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Kritik: B. J. Novak – Cornflakes mit Johnny Depp

Buch
Überblick
Item Reviewed

B. J. Novak - Cornflakes mit Johnny Depp

Author
18. Oktober 2014
Originaltitel

One More Thing

Genre

Erzählungen

Jahr

2014

Länge

333 Seiten

Verlag

Blumenbar

B. J. Novak (The Office) brennt ein Feuerwerk absurd-kreativer Ideen ab

B. J. Novak - Cornflakes mit Johnny Depp; CoverDie Konjuktur ist am Boden, weil einfach jeder mal einen depressiven Tag hat. Ein Junge kauft die süßen Cornflakes, die bei ihm zu Hause verboten sind, verliert dadurch ein Vermögen und lernt seinen echten Vater kennen. Johnny Depp stürzt sich in den Tod, Elvis lebt, eine künstliche Intelligenz verliebt sich unrechtmäßigerweise.

Die Erzählungen von B. J. Novak – Autor, Comedian und Schauspieler – sind mal zwei Zeilen lang, mal mehrere Seiten, aber nur wenige sind typische Kurzgeschichten: Sie bestehen selten aus einer Abfolge von Szenen oder haben eine dramatisch fortschreitende Handlung im traditionellen Sinne.

Stattdessen sind sie mal eine Art Schnappschuss, eine einzige Szene, fast ohne Kontext; mal ein Tagebucheintrag; eine kurze Chronik; die Grübelei eines Charakters; ein zusammenfassender Text, wie er in einer Zeitungsnachricht stehen könnte.

Es geht in Novaks Geschichten auch nicht um Atmosphäre, Dialog oder ums Erzählen an sich – eher sind sie in literarische Form gegossene Gedankenspiele. Als habe er sich eine Reihe möglichst absurder Szenarios vorgestellt und dann überlegt: Was wäre, wenn in diese Gleichung noch Element X oder Y eingeführt würde? Und das, was dann passieren könnte, exerziert er in eleganter, aber möglichst knapper Form konsequent bis zum Ende.

Dazu benutzt B. J. Novak immer wieder eine Art Krücke: Seine Erzählungen sind voll von Gestalten des öffentlichen Lebens, vor allem der Popkultur, und die funktionieren als dramaturgische Abkürzung. Ein Beispiel: Der Protagonist einer Story ist John Grisham, und kaum hat Novak den Namen John Grisham „ausgesprochen“, erwacht in unseren Köpfen ein ganzes Arsenal an Assoziationen. Erstens erspart das Novak zwei Drittel der Exposition, zweitens kann er mit diesen Assoziationen spielen.

Novaks Geschichten sind oft mit Woody Allen verglichen worden. Mit Allens Filmen haben sie in meinen Augen nicht so wahnsinnig viel gemeinsam, wer in Novaks Geschichten zum Beispiel nach redseliger Introspektive sucht, wird nicht fündig – wohl aber mit seinen Kurzgeschichten. Der Humor, der auf unerwarteten Wendungen basiert und eher ein ungläubiges lautes Auflachen hervorruft als ein amüsiertes Kichern; die starken Ausgangssituationen, die dann ganz ernsthaft durchdekliniert werden, egal wie absurd es dabei wird; und die fast schon unheimliche Kreativität.

Eins hat mir an den Erzählungen von B. J. Novak allerdings nicht gefallen: Richtig emotional wird es selten, und die wenigsten Charaktere sind fühlende, komplexe Wesen. Dadurch, dass es ihm meistens eher um die Entwicklung seiner Ideen als ums Erzählen selber geht und eben auch durch die erzählerische Kurzschrift, ist Cornflakes mit Johnny Depp eher ein Kopf- als ein Bauchvergnügen.

Hier geht es zur Aufbau-Seite, wo man nicht nur alle Details zum Roman nachlesen kann, sondern auch die ersten drei Geschichten.

 

 

 

 

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Wer sensible, emotional komplexe Kurzgeschichten wie die von Alice Munro liebt, wird mit B. J. Novak wahrscheinlich nicht so viel anfangen können. Wer aber Lust hat, eine Explosion von Ideen um sich herum zu erleben und in halsbrecherischem Tempo durch ein absurdes Universum zu stürzen, sollte B. J. Novak eine Chance geben.

Pop / Kultur / Schock: Viel POP mit einem Hauch SCHOCK.

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