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Graphic Novel: The Walking Dead – Gute alte Zeit (Heft 1-3)

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Graphic Novel: The Walking Dead – Gute alte Zeit (Heft 1-3)

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Willkommen bei den „Anonymen Walking Deadlern“. Hinten gibt es Kaffee und Donuts und wer bereit ist, nimmt sich bitte einen Stuhl und setzt sich in den Kreis. In der Sendepause der The Walking Dead TV-Serie – also voraussichtlich von Dezember bis Februar – besprechen wir von Woche zu Woche Robert Kirkmans Comic-Vorlage an und vergleichen sie mit der TV-Serie.  

Der erste Band Gute alte Zeit, geschrieben vor mittlerweile acht Jahren, sammelt die ersten sechs Hefte und deckt im großen und ganzen die Handlung der ersten Staffel ab. Ich gucke mir diesmal die erste Hälfte an, also die Hefte 1-3.

 

Ähnlich wie der Pilotfilm der Fernsehserie beginnt der erste Band mit dem Schußwechsel, nach dem Texas Ranger Rick Grimes ins Koma fällt. Der ist auffällig effizient erzählt: In nur sieben Panels etablieren Robert Kirkman und Zeichner Tony Moore wie Rick und sein Partner Shane einen ausgebrochenen Sträfling stellen und wie Rick, nicht von Shane gedeckt, schwer getroffen wird und unbestimmte Zeit später im verlassenen Krankenhaus aufwacht. Hier entdeckt er – ähnlich wie der Protagonist von Danny Boyles (gleichzeitig erschienenem) 28 Days Later – dass die Welt sich in den vergangenen Wochen sehr verändert hat. Nachdem er einer Gruppe von Zombies entkommen ist, macht er sich zu Fuß auf den Weg zurück in die Stadt, wo er auf zwei weitere Überlebende trifft, Morgan Jones und seinen Sohn Duane, die Rick (und den Leser) mit dem nötigen Maß an Exposition versorgen.

Oberflächlich verläuft die Handlung der ersten drei Ausgaben fast identisch wie in Frank Darabonts Pilotfolge: Rick reitet in die Stadt, Glenn rettet ihn vor einer Horde Untoter und nimmt ihn mit in sein Camp, wo ihn nicht nur seine Frau und seinen Sohn erwarten, sondern auch sein alter Partner. Allerdings wirkt es im direkten Vergleich so, als könnte Kirkman es nicht erwarten, Familie Grimes endlich wieder zusammenzubringen. Während bei Darabont die Episode mit Morgen und Duane das Herz der ersten Folge ist, rasen im Comic diese Szenen nur so vorbei und fühlen sich an, als wären sich noch immer Teil des Prologs. Erst als Glenn und Rick das Camp erreichen, tritt Kirkman auf die narrative Bremse.

Tony Moore etabliert in seinen oft opulenten schwarzweißen Zeichnungen gekonnt die desolate Einsamkeit der postapokalyptischen Landschaft und spielt dabei oft mit filmischen Blickwinkeln und atmosphärischen Schatten. Außerdem ist bemerkenswert wie elegant und scheinbar mühelos er mit seinen Panels den Erzählfluss im Griff hat. Die Posen wirken gleichzeitig dynamisch und natürlich, und die Gesichter der Hauptfiguren sind praktisch immer gut getroffen. Ab dem zweiten Band übernimmt Charlie Adlard die Zeichnungen und ich kann mir gut vorstellen, dass ich Moores eleganten Stil vermissen werde.

Am Ende des dritten Bandes, nach nur knapp 70 Seiten, ist also extrem viel passiert. Einige der eindrucksvollsten Bilder des Piloten sind Kirkman – oder Darabont – offenbar erst später eingefallen. So fehlen zum Beispiel Morgans zombifizierte Frau, das Kind an der Tankstelle und der mysteriöse Hubschrauber.  Der „Money Shot“ von Rick, der auf der unbefahrenen Straße in die Stadt reitet, ist außerdem ohne die überfüllte Gegenspur deutlich weniger effektiv.

Im Vergleich zum Piloten der Fernsehserie setzt Kirkman in seiner ersten The Walking Dead-Graphic Novel andere Akzente; er spult das expositionslastige erste Kapitel seiner Geschichte in rasantem Tempo ab und ist offenbar mehr an der Gruppendynamik im Camp interessiert. Da genau diese Dynamik oft die Achillesverse der TV-Serie ist, sehe ich im direkten Vergleich der Zukunft der Hefte optimistisch entgegen.

Anmerkungen:

  • Die TV-Serie hat zwar genug Schwächen, aber die Besetzung ist immerhin perfekt ausgewählt.
  • Wer mit den Comics seine Entzugserscheinungen nicht komplett in den Griff bekommt, auf den warten noch die Walking Dead-Webisodes (allerdings auf Englisch).
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  • funky
    5. Dezember 2011 auf 22:52

    würde mich ja schon mal reizen die comics zu lesen. mal schauen wo man die günstig bekommt

    • 5. Dezember 2011 auf 23:05

      Ich bin auch schon sehr gespannt, wie die Geschichte in den Comics später von der Show abweicht.

      Falls du mit dem Gedanken spielst, die deutsche Ausgabe zu beschaffen, die Übersetzung ist gut geworden. Ab und zu sind mal Sätze ein bisschen zu wörtlich aus dem Englischen übersetzt und die „du“ und „sie“-Unterscheidung ist manchmal problematisch, aber nichts davon hat mich ernsthaft gestört – und ich bin SEHR kritisch, was Übersetzungen angeht.

    • Alexander M
      6. Dezember 2011 auf 15:01

      @funky, günstig sind die leider nicht auf legalem Weg zu erhalten… höchstens evtl in einer Bibliothek oder gebraucht. Comics müssen leider, wie Bücher zum Verlagspreis verkauft werden.
      Die Comics sind aber echt lesenswert. Bin eigtl. nicht so der Comicleser.. aber dachte mir, wie du… einfach mal testen..
      Naja und dann wurde es aus einem Band gleich mehrere^^ und ich bin beim aktuellen Band 14.

  • funky
    6. Dezember 2011 auf 01:02

    hmmm…na da bin ich nicht sooo kritisch. verhunzte synchros find ich da wesentlich schlimmer

    • 6. Dezember 2011 auf 13:15

      Klar, bei Synchros kann man natürlich noch mehr falsch machen. Das Thema Synchro vs. O-Ton polarisiert die Leute auch ganz extrem, ich glaube da werd ich demnächst mal was zu schreiben.

      Aber eine schlechte Übersetzung kann auch sehr viel kaputt machen, bei Büchern noch mehr als bei Comics.

  • 6. Dezember 2011 auf 23:27

    Ist gerade Graphic Novel Monat 😀

    Von dem habe ich aber noch gar nichts gehört – aber ich warte auch bis endlich Habibi geliefert wird :S

    • 7. Dezember 2011 auf 00:51

      Naja, was heißt „noch“ nichts gehört – die erste Ausgabe von The Walking Dead ist knapp zehn Jahre alt – inzwischen gibt es 14 Sammelbände. Ist aber halt jetzt ein großes Thema wegen der Fernsehserie.

      Ich bin ganz neidisch, dass du Habibi zum ersten Mal lesen kannst. Meiner Meinung nach ein echtes Meisterwerk.

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