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Buch-Kritik: Maryrose Wood – Das Geheimnis von Ashton Place

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Buch-Kritik: Maryrose Wood – Das Geheimnis von Ashton Place

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Der Umschlag: …verspricht den besten Anfang seit Lemony Snickets Der schlimme Anfang. Tatsächlich gibt es Gemeinsamkeiten: Auch auf Ashton Place gibt es drei charmante Waisen-Kinder (die allerdings offensichtlich als Wolfs-Kinder herangewachsen sind, und denen die 15jährige Gouvernante Penelope deshalb erstmal die Feinheiten der englischen Sprache und des aufrechten Gangs nahe bringen muss), und auch die sprachlichen Spleens von Maryrose Wood ähneln denen von Lemony Snicket: Genau wie er kommentiert sie das Geschehen mit bissigen Bemerkungen, erklärt „große“ Wörter mit brillianter Komik und achtet darauf, dass ihre Witze immer auf mehreren Ebenen funktionieren. Allerdings ist Das Geheimnis von Ashton Place zwar spannend – nicht nur muss Penelope die drei Waisen für Lady Constances Weihnachts-Ball präsentabel machen, es mehren sich auf die Hinweise darauf, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht -, trotzdem ähnelt der Roman eher einer Kinderbuch-Variante von Jane Austens hintergründigen Gesellschafts-Satiren als – wie Snickets Reihe – moderner Gothic Literatur für Kinder. Die vielen literarischen Anspielungen sind ein schöner Bonus und gut genug integriert, um Bücher-liebende Erwachsene zu erfreuen, aber niemanden zu verschrecken.

Bester Moment: „My heavens!“ Mrs. Clarke exclaimed. „I am sure I have never seen three such extraordinarily handsome and well-turned-out children!“ As you may know, complimentary remarks of this type are all too often made by well-meaning adults to children who are, to be frank, perfectly ordinary-looking. This practice of overstating the case is called hyperbole. Hyperbole is usually harmless, but in some cases it has been known to precipitate unnecessary wars as well as a painful gaseous condition called stock market bubbles. For safety’s sake, then, hyperbole should be used with restraint and only by those with the proper literary training.

Schlimmster Moment: Das Ende, an dem man feststellen muss, dass dieser ganze clevere, witzige, spannende kleine Roman zwar einen eigenen Spannungbogen hat, aber trotzdem hautpsächlich als Exposition für die späteren Bände fungiert, und dass man auf keine der vielen Fragen, die im Laufe des Romans aufgeworfen werden, auch nur den Hauch einer Antwort bekommt. Nicht nur das, Maryrose Wood wirft am Ende sogar noch einen gemeinen kleinen Cliffhanger ins Rennen, der meine guten Vorsätze (keine neuen Bücher bis Juni) umgehend ins Wanken gebracht hat.

Sollte man lesen… wenn man witzige, hintergründige Kinderliteratur wie Alice im Wunderland, Peter Pan oder Der Zauberer von Oz mag, oder wenn man etwa zehnjährige Kinder sehr glücklich machen (und nebenbei literarisch sensibilisieren) will. Gute Bücher in dieser Tradition sind selten, und Das Geheimnis von Ashton Place gehört mit Sicherheit zum Besten, was in den letzten Jahren in dieser Art erschienen ist.

 

PS: Ob die deutsche Übersetzung Maryrose Woods Roman gerecht wird, kann ich nicht beurteilen, die Leseprobe lässt aber das Beste hoffen.

PPS: Punkteabzug gibt es – und zwar ausschließlich – für den gemeinen Cliffhanger!

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  • 13. April 2012 auf 21:12

    Wenn ich weiterlese, würde ich eigentlich gerne irgendwann die Antwort dazu lesen :S
    Das finde ich sonst bissi anstrengend. Ist wie mit „Lost“, das mit jeder Folge nur mehr Fragen aufwirft, anstatt irgendwie nur ansatzweise eine Frage zu beantworten.

    • 14. April 2012 auf 12:53

      Na ich hoffe ja mal, dass sie im nächsten Band ein paar Antworten geben wird! Das über zwei, drei Bände zu ziehen, finde ich aber okay.
      Lost fand ich super, aber ich hätte auch gern die ein oder andere Frage noch beantwortet gehabt, zumal ich nicht der allergrößte Fan von der Teil-Auflösung war, die es dann nach sechs Staffeln endlich gab.

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