt. Danke für den Tipp!

  • 25. Juli 2011 auf 22:29

    Wow, drei Wochen ohne Internet! Respekt Desirée! Komm wieder wohlbehalten zurück 🙂

    • 27. Juli 2011 auf 10:48

      Dankeschön, ihr zwei! Noch ist es leider, leider nicht ganz so weit. Aber den Bücherstapel muss ich immer schon ein bisschen im Voraus schon vorbereiten, hab ich mir schon als Kind angewöhnt. Ich liebe das!

  • 26. Juli 2011 auf 11:39

    3 Wochen ohne Internet –das ist Luxus pur.geniesst die Zeit in Frankreich!

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