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Buchkritik: Joe Hill – Christmasland (NOS4A2)

Buch
Überblick
Item Reviewed

Joe Hill - Christmasland

Author
18. Dezember 2013
Originaltitel

NOS4A2

Genre

Dark Fantasy / Horror

Jahr

2013

Länge

800 Seiten

Awards

Bram Stoker Award Nominee for Superior Achievement in a Novel 2013: Nominiert

Verlag

Heyne

Frohe Weihnachten? Ha!

Joe_Hill_ChristmaslandWenn man dem Publikum der Comic-Con glauben darf umgibt Joe Hill eine kleine Tragödie der jüngeren Popkultur-Geschichte: Obwohl das Publikum in San Diego dankbar vor dem Piloten in die Knie gefallen ist, hat Fox die TV-Adaption seiner großartigen Graphic Novel Locke & Key abgelehnt, dabei hätte sie mit Sicherheit große Teile der Geek-Community sehr glücklich gemacht. Aber Hills ausufernde Fantasie (und die Hochglanz-Bilder von seinem Partner Gabriel Rodriguez) lassen sich eben nur mit ziemlichem Aufwand auf Leinwand oder Flatscreen bannen, und im Vokabular der TV-Studios heißt das: zu teuer . Deshalb wird auch sein neuer Roman Christmasland (der Originaltitel gefällt mir besser: NOS4A2, sprich: Nosferatu) wahrscheinlich erstmal mit dem Papierformat vorlieb nehmen müssen.

Hill erzählt darin von einem höchst eigenwilligen Vampir und dem Mädchen, das ihn jagt, mit Hilfe eines Fahrrades und einer Brücke, die nur sie sehen kann. Christmasland  lebt von der gleichen Mischung wie Locke & Key: korrumpierte Unschuld, magischer Realismus, übermächtige Bösewichte und zerbrechende Familien. Aber obwohl der Roman knapp 700 eng bedruckte Seiten füllt, ist die Geschichte wesentlich ‚kleiner‘, geradliniger, hat einen weniger umfangreichen mystischen Unterbau und ein bescheideneres Figuren-Ensemble.

Die vielen Seiten widmet Hill genau diesen Figuren. Vic ist eine sehr unwillige Heldin mit einer ganzer Batterie Schwächen, aber sie ist glaubhaft und menschlich und, im Gegensatz zu den meisten Strahlemännern des Genres, interessant. Das gleiche gilt für ihren Gefährten und erst recht für den so charismatischen wie verstörenden Charles Manx, der mich bis in meine Träume verfolgt hat.

Trotzdem ist Christmasland zu lang für die Geschichte, die es zu erzählen hat. Langweilig wird es nicht, dazu ist der Bösewicht zu exquisit unangenehm, die Idee zu gut und Victoria zu liebenswert, trotz all ihrer Fehler. Aber in der Mitte hängt die Story durch und die Balance stimmt nicht.

Joe Hill hat extra einen Künstlernamen gewählt, und das bestimmt, um dem langen Schatten seines Vaters zu entkommen – der ist niemand geringerer als Stephen King; und genau wie sein Bruder Owen nennt Hill als Quelle für sein erzählerischen Talent seine Mutter. Christmasland lässt keinen Zweifel daran, dass auch Papa ein paar Gene beigesteuert hat, aber Joe Hill schreibt sich nach und nach eine ziemlich attraktive eigene Nische irgendwo zwischen klassischem Gothic Horror und Neil Gaimans Neverwhere. Kein schlechter Ort für einen Genre-Autor mit Stil und Ambition.

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Christmasland ist sehr lang und hat in der Mitte einen leichten Durchhänger, das hemmt das Lesevergnügen aber nur geringfügig. Joe Hill ist einer der Besten des Genres.

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