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PopKulturChat: Maleficent – Die dunkle Fee

Film
Überblick
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Maleficent - Die dunkle Fee

Author
21. Mai 2014
Originaltitel

Maleficent

Genre

Fantasy, Märchenfilm

Regisseur

Robert Stromberg

Besetzung

Angelina Jolie, Sharlto Copley, Elle Fanning, Imelda Staunton

Drehbuch

Linda Woolverton

Jahr

2014

Länge

97 Minuten

Desirée und Kai diskutieren: Clevere Umdrehung einer bekannten Geschichte oder kitschiges Cash-in?

Maleficent PosterKai: Dornröschen aus der Perspektive des Bösewichts. Das klingt zwar vielversprechend, aber bei mir hatte Maleficent schon ab der Anfangsszene an schlechte Karten. Ich bin überhaupt kein Fan von dem knallbunten digitalen Look, das war schon bei Tim Burtons Alice im Wunderland schrecklich. Und dann kommt noch James Newton Howards zuckersüße Musik dazu…

Desirée: Zuckersüße Musik, die auf ausgeleierte Knöpfe drückt, absolut – hat auch mir nicht gefallen. Was den Look betrifft, bin ich aber nicht Deiner Meinung: Maleficent ist nicht knallbunt. Die ersten Szenen mögen optisch ein bisschen generisch und kitschig sein, aber kaum geht die Geschichte richtig los, ist das Design düster und atmosphärisch. Und natürlich hat Maleficent gegenüber Filmen wie Alice im Wunderland auch einen entscheidenden Vorteil: Das Team von Sleeping Beauty (Dornröschen) hat 1959 mit dem fantastischen Design von Maleficent selbst vorgelegt, und darauf baut der neue Film meiner Meinung nach geschickt auf.

MaleficentKai: Mit knallbunt meine ich vor allem die Feenwelt und ihre Kreaturen – da hab ich mir wirklich die Zeit der Stop-Motion Kreaturen oder der Muppets zurückgewünscht. Am Design ansonsten hatte ich auch nicht viel auszusetzen. Das Schloss sah zum Beispiel wirklich toll aus. Aber die Welt von Sleeping Beauty ist wirklich nur eine sehr entfernte Inspiration. Die Geschichte ist ja nicht nur aus einer anderen Sicht erzählt als Dornröschen, sie scheint auch in einer völlig anderen Welt zu spielen; im Zeichentrickfilm gibt es hier und da eine Fabelkreatur während Maleficent offenbar in Narnia spielt. Vor allem aber ist der alte Film ein naives Märchen, dem ich seine logischen Fehler verzeihen kann. Bei Maleficent fällt mir das schwerer, zumal er ja auch versucht, seine Charaktere ernst zu nehmen. Und er versucht nicht mal, die Probleme zu beheben, sondern macht sie eher noch offensichtlicher. Zum Beispiel gibt es für den König überhaupt keinen sinnvollen Grund, seine Tochter in den Wald zu schicken.

Desirée: Den gibt es nicht, das stimmt, und das ist auch nicht das einzige logische Loch. Aber ich setze da keinen anderen Standard an als bei dem Zeichentrickfilm (von dem die meisten dieser Löcher ja auch stammen). Wäre Maleficent ein Charakterdrama, wäre mir das genauso wichtig wie Dir, aber so liegt mein Fokus eher auf anderen Aspekten: Mich hat an dem Film begeistert, wie er mit dem Märchen spielt. Anders als zum Beispiel der Roman bzw. das Musical Wicked kommt der Film uns nicht mit „Ach, die arme Böse hatte ja auch eine schwere Kindheit“ sondern präsentiert eine wirklich andere Perspektive. Damit bricht Disney mit der traditionellen schwarz-weiß-Zeichnung des Märchengenres und auch mit einer eigenen, liebgewonnen Tradition, denn diese scharfe Trennung in Gut und Böse wird Disney-Filmen ja immer wieder vorgeworfen. Was mir auch sehr gefällt, ist dass Maleficent noch ein bisschen weiter geht und dem Märchen – ohne zu viel verraten zu wollen – einen feministischen Touch gibt.

Maleficent (2)Kai: Klar, das war alles sympathisch, aber es hätte einfach besser gemacht sein können. Wo du Wicked erwähnst – das oder die Star Wars-Prequels sind natürlich Extrembeispiele für verpfuschte Origin-Geschichten. Ganz so schlimm war es bei Maleficent nicht, aber auch der muss sich manchmal arg verbiegen, um seine Geschichte halbwegs mit dem Disney-Film unter einen Hut zu bekommen. Dabei ist die Idee, eine bekanntes Märchen aus einer anderen Sicht zu erzählen, also quasi zu „Rashomon-isieren“ und gleichzeitig zu modernisieren ja nicht schlecht. Bei Sam Raimis Oz hat das zum Beispiel einigermaßen gut funktioniert, aber bei Maleficent haben die verschiedenen Teile nicht zusammengepasst. Das Design der Monster war teilweise toll, da merkte man auch, dass der Regisseur an Pans Labyrinth mitgearbeitet haben, aber die wirkten, als wären sie im falschen Film. Und für Angelina Jolie war das natürlich eine Paraderolle, aber kein anderer Charakter war auch nur ansatzweise interessant. Ich war jedenfalls enttäuscht.

Desirée: Da stoßen wir wahrscheinlich einfach an die subjektiven Grenzen der Kritik: Für mich hat fast alles gepasst. Natürlich waren einige Aspekte nicht perfekt. Die Musik ist das Paradebeispiel, auch die junge Maleficent ist nicht die begnadetste Schauspielerin und die drei Computer-Elfen waren fast schon unheimlich, obwohl sie doch harmlos und witzig wirken sollten. Aber nichts davon hat mich aus der Geschichte gerissen. Mich hat die Magie des Films gepackt: das finstere Design, die starke Protagonistin (ich fand übrigens auch noch mindestens zwei weitere Charaktere interessant) und vor allem der faszinierend neue, grau-schattierte Blick auf eine Geschichte, die ich seit meiner Kindheit zu kennen geglaubt habe.

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