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Jahresrückblick: „Pop Ten“ 2012

Film

Kais persönliche Highlights des vergangenen Jahres

Achtung: Das soll keine Bestenliste sein. Um also Fragen wie „Was ist mit Zero Dark Thirty?“, „Wo ist Mad Men?“ oder auch „Waaas… X soll besser sein als Y“ vorzubeugen: Ich liste einfach nur die zehn Popkultur-„Items“ auf, die dieses Jahr den nachhaltigsten Eindruck bei mir hinterlassen haben. Es fehlen auch ein paar Filme, die eigentlich auf diese Liste gehören; dafür kommt aber noch eine extra Top-Ten mit meinen zehn Lieblingsfilmen 2012, so dass es immerhin wenig Dopplungen gibt. Wäre die Liste länger, hätte ich noch The Raid, Homeland und Marillions neues Album Sounds That Can’t Be Made erwähnt. 

Musik

Rush – Clockwork Angels

Nicht das beste Album des Jahres, aber das überraschendste Comeback. Das kanadische Trio hat während seiner zahlreichen musikalischen Phasen in inzwischen 40 Jahren nie ein schlechtes Album veröffentlicht. Dieses ist aber das Erste, das die Energie und Kreativität der klassischen Ära 2112 (1976) – Moving Pictures (1980) einfängt. Sänger und Bassist Geddy Lee passt die Gesangslinien an seine inzwischen tiefere Stimme an und die Steampunk-Story des Albums, gepaart mit den beeindruckenden Illustrationen von Rush-Hauskünstler Hugh Syme, ergeben ein bemerkenswertes Gesamtkunstwerk. Als Bonus ist 2012 eine fantastisch klingende Surround-Abmischung von 2112 erschienen und Rush wurden endlich in die Rock n’Roll Hall of Fame in Cleveland eingeführt. Kein schlechtes Jahr.

Comic

Brian K. Vaughan & Fiona Staples – Saga

Brian K. Vaughan hatte als Autor von Comicserien wie Runaways und Y-The Last Man einen Namen, bevor er als Autor und Produzent für Lost sein Gefühl für Charaktere und Storylines im Fernsehen anwenden konnte. Saga ist seine Rückkehr zum Comic und seine bisher ausgefeilteste Serie. Die Geschichte – eine Art Romeo & Julia meets Space Opera-  lebt nicht nur von Fiona Staples‘ wunderschönen Zeichnungen, sondern vor allem von der unvorhersehbaren Geschichte, erzählt von der (anfangs) frisch geborenen Tochter der Protagonisten. Inzwischen gibt es die ersten sechs Ausgaben als Sammelband, aber wenn man einmal anfängt, ist es schwer, nicht jeden Monat für das neue Heft zum Comicladen zu rennen. Update: Eine deutsche Veröffentlichung ist für August 2013 geplant (Cross Cult).

Saga Rechte: Image

Joe Hill & Gabriel Rodriguez – Locke & Key

Locke & Key ist eine ähnliche Mischung aus ausdrucksvollem Artwork und inspiriertem Narrativ. Der dieses Jahr erschienene fünfte (und vorletzte) Band Uhrwerke (Clockworks) hat außerdem eine  mutigen Ausgangsidee: Statt den Cliffhanger aus dem letzten Teil aufzulösen ist der komplette Band eine Rückblende und erzählt die Vorgeschichte des Familiensitzes „Lovecraft“ und der räselhaften Schlüssel. Kaum eine der etablierten Hauptfiguren spielt in der Vorgeschichte eine Rolle, und trotzdem ist Uhrwerke nicht weniger spannend und fesselnd als seine vier Vorgänger. Schade, dass aus dem von Mark Romanek (One Hour Photo, Never Let Me Go) gedrehten TV-Piloten trotz enthusiastischer Reaktionen keine Serie wird. Wahrscheinlichster Grund: zu teuer.

Roman

Ernest Cline – Ready Player One

Kein Buch hat mir dieses Jahr mehr Spaß gemacht. Wenn Autoren ihre eigenen Fetische in Buchform ausleben, ist das für Leser nicht immer gewinnbringend. Ernest Cline hat es aber mit Ready Player One geschafft, nicht nur die großen Bands, Filme und Spiele (sowohl Computer- als auch Rollen-) der 80er zu „namechecken“, sondern nebenbei auch eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen. Pflichtlektüre für jeden, der auch nur ansatzweise an Popkultur interessiert ist.

George R.R. Martin – Ein Tanz mit Drachen / Game of Thrones Season 2

Sieben Jahre sind seit dem vierten Band A Feast for Crows vergangen. Nicht in Westeros, sondern bei uns. Möglicherweise angestachelt durch den Erfolg seiner TV-Serie, hat George R.R. Martin aber jetzt endlich den fünften (und vor-vorletzten) Band seines unendlich komplexen Lied von Eis und Feuer-Zyklus fertiggestellt. Wer tatsächlich sieben Jahre seit dem letzten Band gewartet hat, könnte ein Problem mit den zahllosen Charakteren und Handlungssträngen bekommen, daher ist es keine schlechte Idee, die Vorgänger zumindest nochmal anzulesen. Viele der Figuren sind schließlich seit Band 3 nicht mehr vorgekommen. Wenn man in der Geschichte „drin“ ist, ist A Dance with Dragons nicht weniger fesselnd als die besten Bände der Reihe. Gleichzeitig hat auch die zweite TV-Staffel von A Game of Thrones so gut wie alles richtig gemacht und das schwer verfilmbare zweite Buch gekonnt in ein 10-Episoden-Format eingepasst. Außerdem stammen einige der  besten Momente der Staffel, wie etwa die Szenen zwischen Aria und Tywin, nicht aus dem Buch, sondern sind eine Erfindung der Serienautoren (wenn auch mit Beratung von George R.R. Martin, der als Produzent an der TV-Version seines Epos beteiligt ist).

thrones7.1

Kino

Andy & Lana Wachowski / Tom Tykwer – Cloud Atlas

Die Tatsache dass Cloud Atlas bei Kritikern und Publikum so verheerend durchgefallen ist, ist für mich eines der großen Rätsel von 2012. Vielleicht sollte es das nicht sein. Ein Film, der in keine Schublade passt, wird von Kritikern selten gerne gesehen, und Kinozuschauer kaufen nicht gerne die Katze im Sack- vor allem wenn besagte Katze Überlänge hat.  Dabei sind die verflochtenen Geschichten alle nachvollziehbar und auch der Trailer hat einen guten Eindruck von Cloud Atlas‘ einzigartiger Stimmung vermittelt. Nicht jeder Schauspieler funktioniert in jeder Rolle, und Cloud Atlas mag nicht der beste Film des Jahres sein; dafür ist er der ambitionierteste und interessanteste.

Der Joss Whedon “Double-Whammy”

Auch wenn Joss Whedon als Comic-Autor einige der besten Ausgaben der X-Men geschrieben und als Script-Doctor Drehbücher wie Speed und Toy Story aufpoliert hat, kannte man ihn bisher vor allem als den Kopf hinter Buffy the Vampire Slayer und Firefly. 2012 hat sich das allerdings geändert, denn nicht nur war Cabin in the Woods (gemeinsam geschrieben mit Regisseur und Buffy-Veteran Drew Goddard) für viele Horror-Fans der Lieblingsfilm 2012, sein Marvel-Gipfeltreffen The Avengers war der Blockbuster des Jahres und hinter James Camerons Avatar und Titanic der dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Schade nur für die Fans, die mit ihren „Joss Whedon is my Master Now“ T-Shirts nicht mehr einem exklusiven Club angehören.

Peter Jackson – Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Ähnlich wie Cloud Atlas hat Peter Jacksons Tolkien-Verfilmung im Feuilleton wenig Lob geerntet, stattdessen haben ihm zahlreiche meiner Kritikerkollegen streng auf die Finger geklopft; sei es wegen „Aufblähen“ der dünnen Vorlage zu drei Filmen, übermäßigem Einsatz von Computereffekten oder „kindgerechten“ Elementen wie Rhadagast dem Braunen. Sei’s drum: Der Hobbit und der Herr der Ringe sind aus einem Guss, und mich würde es nicht wundern, wenn die drei Hobbit-Filme in einigen Jahren genau so sehr geschätzt werden wie Jacksons erste Trilogie.

Hobbit Rechte: Warner Bros

Fernsehen

The Walking Dead

Das neben Rush wohl unerwartetste Comeback des Jahres war die dritte Staffel von Robert Kirkmans Zombie-Saga The Walking Dead, bzw. deren erste Hälfte. Während sich letztes Jahr vor allem durch öde, uninspirierte Dialoge und entweder sprunghafte oder nicht vorhandene Charakterentwicklung ausgezeichnet hat, hat das Autorenteam es geschafft, echte Spannung, interessante Charakterbögen und dramatisch integrierte Action zurückzubringen, wie sie seit der spektakulären Pilotfolge gefehlt haben. Walking Dead ist zwar meilenweit davon entfernt, die beste Serie des Jahres zu sein (oder auch nur in der Top 5), aber einen solchen Qualitätssprung zwischen zwei Staffeln gab es bisher höchstens zwischen der ersten und zweiten Season von Heroes – und da in die andere Richtung.

Breaking Bad

Einen Qualitätssprung nach oben hat auch Vince Gilligans Breaking Bad gemacht – wie jedes Jahr seit der bereits fantastischen ersten Staffel. Die vielleicht bemerkenswerteste Serie der letzten Jahre schafft es nach wie vor, Spannung, Humor und feine Charakterzeichnung zu einer einzigartigen Mischung zu verweben. In vier Jahren hat Breaking Bad keine schlechte Szene, geschweige denn eine schlechte Folge produziert. Das liegt an den Ausnahmeschauspielern, vor allem Brian Cranston und Aaron Paul, aber auch an den Autoren, die für ihre Charaktere nie den Weg des geringsten Widerstands wählen. Leider ist die deutsche Synchronisation eher lieblos.

Breaking Bad

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