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Kritik: Steven Wilson – Get All You Deserve (DVD/Blu-ray)

Film
Überblick
Item Reviewed

Get All You Deserve (live)

Author
4. Oktober 2012
Künstler

Steven Wilson

Jahr

2012

Wilsons neue live-DVD überzeugt mit Referenz-Sound, interessanter Optik und inspirierter neuer Band

Mit der Tour zu seinem zweiten Solo-Album Grace for Drowning hat Steven Wilson 2011 Maßstäbe gesetzt: Die Kombination aus erstklassigen Musikern, unter anderem Miles Davis-Keyboarder Adam Holzman, Ausnahmeschlagzeuger Marco Minnemann und Saxophonist Theo Travis und das Repertoire, das die Grenze zwischen Rock, Jazz und Prog verwischt, hat – zumindest für mich – für eins der spannendsten und besten Konzerte der letzten Jahre gesorgt.

Nach der exzellenten (und schnell vergriffenen) Live-CD Catalogue/Preserve/Amass hat Wilson jetzt das definitive Dokument der Grace For Drowning-Tour veröffentlicht: Get All You Deserve, aufgenommen in Mexico, enthält alles in allem mehr als zwei Stunden Musik – auf Blu-ray wie es sich gehört in Full-HD und DTS-HD Master Audio.

Expressionistischer Look, wuchtiger Sound

Die Optik ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man nicht mit dem Regisseur vertraut ist, Steven Wilsons „Hauskünstler“ Lasse Hoile. Statt dem Naturalismus, den man von vielen Konzertfilmen gewohnt ist, setzt Hoile auf einen expressionistischen Look mit Blaufilter, extremen Kontrasten und über-saturierten Farbtönen (er verzichtet aber auf die Vintage-Verfremdungen und die Schwarzweiß-Spielereien der Porcupine Tree-DVD Arriving Somewhere). Wer sich gestochen scharfes Demo-Material erhofft hat, mag enttäuscht sein; die künstlerische Optik fängt aber die Atmosphäre des Konzerts perfekt ein. Die DVD-Version ist weniger scharf als die Blu-ray und hat über weniger klar abgesetzte Farben, kann aber dem von Wilson und Hoile gewollten Look auch gerecht werden.

Anders als das Bild arbeitet der Sound am Limit des Möglichen; der DTS-HD MA-Spur der Blu-ray (alternativ auch als PCM-Stereospur) hat absolutes Referenzniveau, mit klar definierten, druckvollen Bässen, kristallklaren Höhen, die nie scharf klingen und einer perfekten räumliche Verteilung. Aber auch der DTS-Sound der DVD muss sich nicht hinter dem „großen Bruder“ verstecken.

Stimmige Inszenierung

Das wichtigste ist aber natürlich die Musik, und hier kann Get All You Deserve von Anfang bis Ende begeistern. Hoile fängt die ansteckende Spielfreude der Band (vor allem von Minnemann und Kajagoogoo[!!!]-Bassist Nick Beggs) genauso stimmig ein wie die perfekte Inszenierung aus Beleuchtung, Video-Projektionen und einem Vorhang zwischen Band und Publikum, der genau im richtigen Moment fällt.

Die Setliste besteht zum größten Teil aus Tracks von Grace For Drowning (das komplette Album minus „Track One“ und zwei kurzen Instrumentals) und vereinzelten Stücken des Debüts Insurgentes, die für Wilson für seine Band aktuelle effektiv neu arrangiert hat. Außerdem gibt es mit dem neuen Song „Luminol“ eine Art Preview auf das neue Album, auf dem man wohl auch diese Besetzung hören wird.

„Luminol“:

So gut wie alle Songs, vor allem die Highlights wie das epische „Raider II“, „Deform To Form a Star“ und das radikal neu arrangierte (jetzt weniger elektronische) „No Part Of Me“ klingen alle frischer und druckvoller als ihr Studio-Pendant.

Steven Wilson, der mit Porcupine Tree, No-Man und Blackfield Musikgeschichte geschrieben hat, könnte sich eigentlich bequem auf seinen Lorbeeren ausruhen. Aber nachdem er mit Grace For Drowning eines der interessantesten Alben der letzten Zeit aufgenommen hat, hat er sich mit dieser DVD/Blu-ray noch einmal selbst übertroffen. Die einzigartige Mischung von Jazzrock und symphonischem Prog mit Anklängen an King Crimson, Van der Graaf Generator und Wilsons eigenen Projekten gehört nicht nur ins Regal jedes Wilson-Fans, sondern ist einer der besten Konzertfilme aller Zeiten und jedem, der Musik ohne Genregrezen mag, ohne Einschränkung zu empfehlen.

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