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Kritik: Sophie Hart – Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee

Buch
Überblick
Item Reviewed

Sophie Hart - Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee

Author
10. April 2015
Originaltitel

The Naughty Girls Book Club

Genre

ChickLit

Spielt in

einer britischen Kleinstadt

Kommt aus

England

Jahr

2015

Länge

383 Seiten

Verlag

Piper

Eine Kleinstadt liest Erotika

sophie hart - unanständige frauen lesen und trinken kaffeeEine Café-Besitzerin gründet einen Buchclub, um das Geschäft und die Leselust ihrer Kleinstadt anzurkurbeln. Aber statt wie geplant die Klassiker zu diskutieren, spezialisiert sich die bunt zusammengewürfelte Truppe ziemlich schnell auf erotische Literatur. Das hat Folgen für alle Beteiligten…

ChickLit hat ja, egal ob in Buchform oder im Kino, oft das Problem, dass sie sich zu sehr an ihre Formeln klammert. Da klingt Sophie Harts Roman wie eine nette Abwechslung, zumal der Buchrücken verspricht, die Club-Mitglieder ließen nach und nach alle Hemmungen fallen. Außerdem gibt das Setup der Autorin Gelegenheit, das Phänomen Mummy-Porn ein bisschen unter die Lupe zu nehmen, denn die Figuren, die sich in Estelles Buchclub zusammen tun, sind keine mondänen Vamps, sondern alles von der schüchternen Alleinerziehenden bis zur unglücklich verheirateten Rentnerin.

Meine Erwartungen waren also relativ hoch – leider umsonst. Sophie Harts Roman tappt in fast jedes ChickLit-Klischee und hat vor allem überhaupt keine Überraschungen – und erst recht keine Ecken und Kanten. Vielleicht war ich da ein bisschen zu optimistisch war, aber ich finde, ein Erotik lesender Literatur-Club, der sich über die Pros und Kontras von MummyPorn austauscht klingt nach wenigstens ein paar Eckchen. Aber Fehlanzeige. Sophie Hart lässt die Damen (und den Herrn) in ihren Diskussion nichts interessanteres von sich geben, als man bei jeder x-beliebigen Party austauschen würde.

Die Geschichten der verschiedenen Club-Mitglieder sind konventionell. Besonders enttäuschend ist der Handlungsstrang von Rebekka, die ihre langweilig gewordene Ehe (sie ist ja schon ein ganzes Jahr verheiratet) inspiriert von der Club-Lektüre aufpeppen will. Sie beginnt als dominanter Partner, bevor ihr dann irgendwann klar wird, dass es ihr viel mehr Spaß macht, sich ein bisschen hauen zu lassen als selbst Hand anzulegen. Hätte das echt sein müssen? Frauen dürfen doch auch in ChickLit die Hosen anhaben, die Zeiten sind doch nun wirklich vorbei.

Es gibt außerdem natürlich die obligatorische Liebesgeschichte – in sowas werfe ich mich ja manchmal auch ganz gerne rein, das ist ja – Hand aufs Herz – zum Beispiel auch einer der Gründe, warum Jane Austen so viel Spaß macht. Aber die Geschichte von Estelle und ihrem neuen Lover hat mich überhaupt nicht bewegt. Kein Mitfiebern, keine Schmetterlinge im Bauch, nichts.

Und dann wird am Ende auch noch ohne jede Subtilität resümiert, wie sehr sich doch das Leben aller dank des Buchclubs verändert hat. Danke, Captain Obvious.

Um nicht unfair zu werden sei aber auch nochmal gesagt, dass Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee durchaus nett zu lesen ist. Es tut nicht weh, es liest sich flott weg, und wer eine Bahnfahrt vor sich hat und gerne möchte, dass die anderen Leute im Zug sich die ganze Zeit über neugierig fragen, was das wohl für ein Roman ist, dann ist dieses eine gute Wahl – immerhin das Coverdesign und der Titel sind schließlich klasse. Und ein paar Lesetipps in Sachen erotischer Roman nimmt man im Vorbeilesen auch noch mit.

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Ein Buchclub in einer Kleinstadt verlegt sich auf erotische Literatur, und das hat Folgen. Leider sind die vorhersehbar und nicht sehr inspiriert.

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