Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Buchkritik: Patrick Rothfuss – Die Furcht des Weisen

Buch
Überblick
Item Reviewed

Die Furcht des Weisen

Author
10. Oktober 2011
Originaltitel

Wise Mans Fear

Genre

Fantasy

Autor

Patrick Rothfuss

Kommt aus

USA

Jahr

2011

Serie

Kingkiller Chronicles

Verlag

Hobbit Presse Klett-Cotta

Patrick Rothfuss, der mit seinem Erstling praktisch über Nacht zum Superstar geworden ist, kann sich sicher nicht über mangelnden Erfolgsdruck beklagen. Schließlich ist Der Name des Windes von Genre-Giganten wie Orson Scott Card und Ursula Le Guin in den Fantasy-Olymp gelobt und in zahlreichen Rezensionen in einem Atemzug mit Tolkien genannt worden. Nach gut vier langen Jahren veröffentlicht er jetzt – mit riesigen Erwartungen –  den zweiten Band der Königsmörder-Chronik:

Der einst mächtige Held Kvothe, der sich als einfacher Gastwirt ausgibt, erzählt in Rothfuss’ Serie über drei Tage hinweg einem Geschichtsschreiber von seinen Abenteuern. Die Furcht des Weisen ist Tag zwei, und fängt genau da an, wo Tag eins aufgehört hat: Der junge Kvothe besucht noch immer die Universität und macht nebenher mit seiner Laute Karriere. Gleichzeitig sucht er in den Geschichtsbüchern nach Spuren der mysteriösen und offenbar unsterblichen „Chandrian“, den Mördern seiner Eltern.

Trotz der vertrauten Ausgangssituation entwickelt Tag 2 sehr schnell seine eigene Dynamik. Das Erzähltempo im Mittelteil von Kvothes Geschichte ist zwar deutlich gemächlicher als beim Vorgänger; langatamig wird es aber dank Rothfuss‘ Talent für lebhafte Charakterzeichnung und lyrische Sprache so gut wie nie.

Wie schon der Vorgänger ist auch Die Furcht des Weisen ein ungewöhnlicher Hybrid, teils Coming-of-Age Roman, teils Abenteuer und teils clevere Dekonstruktion eines Helden-Mythos. Dabei spielt Rothfuss geschickt mit den Konventionen der Überlieferung und Legendenbildung; die Königsmörder Chronik ist nicht zuletzt eine Geschichte über Geschichten, ähnlich wie Neil Gaimans brillante Graphic Novel The Sandman oder zuletzt Craig Thompsons Habibi. Den Erzählern der zahllosen Geschichten-in-der-Geschichte (in-der-Geschichte-in-der-Geschichte…) ist dabei nicht immer zu trauen – Rashomon lässt grüßen – und auch Kvothe hat mehr als genug Geheimnisse.

Vor allen Dingen ist Rothfuss – aber daran interessiert, das dramatische Potential von Figuren und Situationen auszuloten; Episoden, die andere Autoren breit beschrieben hätten, deutet er oft nur an oder überspringt sie komplett. Das ist vielleicht für den einen oder anderen Leser frustrierend, aber dem dramaturgischen Fluss tut Rothfuss‘ elliptische Erzählweise keinen Abbruch.

Obwohl oder gerade weil der zweite Teil einen so anderen Rhythmus hat als sein Vorgänger, kann Rothfuss die hohen Erwartungen, die an Die Furcht des Weisen gestellt worden sind, erfüllen, und in vieler Hinsicht sogar übertreffen. Seine sprachliche Eleganz und seine Reflektion über das Erzählen heben die Königsmörder-Chronik weit über das Niveau der meisten Fantasy- oder Abenteuerromane.

Ich bin allerdings sehr neugierig wie Rothfuss seine Geschichte an nur einem weiteren Tag zuende erzählen will. Auch wenn in Die Furcht des Weisen viel passiert – der zweite Band hat schließlich auch deutlich mehr Seiten als sein Vorgänger – bleibt am Ende immer noch das Gefühl, gerade mal den ersten Akt der epischen Geschichte zu kennen.

Demnächst in diesem Theater: Der zweite Teil des zweiten Teils

Dazu kommt, dass Klett-Kotta sich bedauerlicherweise entschieden hat, denRoman bei uns in zwei Teilen zu veröffentlichen. Band 1 erscheint im Oktober, aber bis zum Ende von Die Furcht des Weisen müssen sich die deutschen Leser noch bis Februar 2012 gedulden.

Wie wird aus dem legendären Helden Kvothe der unscheinbare, schwächliche Gastwirt Kote? Das ist nicht die einzige Frage, die am Ende des zweiten Bandes unbeantwortet bleibt. Man kann zwar nach Die Furcht des Weisen etwas besser spekulieren als nach Band eins, aber bis alles aufgeklärt ist, wird wohl noch viel Zeit vergehen. Vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht: Egal wie zufriedenstellend oder enttäuschend die Antworten ausfallen – die Fragen und Geheimnisse sind so fesselnd, dass sie die Reise wert sind, egal was am Ziel wartet.

 

 

 

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Pop/Kultur/Schock: POP

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
kommentieren
Antworten
  • 8. Mai 2011 auf 22:25

    Irgendwie lese ich ja ungern Büchern wenn schon vorher klar ist, dass ich dann nur auf den nächsten Band warte, weil es in der Luft hängt bis irgendwann – hoffentlich – ein guter Folgeband erscheint. Bin da seit Song of Fire and Ice sehr mißtrauisch geworden. Kommt also auf die Liste für der Bücher die ich mal lesen werde aber nicht zu schnell.

Antwoten

Total

}