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CD-Kritik: William Fitzsimmons – Gold in the Shadows

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CD-Kritik: William Fitzsimmons – Gold in the Shadows

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William Fitzsimmons war für mich eine der großen musikalischen Entdeckungen 2010 – die größte, um ehrlich zu sein. Seit ich zwei Jahre vorher zum ersten Mal von ihm gehört hatte, ist er auf meiner inneren „Unbedingt-Anhören“-Liste rumgegeistert, aber erst als ich seine dritte CD „The Sparrow and the Crow“ zufällig im Angebot gesehen habe, habe ich mir seine Musik ernsthaft angehört. Williams Fitzsimmons kommt aus der Singer-Songwriter / Folk-Ecke, und die Musik auf „The Sparrow and the Crow“ gehört zu der bewegendsten und gleichzeitig beruhigendsten, die ich je gehört habe.

Fitzsimmons ist nicht nur Musiker, sondern hat auch Psychologie studiert, und in seiner Musik scheint er sich selbst zu therapieren: Das zweite Album „Goodnight“ verarbeitet die Scheidung seiner Eltern, „The Sparrow and the Crow“ seine eigene. Das gerade erschienene vierte Album „Gold in the Shadow“ scheint ebenfalls eine Art Katharsis zu sein: Das Album beschäftigt sich mit seiner Essstörung und anderen psychologischen Krankheiten, mit denen Fitzsimmons in Berührung gekommen ist.

Obwohl es also inhaltlich fast noch einen Schritt persönlicher ist als seine letzten beiden Alben, ist „Gold in the Shadow“ musikalisch wesentlich optimistischer als seine Vorgänger und vermittelt nicht mehr ganz so sehr das Gefühl, einer Operation am offenen Herzen beizuwohnen. Das Album besteht zu großen Teilen aus Midtempo-Songs, und Fitzsimmons hat sein Instrumentarium erweitert. Vorher hat er hauptsächlich mit Gitarre, Stimme und ein paar elektronischen Einsprengseln operiert, dazu kommen nun mal ein Klavier, mal eine E-Gitarre, wesentlich mehr Percussions, gelegentlich sogar ein Schlagzeug oder ein Streichquartett.

So sehr ich mich freue, dass William Fitzsimmons sich musikalisch weiter entwickelt – „Gold in the Shadow“ bleibt seltsam zwischen zwei Stühlen – dem, wo er herkommt, und dem, wo er möglicherweise hingeht. Und an vielen Stellen bricht das Album dadurch für mich auseinander, Songs, die mit einem anderen Arrangement vielleicht großartig wären, sind mir fast egal, in anderen kommen Stimme und Instrumental-Track nicht richtig zusammen, weil Fitzsimmons zarter Gesang noch im alten Sound verhaftet ist. Auch wenn „Gold in the Shadow“ also sicher ein hervorragendes Album ist – die emotionale Dichte der beiden Vorgänger erreicht es für mich nicht.

Das gilt allerdings nur für das eigentliche Album. Die Bonus-CD der Luxus-Edition beinhaltet fünf akustische Versionen und fünf neue Songs. Erstens ist das im Vergleich zu den spartanischen Bonus-CDs vieler anderer Künstler – auf denen man häufig nicht mehr findet als zwei Remixe und vielleicht ein paar Videos – ziemlich großzügig; zweitens vermittelt die Bonus-CD genau die Wärme und die emotionale Tiefe, die Fitzsimmons’ frühere Alben kennzeichnet. Das Gold findet sich also tatsächlich in den Schatten bei diesem Album.

Für mich bleibt „The Sparrow and the Crow“ das Meisterwerk des Singer/Songwriters – aber vielleicht ist „Gold in the Shadow“ der perfekte Einstieg für jene, die sich lieber vorsichtig an Fitzsimmons freimütig offen gelegte Gefühlswelten rantasten möchten,. Und wer in die Deluxe-Edition investiert, hat sowieso gewonnen.

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