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Kritik: Under the Skin

Film
Überblick
Item Reviewed

Under The Skin

Author
12. Oktober 2014
Genre

Science Fiction, Horror, Drama

Regisseur

Jonathan Glazer

Besetzung

Scarlett Johansson, Jeremy McWilliams, Lynsey Taylor Mackay, Dougie McConnell, Kevin McAlinden

Drehbuch

Walter Campbell, Jonathan Glazer

Spielt in

Schottland

Kommt aus

England/ USA / Schweiz

Jahr

2013

Länge

108 Minuten

Jonathan Glazers Science-Fiction-Avantgarde-Drama ist zu 50% verstörend, zu 50% meditativ und zu 100% Geschmackssache

Under The Skin PosterEine außerirdische Lebensform in menschlicher Gestalt (perfekt verkörpert von Scarlett Johansson) lockt auf den Straßen Glasgows fremde Männer in ihren Van, um sie in ihre Wohnung zu verschlingen. Under The Skin basiert, wenn auch in stark vereinfachter Form, auf dem gleichnamigen Science Fiction-Roman von Michel Faber.

Ein Film hat in der Regel zwei Stunden Zeit, um Charaktere zu etablieren, Stimmung aufzubauen und eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, die dann ein dritter Akt idealerweise zufriedenstellend abschließt. Wer mit dieser Erwartung an Jonathan Glazers Under The Skin herangeht, kann sich bestenfalls auf zwei sehr lange Stunden und schlimmstenfalls auf eine beispiellose Tortur einstellen.

Die Entscheidung des Verleihs, den Film hierzulande nicht in den Kinos zu zeigen ist zwar bedauerlich, aber zumindest im Ansatz nachvollziehbar. Für viele Zuschauer wird er ein Fall von „Careful what you wish for“ sein, denn das Versprechen einer nackten Scarlett Johansson lockt viele Zuschauer an, die (ähnlich wie im Film die Schotten, die in ihren Minibus steigen) den Kauf der Kinokarte bzw. der Blu-ray/DVD bitter bereuen werden – und das obwohl Johansson tatsächlich über große Strecken des Films nackt ist.

Under The SkinGlazer, zunächst als Regisseur innovativer Videoclips wie Radioheads „Karma Police“ bekannt geworden, hat mit Under The Skin erst seinen dritten Film in vierzehn Jahren gedreht. Der führt ihn, nach dem Gangster-Drama Sexy Beast (2000) und dem Kammerspiel Birth (2004) zurück zur unterkühlten Bildästhetik seines Frühwerks. Trotz einer gelegendlich wackeligen Cinéma vérité-Handkamera (angeblich sind einige Szenen mit versteckter Kamera entstanden) setzt Glazer vor allem auf ausgedehnte Szenen ohne Schnitte und bedächtige Kamerafahrten. Damit erzeugt er, unterstützt von Mica Levi eindringlicher Musik, eine Atmosphäre, die so fremdartig und hypnotisch ist, dass Johansson (in einer herausragenden Schauspielleistung) als Fremde in einer fremden Welt zu einer Art Bezugsfigur wird.

Glazer, der nach Sexy Beast als das Wunderkind des neuen britischen Films gefeiert wurde, sucht sich seine Projekte so sorgfältig aus und lässt sich zwischen Filmen so viel Zeit, dass er im Vergleich jemanden wie Terrence Malick wie einen Workaholic aussehen lässt. Mit Under The Skin löst er sich vollständig von herkömmlichem narrativem Mainstreamkino und nutzt stattdessen die zwei Stunden des Films, um eine faszinierend fremdartige und verstörende Stimmung zu erzeugen.

Positives

Atmosphärisch
Kompromisslos und einzigartig
Fantastischer Soundtrack
Sehr überzeugende Scarlett Johansson

Negatives

Warnung für Mainstream-Puristen:
Bewusst langatmig und sperrig

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Unterm Strich

Jonathan Glazers Regie, Nica Levis Musik und Scarlett Johansson machen Under The Skin zu einem der ungewöhnlichsten, kompromisslosesten und verstörendsten Filme der letzten Zeit, einem der mit Mainstream-Kino so viel zu tun hat wie Scott Walkers "The Drift" mit Top 40-Pop. Ob das eine eindringliche Warnung oder eine glühende Empfehlung ist, muss jeder für sich entscheiden.

Pop/Kultur/Schock: SCHOCK

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