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L.A. Noire: Schatten, Sex und Serienmörder Teil 1

Rechte: Rockstar/Team BondiVon Desirée Kuthe und Kai Löffler

Los Angeles, 1947. Der junge Polizist Cole Phelps, gerade frisch zurück aus dem Krieg, stolpert bei einer nächtlichen Streife über eine Leiche. Mit Initiative und ein bisschen Glück löst er den Fall und wird befördert. Für insgesamt vier Dezernate streift Phelbs durch die Schattenseite L.A.s, wo nie klar ist, wer die Wahrheit sagt, und wer alles behaupten würde, um
seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Das rauszufinden ist der Kern von L.A. Noire, dem neuesten Titel aus dem Hause Rockstar, den Entwicklern von gefeierten Spielen wie Red Dead Redemption und der Grand Theft Auto-Serie. Zum ersten Mal schlägt sich Rockstar hier auf die Seite des Gesetzes und dreht damit das bewährte Konzept um, bei dem der Spieler in die Rolle eines Kriminellen bzw. Outlaws schlüpft.

Davon abgesehen wirkt L.A. Noire erstmal ähnlich wie die Vorgänger: Das virtuelle Los Angeles ist eine riesige, offene Spielwiese und greift
offenbar auf die gleiche Engine zurück wie die Vorgänger. Nicht nur sieht die Stadt ähnlich aus, sondern auch die Figuren – mit Ausnahme der Gesichter.

Denn das ist die große Neuerung: Rockstar hat über 300 Schauspieler ins Studio geholt (unter anderem die halbe Besetzung von Mad Men) und
nicht nur ihre Stimmen aufgenommen, sondern auch ihre Gestik und Mimik per Motion-Capture auf die Figuren im Spiel übertragen. Damit verabschiedet sich L.A. Noire von den üblichen, halb tot wirkenden Gesichtern, die einem sonst aus ähnlichen Spielen entgegen stieren.

Diese Verbesserung ist nicht nur kosmetisch, sondern wichtig für die Spielmechanik. Denn die Hauptaufgabe von Phelps ist es, beim Lösen der
Mordfälle anhand von Mimik und Stimme einzuschätzen, ob sein Gegenüber schwindelt. Und natürlich, wenn es so ist ist, es mithilfe von belastenden Streichholzbriefchen, blutigen Kleidungsstücken, alten Briefen oder glaubhafteren Zeugenaussagen zu überführen.Sobald Phelps an etwas Interessantem vorbei geht, vibriert der Controller, auf Knopfdruck notiert Phelps alles Wichtige in seinem Notizbuch. Hat er an einem Ort alles entdeckt, hört die Musik auf zu spielen.

Dank solcher Hilfen ist L.A. Noire nicht übermäßig herausfordernd. Man weiß immer, wo Phelps und sein Partner als nächstes hinfahren müssen und wer verhört werden soll. Die große, offene „Sandbox“-Welt ist also trügerisch. Man kann zwar wie bei GTA und Red Dead Redemption überall hinfahren, nur gibt es im virtuellen L.A. wenig zu tun – abgesehen natürlich vom Anrempeln und Überfahren unbeteiligter Passanten.

L.A. Noire ist trotzdem sehr fesselnd, dank der dichten Atmosphäre, der erstaunlich lebensechten Figuren und der faszinierenden, immer
komplexer werdenden Geschichte. Wer GTA in L.A. erwartete, wird aber sicher enttäuscht werden. Denn was Rockstar und das australische Team Bondi hier entwickelt haben, hat mehr mit einem interaktiven Film zu tun als mit einem „normalen“ Sandbox-Spiel. Denn der Zuschauer kann ab und zu am Geschehen mitwirken, aber die Handlung rauscht letztendlich linear einfach weiter, fast
unabhängig davon, was man tut und wie gut man in den einzelnen Fällen abschneidet. Selbst die Action-Szenen (Verfolgungsjagden, Schießereien oder Faustkämpfe) kann man überspringen, so dass Phelps den Übeltäter ohne Hilfe vom Spieler stellt.

Ein absolut perfektes Spiel ist L.A. Noire deshalb also nicht – aber die Integration echter Schauspieler ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum echten interaktiven Spielerlebnis. Und für Fans von Thrillern oder Film Noir ist es die Gelegenheit, noch einen Schritt tiefer in die korrupte Welt des Verbrechens einzutauchen als per Buch oder Film.

(2+)

PS: Das Thema Sex ist übrigens bei L.A. Noire erstaunlich unterrepräsentiert. Cole Phelps ist ein lieber Junge, treu verheiratet – und selbst die Ehefrau bekommen wir nie zu Gesicht.

Notiz: L.A. Noire ist erhältlich für die PS3 und die Xbox 360. Wegen der vielen Schauspieler sind die Dialoge nicht auf Deutsch synchronisiert sondern per Untertitel übersetzt.

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