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Thor: Out of Jotunheim

Film
Thor

If I had a hammer...

Seit vor etwa einer Woche die erste Klappe gefallen ist, wird jeder winzige Happen, jedes Gerücht und jedes Bild vom Dreh behandelt wie der heilige Gral. Kein Wunder; „The Avengers“, gedreht von Buffy-Erfinder Joss Whedon, ist das ultimative Comic-Crossover und bringt Marvel-Charaktere wie Iron Man, Thor, Hulk und Captain America in einem Film zusammen.

Vorher dürfen sich allerdings die meisten von ihnen in eigenen Filmen austoben – nach „Iron Man“ (Teil 2) startet in ein paar Monaten „Captain America“. Derzeit kann man sich Kenneth Branaghs „Thor“ im Kino begucken. Superhelden-Filme decken ja mitlerweile eine riesige Bandbreite ab, von albernem Trash wie „Ghost Rider“ und jugendorientertem Spektakel wie den „Fantastic Four“ bis zu Christopher Nolans „Batman“-Filmen, die auch bei Feuilleton- und Programmkino-Cineasten hohes Ansehen genießen. Der jüngste Marvel-Output wie „Iron Man“ und jetzt „Thor“ platziert sich geschickt in der Mitte. Regisseur Branagh kombiniert routiniert Action und Drama mit einer gut bemessenen Prise Bombast.

Der hammerschwingende Donnergott wird vom Australier Chris Hemsworth verkörpert, bisher am ehesten bekannt als Kirks Vater im letzten Star Trek Film. Der stellt sich – auch ohne den berühmten Flügelhelm – als ziemliche Idealbesetzung heraus. Ein bisschen naiv, sehr charismatisch und so muskelbepackt als ob Trainieren im Fitnessstudio sein nine-to-five Job ist. Branagh ist bemüht, die Comicfans und das „normale“ Publikum gleichermaßen zufriedenzustellen und verpackt die Einführung in die komplexe Welt in eindrucksvolle Bilder. Anstatt lange zu erklären, zeigt er lieber. So wird die erste halbe Stunde in Asgard (dem nordischen Olymp) nie geschwätzig oder langweilig. Noch erstaunlicher ist, dass dieser Teil, in dem es vor allem um fliegende nordische Götter und blaue Frostriesen aus Jotunheim geht, nicht unfreiwillig komisch geraten ist. Das liegt gleichermaßen am Design von Asgard und an Anthony Hopkins als Odin, der dem ersten Akt des Films die nötige Würde verleiht, ohne dabei Leichtigkeit und Selbstironie zu opfern.

Nachdem Branagh die Welt der Götter überzeugend eingeführt hat, wird der kriegswütige Hitzkopf Thor, erleichtert um seine Kräfte und seinem Hammer, erstmal auf die Erde verbannt, wo er sich in Jane (Natalie Portman) verliebt. Überhaupt fühlt sich Thor auf der Erde fremd und verloren, was Brannagh durch auffällig schiefe Kamerawinkel unterstreicht.

Thors coming-of-age Story ist geschickt und charmant erzält, bleibt aber vorhersehbar. Am Ende fühlt sie sich mit ihrer hastig abgehandelten Liebesgeschichte ein bisschen zu sehr an wie eine Vorbereitung auf Whedons Crossover-Epos, und nicht genug wie ein eigenständiger Film. Andererseits ist das Teil der Marvel-Strategie – die letzten Filme knüpfen praktisch nahtlos aneinander an und sind nicht nur als Teile eines Kanons, sondern als übergreifendes Gesamtwerk zu verstehen. Fans der Vorlage werden sich jedenfalls über die respektvolle Umsetzung freuen, während der „Geek-Faktor“ nicht hoch genug ist, um Uneingeweihte zu verschrecken.

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Eure Meinung zum Artikel
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  • 7. Mai 2011 auf 09:38

    „Für einen Mann, der nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel.“

    Habe den Film letzte Woche gesehen und war angenehm überrascht. Natürlich ist der Film kein großes Epos, bietet aber in 3D einiges zu sehen. Die Story ist zugänglich und fühlt sich wie eine Mischung aus Fantasy und Terminator an.

    Ich war am Schluss erstaunt, das Kenneth Branagh die Regie hatte. Der Mann ist ja eher für Shakespeare und Co. bekannt.

    7/10 Oscars … um mal in der alten mad4movies Terminologie zu bleiben.

  • 7. Mai 2011 auf 11:50

    Dieser Film ist noch auf meiner To-Watch Liste 🙂

  • 8. Mai 2011 auf 22:20

    Hey, Thor fand ich – bis er irgendwann wie viele andere durch die Rächer-Stories gelitten hat – cool, muss mir den Film mal ansehen.

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