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Kritik: Flying Colors – Second Nature

Musik
Überblick
Item Reviewed

Second Nature

Author
1. Oktober 2014
Genre

Prog, Pop, Rock

Künstler

Flying Colors

Jahr

2014

Die Prog-Pop Supergroup sucht auf dem superben zweiten Album noch immer nach einer Identität

Flying-Colors-Second-NatureKnapp drei Jahre nach dem Debüt Flying Colors legt die gleichnamige Supergroup ihr zweites Album nach. Second Nature ist besser produziert, ausgewogener und außerdem mit einem (adäquat bunten) Cover des Rush-Hauskünstlers Hugh Syme geadelt.

Die Vorbilder sind gleich geblieben – auch Second Nature erinnert oft an die Beatles, Muse und, kaum überraschend, Casey McPhersons Alpha Rev, die Steve Morse Band und die frühen Spock’s Beard. Flying Colors haben mit ihrem symphonischen Prog-Pop-Rock eine eigene Formel gefunden, aber gelegentlich überschatten die individuellen Zutaten die fertige Mischung. So zum Beispiel im ersten Song, dem Prog-Opus  „Open Up Your Eyes“, das so sehr nach (Neal) Morse und Portnoy klingt, dass er auch auf dem letzten Transatlantic-Album hätte sein können hätte.

Austauschbar ist keins der fünf Mitglieder – Steve Morses geschmackvollen Leads und Dave LaRues Fusion-Bassläufe tragengenauso ebenso viel des Projekts bei wie die kraftvollen Rhythmen von Ex-Dream Theater-Schlagzeuger. Die mit Abstand wichtigste Zutat ist aber Sänger Casey McPherson, der nicht nur eine der interessantesten Stimmen des letzten Jahrzehnts hat, sondern diesmal auch deutlich größeren Anteil am Songwriting.

Auch wenn „Open Up Your Eyes“ ein vergleichsweise unspektakulärer Anfang ist – kein schlechter Song, aber einer, der trotz der stilistischen Breite der Band auf Second Nature nicht gut aufgehoben ist – übertreffen Flying Colors später immer wieder das erste Album – zum Beispiel mit der Ohrwurm-Single Mask Machine (Video auf Vimeo), der Pop-Hymne “Lost Without You“, dem folkig angehauchtem „One Love Forever“ und der epischen Suite „Cosmic Symphony“, die mal an Muse, mal an Damien Rice erinnert und dabei wesentlich weniger aufgeblasen klingt als ihr Titel. Wunderschön ist auch der Song „Peaceful Harbor“, der Casey McPhersons leises „Hallelujah“-Vocal-Intro von der letzten Tour zu einer gefühlvollen Ballade ausbaut, die mit einem bombastisch-kraftvollen Gospel-Chor endet. Selbst die beiden schwächsten Songs des Albums, „Fury of my Love“ und „A Place in Your World“ (der einzige auf dem Neal Morse Lead Vocals singt) können mit der Qualität des ersten Albums mithalten. Während die erste Hälfte von Second Nature (auf der Vinyl-Version Seite A und B) eine direkte Fortsetzung des Vorgängers ist, wagen sich die fünf Musiker mit den letzten vier Songs (Seite C und D) auf neues Terrain.

Hundertprozentig haben sich Flying Colors zwar auch mit dem zweiten Album noch nicht gefunden – kein Wunder, wenn der Terminplan aller Beteiligten so voll ist, dass die dazwischengequetschten Studio-Sessions an Speed-Dating erinnern, aber Second Nature ist mehr als nur eine konsequente Weiterführung des Vorgängers, es ist eine spannende und oft unvorhersehbare musikalische Reise – und die zählt ja bekanntlich mehr als das Ziel.

Vom Debütalbum: All Falls Down (live)

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Second Nature ist eine selbstsichere Sammlung von Songs als das Debütalbum. Auch wenn ein Paar Songs nicht das ganze Musikalische Potential der fünf Musiker ausschöpfen, übertrifft das neue Album der Prog-Pop-Supergroup - gerade in der zweiten Hälfte - das erste und besteht mit Bravour (oder mit, wie man auf Englisch sagt, Flying Colors).

Pop/Kultur/Schock: POP, aber mit einem deutlichen KULTUR-Einschlag

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