Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Liebeserklärung: Elizabeth von Arnim – Verzauberter April

Buch
Item Reviewed

Liebeserklärung: Elizabeth von Arnim – Verzauberter April

Author


Jedes Jahr im April – oft genug schon wenn der April in greifbare Nähe rückt – ziehe ich ein hässlich grünes Büchlein aus meinem Regal. Es ist völlig zerlesen und hat braune Flecken auf der Rückseite, woher die stammen weiß ich nicht mal mehr. Aber dieses Büchlein läutet für mich den Frühling ein, egal ob draußen schon die Sonne scheint, oder ob der April – wie dieses Jahr – ein reines Klischee ist.

Mein hässliches Buch heißt Verzauberter April und ist ein Roman aus dem Jahr 1922 von der australischen (ja, wirklich) Autorin Elizabeth von Arnim. Darin beschließen vier ganz unterschiedliche Frauen, die sich nie zuvor begegnet sind, zusammen dem regnerischen London zu entfliehen: in ein kleines Castello an der italienischen Mittelmeerküste.

Kaum vor Ort, gewinnen die schüchterne (aber im Castello mirakulös aufblühende) Anwaltsgattin Lotty, die unglücklich in ihren eigenen Mann verliebte Rose, die junge, schöne und gelangweilte Lady Caroline sowie die verhärmte, gestrenge Mrs. Fisher und ihr Stock einander mit knirschenden Zähnen lieb.

Elizabeth von Arnim ist mit dem autobiographischen Elizabeth und ihr Garten berühmt geworden, und obwohl mir kaum etwas ferner ist als Floristik, machen mir ihre Beschreibungen vom italienischen Blumenmeer schon das Lesen wert. Vor meinem inneren Auge explodieren Seite für Seite neue Farben, ganz ohne bewusstseinserweiternde Substanzen.

Hier spielt die Verfilmung

Das alleine würde mich vielleicht trotzdem nicht dazu bringen, dieses Buch jedes Jahr wieder beim ersten Sonnenstrahl mit der Verzweiflung einer Ertrinkenden dem Regal zu entreißen. Aber Elizabeth von Arnim hat ein zweites Talent: eine feine Beobachtungsgabe, gepaart mit Humor.

Sie betrachtet ihre vier Damen mit sehr viel Wohlwollen, aber das hält sie nicht davon ab, die (beträchtlichen) Eigenheiten jeder Einzelnen unerbittlich durch den Kakao zu ziehen. Dabei heraus kommt eine witzige, entlarvende und trotzdem sehr charmante Sittenkomödie – eines der wenigen Bücher, die es mit denen von Jane Austen aufnehmen können.

Was man aber nicht erklären kann, ist dass manchmal bei einem Buch – oder einem Film – alles zusammenkommt und mehr ergibt als die Summe seiner Teile. Ein Kapitel des Verzauberten April auf dem Liegestuhl oder auf einer Parkbank (jedenfalls Sonne) bedeutet eine halbe Stunde Urlaub in Italien, in einem abgelegenen Castello direkt am Meer, und ist so erholsam wie ein ganzer Urlaubstag.

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Der Grund dafür, dass ich dieses optisch wenig ansprechende Buch jedes Jahr wieder genau im April lese, ist also weniger der Titel, sondern die Tatsache, dass ich nach dem langen Winter dringend Erholung brauche und es bis zum Sommer-Urlaub noch so schrecklich lange ist. Elizabeth von Arnims Verzauberter April ist das Nächstbeste.

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
kommentieren
Antworten
  • 18. Juni 2012 auf 20:42

    Jetzt hast Du mich mit Deiner Rezension ganz furchtbar neugierig gemacht. Ich glaube, ich muss dieses Buch jetzt fast sofort lesen. Ich werde mir eins bestellen und dann Deinen Spuren folgen.
    Danke, ich glaube, das war ein super Tipp
    LG von der Silberdistel

    • 26. Juni 2012 auf 08:48

      Das freut mich sehr!! Ich bin gespannt wie es Dir gefällt. Oder bewarst Du es Dir bis zum April auf?

      • 26. Juni 2012 auf 10:07

        Nein 🙂 Ich denke, ich werde es noch vor April lesen. Allerdings habe ich inzwischen einen kleinen Bücherstapel liegen, der auf mich wartet. Ich hatte noch einen Büchergutschein vom letzten Jahr, den ich nun endlich eingelöst habe. Ich freue mich schon auf meine Lesestunden 🙂

Antwoten

Total

}