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Filmkritik-Sparring „Willkommen in Cedar Rapids“

Film

Rechte: FoxDesirée:

Cedar Rapids ist eine mittelgroße Stadt mit etwas über 120.000 Einwohnern in Iowa, ökonomisch geprägt von der Mais-Industrie und einer Cerealien-Fabrik – aber für Versicherungs-Sachbearbeiter Tim Lippe, der einen Kongress dort besucht, ist Cedar Rapids die große Welt.

Tim würde noch bei Mama wohnen, wenn Mama nicht vor kurzem gestorben wäre, er hat gerade seine erste Affäre (mit seiner ehemaligen Grundschullehrerin), er trägt Baumwollrippunterwäsche, und alles was er nicht kennt ist gefährlich (inklusive dem „African American Man“ in seinem Zimmer, der sich als Kollege entpuppt).

Die Geschichte, die sich aus diesem Szenario entwickelt, ist nicht völlig unvorhersehbar: Natürlich springt Tim während des Wochenendes in der großen Stadt mehr als einmal über seinen Schatten, natürlich findet er unerwartete Freunde, natürlich blamiert er sich mehr als einmal bis auf die Knochen und natürlich ist er zum Schluss ein Anderer.

Trotzdem fand ich Willkommen in Cedar Rapids weder langweilig, noch habe ich mich übermäßig fremdschämen müssen. Das liegt daran, dass sowohl Regisseur Miguel Arteta als auch Hauptdarsteller Ed Helms noch ein gewisses Maß an Sympathie für Tim Lippe aufbringen und er sich zwar immer wieder lächerlich macht, aber der Film sich nicht noch zusätzlich über ihn lustig macht. Es ist wie mit einem alten Freund von dem man weiß, dass er immer mal wieder in ein Fettnäppchen tritt: Man schüttelt grinsend den Kopf und macht weiter im Programm.

Auch die Elemente von Buddy-Comedy und Heldenreise sind gut ausgewogen, und Miguel Arteta gelingt das
Kunststück, auch eine Frau in dieses Buddy-Quartett zu integrieren, die sich benimmt wie einer der Herren, und zwar ohne dass sie ihre Weiblichkeit an der Tür abgeben muss. Ich habe oft geschmunzelt und ein paarmal richtig lachen müssen. Wer von The Hangover II enttäuscht war, könnte mit Cedar Rapids mal sein Glück versuchen.

(2-)

Kai:

Ich fasse mich diesmal kurz, da ich mich da in den meisten Punkten nur anschließen kann.

Dass die ländlichen Gegenden im amerikanischen mittleren Westen eine Comedy-Goldgrube sind, haben schon die Coen Brothers mit Fargo ausgeschlachtet, und auch Cedar Rapids greift gekonnt Kleinstadt-Manierismen auf, die auf urbane Amerikaner und Europäer gleichzeitig liebenswert und absurd wirken.

Ed Helms, Veteran der satirischen Daily Show, hat sich mit The Hangover seine Nische als ebenso
sympathischer wie gehemmter Loser geschaffen, und Tim Lippe ist die konsequente
Kleinstadt-Variante dieses Charakters.

Der Verlauf der Geschichte ist mit der ersten Begegnung der Charaktere vorprogrammiert, aber die gut getimten Gags und die bis in die Nebenrollen stimmige Besetzung heben Cedar Rapids definitiv über meine Erwartungen. Klassiker? Eher nicht. Hat er Spaß gemacht? You betcha!

(2-)

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Antworten
  • BigBrother
    10. Juli 2011 auf 23:23

    Klingt nett, leider merke ich erst mal Schluss es geht um einen Film. Jetzt bitte so etwas noch als Buch dann kann ich meine Urlaubslektüre ergänzen 🙂

  • BigBrother
    11. Juli 2011 auf 14:40

    Nächste Woche Sonntag … Habe mir jetzt gerade die Bände 4 und 5 der Serie um Nicholas Flamel bestellt, die ersten Bände willst du ja bestimmt auch bald besprechen … 😉

  • 12. Juli 2011 auf 10:43

    So, mir ist was eingefallen: Ist zwar schon was älter, aber die Romane von Jan Weiler machen sich auf eine ähnliche Art wohlwollend ein bisschen über die Hauptfigur lustig. Und die finde ich auch noch wesentlich witziger als Cedar Rapids. Kannst Du in der Privat-Bibliothek Deines Vertrauens abholen kommen, wenn Du magst =)

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