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Gratis Comic Tag 2014: Unser Ratgeber

Comic

Die besten Hefte des Jahres

Am nächsten Samstag (10.05.) ist wieder Gratis Comic Tag; die deutschen Comic-Verlage bedenken uns wieder großzügig mit Kostproben aus ihrem Programm. 30 Hefte stehen insgesamt zur Auswahl – wobei die Betonung auf ‘Auswahl’ liegt, denn in den meisten Comic-Läden und Buchhandlungen darf man der Fairness halber “nur” maximal fünf Hefte mitnehmen. Wir hatten Gelegenheit, alle 30 Hefte vorab zu sichten. Und damit sich die Jagd auch lohnt, stellen wir (D= Desirée und K=Kai) die Besten vor.

Die Must-Haves

Hieran führt kein Weg vorbei.

Rjessicablandyenaud & Dufaux – Jessica Blandy

Spannend, sexy und sophisticated: Die Kreuzung zwischen Southern Gothic und Krimi ist sehr erwachsen, hat starke Frauen-Figuren, aktualisiert optisch geschickt den franko-belgischen Stil und lässt sich außerdem nur unter Androhung von Gewalt wieder aus der Hand legen. Das Heft beinhaltet den kompletten 16. Band der Erfolgsserie, einen in sich abgeschlossenen Fall, der viel Lust auf die Serie macht. (D)

sherlockholmesSylvain Cordurié & Laci – Sherlock Holmes & das Necronomicon

Der rationalste Detektiv der Literaturgeschichte und Lovecraft-artige übersinnliche Phänomene? Seltsamer Spagat, aber er gelingt. Sherlock Holmes & das Necronomicon ist super erzählt, dazu kommen das atmosphärische, opulente Artwork und ein gutes Gespür für den Ton von Arthur Conan Doyle. Das Heft erzählt zwar nur die Hälfte der Geschichte, ist aber trotzdem eins der Längsten dieses Jahr. (D)

kinderlandMawil – Kinderland

Der Berliner Kultautor (Wir können ja Freunde bleiben) nimmt seine Leser mit zurück in die letzten Tage der DDR in (einem Kapitel aus) Kinderland, einer rotzigen, semi-autobiografischen coming-of-age Graphic Novel. Kein Heft dieses Jahr hat mehr Persönlichkeit als Mawils, der den jungen Mirco mit seinen krakeligen Zeichnungen und naturalistisch-berlinerischen Dialogen perfekt in Szene setzt. Fazit: Geilet Teil. (K)

 

Die besten Appetizer

Diese Hefte machen Lust gleich wieder umzudrehen, um im Laden den ganzen Band zu kaufen (so es ihn denn schon gibt).

strangersinparadiseTerry Moore – Strangers in Paradise

Dieses Heft umfasst zwar nur eine Episode (das erste Original-Heft der legendären Indie-Serie), aber dafür ist Strangers in Paradise auch eine der besten Comic-Serien aller Zeiten. Wer sich nicht auf Anhieb in die energische, einen Hauch wahnsinnige Katchoo und ihre beste Freundin Francine verliebt, muss ein Herz aus Stein haben. Auf Deutsch erscheint die Serie gerade zum ersten Mal vollständig, 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung in den USA, und zur Feier des Tages hat Terry Moore das erste Heft sogar koloriert. (D)

tokyo_ghoulIshida Sui – Tokyo Ghoul

Zum Haareraufen! Dieses Heft bricht genau an der Stelle ab, wo es richtig spannend wird – aber dafür verspricht der  Einstieg viel: eine intelligent erzählte Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und Zombie-Thriller. Klingt erstmal nicht außergewöhnlich, zugegeben – aber Protagonist Ken, auf der Suche nach seiner Identität, wird selbst zum Untoten. Tokyo Ghoul könnte schöner übersetzt sein, wirkt aber so ambitioniert, dass es dem legendären Manga Death Note Konkurrenz machen könnte. (D)

tempestcurseMartina Peters – Tempest Curse

Die Düsseldorfer Künstlerin hat den Manga-Stil perfekt gemeistert. Die Leseprobe von Tempest Curse (erscheint im September) ist zwar zu kurz um ein echtes Gefühl für die Figuren zu bekommen, aber die Geschichte um den maskierten Rächer „Grim Reaper“ versprüht schon auf ihren wenigen Seiten viel Hard Boiled-Charme. (K)

 

Familienfreundlich

Generationenübergreifend gut

pauls-abenteuerÉmile Bravo – Pauls fantastische Abenteuer

Wäre auch unter den besten Appetizern gut aufgehoben gewesen, denn dieses Heft hört auf, wenn es gerade interessant wird. Trotzdem ist dieses Heft der beste Kinder-Comic des Jahres. Angelehnt an die franko-belgische Schule erzählt er eine clevere Sci-Fi-Geschichte, die sich subtil über Klischees lustig und deshalb auch Erwachsenen Spaß macht. Charmant, witzig und voll gelungener Twists. (D)

Ahndongshik – Lindbergh

lindberghDer junge Knit lebt in „Eldura“ einer isolierten Stadt auf einer Bergkuppe. Hier sind Flügel das Wappen des Königs und deshalb ist jede Form von Fliegen für das einfache Volk verboten. Wozu auch, schließlich lebt niemand im unerforschten Gebiet außerhalb der Stadt und Flugversuche – wie der von Knits Vater – enden tödlich. Der Appetithappen des Fantasy-Manga ist Fantasievoll erzählt und endet mit einer (für Genrekenner vorhersehbaren) Überraschung. (K)

waisenRoberto Recchioni, Emiliano Mammucari & Massimo Carnevale – Waisen

Herr der Fliegen trifft auf Falling Skies: Nach einem Angriff Außerirdischer (die sich in diesem Heft vornehm im Hintergrund halten) liegt die Welt in Schutt und Asche. Das postapokalyptische Setting der italienischen Serie Waisen gewinnt sicher keine Preise für Originalität, aber die Young Adult-Story ist effizient erzählt, gekonnt gezeichnet (im Stil von US-Comics wie Morning Glories) und macht Lust auf mehr. (K)

 

Die großen Namen

Bei den großen Franchise-Titeln war dieses Jahr nicht viel Herausragendes dabei – mit einer Ausnahme.

foreverevilDC: Forever Evil

Nicht Geld ist in diesem Comic die Wurzel alles Bösen, sondern „Earth 3“, das Paralleluniversum der DC-Welt. Von dort stammt die Schatten-Variante der Justice League. Dank der bösen Varianten bekannter Helden wie Superman ist Forever Evil ein Pflicht-Titel für DC-Fans und sticht die Konkurrenz, Marvels (auch empfehlenswerte!) Avengers, aus. Immerhin macht sich hier niemand Konkurrenz – bei uns erscheinen beide Serien bei im selben Verlag. (K)

 

Viel Comic fürs Geld

Dicke Hefte für all jene, die nicht in Versuchung geführt werden wollen

elfenPeru & Bileau – Elfen

Ein dritter Band? Ja, ein dritter Band, aber der erzählt auch eine komplett in sich geschlossene Geschichte von Anfang bis Ende. Und diese Geschichte hat es in sich: In wunderschönem Artwork (ein Hybrid aus franko-belgischer Ligne Claire und amerikanisch leuchtenden Farben) verpassen uns die Autoren einen kleinen Schlag in die Magengrube – und außerdem ist “Elfen” der mit Abstand epischste der 30 Comics. (D)

brunobrazilMichael Greg & William Vance – Bruno Brazil: Der Hai der zweimal starb

Perfekt sitzende Fönfrisuren, Motorboote und mit Harpunen bewaffnete Männer im Taucheranzug: Nicht nur der Titel klingt nach 007, der ganze Comic um den Agenten Bruno Brazil – ursprünglich 1968 erschienen im Magazin Tintin –  fährt im Kielwasser von Sean Connerys 60er Variante des Agenten mit der Lizenz zum Töten. Der Hai der zweimal starb ist kein Höhepunkt frankobelgischer Comic-Kunst, und nach interessanten weiblichen Charakteren sucht man (wie öfter bei Popkultur aus den 60ern) vergeblich. Dafür ist das Heft liebenswert retro, naiv-charmant und – nicht zu verachten – eine komplette, in sich abgeschlossene Geschichte. (K)

 

Die Siegerurkunden

Wer jetzt noch Lust hat, weiter durch die Stadt zu ziehen, sollte es mit diesen Heften versuchen.

Nicht ganz so, aber immer noch ziemlich gut sind der Anfang des deutschen post-apokalyptischen Szenarios Gung Ho, das viel Potenzial hat, aber in gewöhnungsbedürftig digitalem Artwork und etwas ungeschliffenen Dialogen erzählt ist.

richard_loewenherzRichard Löwenherz von dem kleinen aber sehr ambitionierten Verlag Dani Books erzählt sehr erwachsen von den Kreuzzügen, auch wenn alle Figuren antropomorph sind. Das Heft, immerhin ein ganzer Band, wäre richtig gut, wäre Richard Löwenherz als Charakter nicht so schwach.

Der deutsche Comic Alisik beweist, dass digitale Illustrationen richtig gut aussehen können – und die Geschichte lockt mit Neil Gaiman-artiger Seltsamkeit. Aber sie ist vorbei, noch bevor man sich so recht ein Bild machen kann.

Der dritte Manga aus dem Hause Kazé, Magi,  ist ein nettes, aber nicht abgeschlossenes Abenteuer für Kinder mit zwei charmanten, wenn auch Genre-typischen Helden und liebevollem Artwork.

Auf der offiziellen Webseite findet Ihr weitere Infos zum Gratis Comic Tag 2014
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