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Jumping the Shark – Popkultur jenseits des Verfallsdatums

Fernsehen

Was heißt „Jumping the Shark“? Den Ausdruck gibt es, seit in einer späteren Staffel von Happy Days Arthur „Fonzie“ Fonzarelli einen Wasserski-Sprung über einen Hai wagt.

Gemeint ist, dass den Machern die Inspiration ausgeht und Qualität oft durch verzweifelte Gimmicks oder einfach durch Langeweile ersetzt werden. Hier sind ein paar tragische Fälle, von denen wir uns einen früheren – und würdevolleren – Abschied gewünscht hätten.

Pirates of the Carribbean / Fluch der Karibik:

Am Ende der Welt, aber nicht am Ende der Serie

Nachdem die Adaption der Disneyland-Attraktion Pirates of the Carribbean überraschend erfolgreich war, hat Produzent Jerry Bruckheimer (für seine wahrscheinlich einzigen Filmen ohne Slo-Mo-Hubschrauber), Regisseur, Autoren und Besetzung des Urfilms wieder zusammengetrommelt, um – nach dem Vorbild der Zurück in die Zukunft– und Matrix-Serien nicht eine, sondern zwei Fortsetzungen runterzukurbeln. Die haben zwar ein paar Längen und einen Hauch weniger Charme als der Ur-Film, aber alles in allem ist die Trilogie trotzdem gelungen. Mit Johnny Depp als Captain Jack Sparrow kann eben nichts schiefgehen… dachte man zumindest bis zum vierten Film, der freudlos und mechanisch abspult, was die Zuschauer erwarten.

Die Simpsons:

Immerhin selbstironisch: Die Simpsons

Bei den Abenteuern der 4-Fingrigen, gelben Springfieldianer lässt sich nur schwer auf einen konkreten Moment zeigen, wo sie „über den Hai gesprungen“ sind (mit einer Ausnahme – siehe Bild) . Die Talfahrt der Serie war eher wie ein schleichender Tod. Irgendwann zwischen der neunten und zehnten Staffel wurde die früher mal cleverste Show im Fernsehen zu einer reinen Gagparade, in der es nicht mehr um die Charaktere ging,  sondern um plakative Parodien und immer absurde Einfälle. Das Ganze ist zwar nach wie vor gut geschrieben, aber braucht die Fernsehlandschaft wirklich mehr als einen Family Guy?

Hellraiser:

Sprechendes Nadelkissen: Pinhead

Langsam bergab ging es auch mit Clive Barkers Hellraiser-Serie. Der erste Film, nach Barkers Novelle The Hellbound Heart, war 1987 eine kleine Sensation. Der Low Budget-Streifen hat gleichzeitig seinen Autor und Regisseur (auch Clive Barker) auf einen Schlag zum Superstar der Horrorszene gemacht und mit Pinhead (gespielt von Doug Bradley) einen Ikonischen Charakter geschaffen, der sich locker mit Freddy Kruger und Leatherface (aus Texas Chainsaw Massacre) messen kann. Auch der zweite Teil, der übertrieben blutige, aber kreative Hellbound ist für Genrefans absolut sehenswert. Anstatt aber aufzuhören, wenn es am schönsten ist, hat Barker (mittlerweile nur noch als Produzent) nicht etwa nur einen wirren dritten und einen trashigen vierten Teil nachgeschoben – inzwischen gibt es neun Filme, die immer weniger mit der Ur-Geschichte zu tun haben und in denen die Kurzauftritte von Pinhead mehr an Hitchcock-Cameos erinnern.

Dallas:

Bobby lebt!

Das vielleicht berüchtigste Beispiel ist Dallas, nachdem sich die Autoren in der 8. Staffel (von 13) in eine Sackgasse geschrieben und außerdem Hauptfigur Bobby Ewing umgebracht hatten. Deshalb ein Twist, der das Equivalent eines ausgestreckten Mittelfinger für die Fans war: Es war alles nur ein Traum.

So war auf einen Schlag Bobby wieder am Leben, und alle Ereignisse der 1985-86er Staffel waren ausgelöscht (genau wie viele Stunden aus dem Leben der Zuschauer).

The Vampire Chronicles (Anne Rice)

Mittlerweile gibt es – je nach Zählung – zehn oder zwölf Romane in der Serie. Und auch wenn bei den späteren Vampire Chronicles immer mal wieder ein Treffer dabei war, wäre vielen Fans lieber gewesen, Anne Rice hätte nach den ersten drei oder vier Bänden die Finger von den Vampiren gelassen

Anne Rice wendet sich nämlich in den 90ern der Religion zu, und lange Passagen ihrer Bücher geraten zu ausführlichen theologischen Diskursen. Auf der anderen Seite werden die (zugegebenermaßen nicht neuen) erotischen Anspielungen immer weniger subtil und nehmen immer mehr Raum ein. Beides geht auf Kosten der Handlung und vor allem der Kontinuität: Damit Anne Rice diesen oder jenen Punkt machen kann oder damit diese oder jene Affäre stattfinden kann, verhalten sich ihre Charaktere völlig erratisch und untypisch; manchmal verändert sich sogar (upps) ihre Biographie. Vor allem sind die späteren Romane aber größtenteils literarischer Kaugummi: zäh, zäh, zäh, und nicht besonders gehaltvoll.

http://www.youtube.com/watch?v=MDthMGtZKa4

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