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Graphic Novel: The Walking Dead – Die Zuflucht (Band 3)

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Graphic Novel: The Walking Dead – Die Zuflucht (Band 3)

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Der dritte Band „Die Zuflucht“ („Safety Behind Bars“) sammelt die Hefte 13-18.

Der direkte Vergleich mit der Walking Dead Fernsehserie, den ich in meinem Einleitungstext großspurig ankündige, ist spätestens mit dem dritten Band „Die Zuflucht“ offiziell Blödsinn. Die Charaktere haben nur noch marginal mit ihren TV-Gegenstücken zu tun und die Handlungsstränge und –Orte überhaupt nichts mehr. Was man allerdings vergleichen kann ist die Qualität – und in dieser Hinsicht schlägt der dritte Band die Fernsehserie nicht nur, er pulverisiert sie.
Die Location ist diesmal, wie der englische Titel „safety behind bars“ andeutet, ein Gefängnis, dass unsere Überlebenden sich als neue Heimat ausgeguckt haben. Das Ambiente ist alles andere als gemütlich, aber wenn im Umland Horden von Zombies umherziehen, die es auf menschliche Snacks abgesehen haben, kann man eben nicht wählerisch sein – und immerhin lassen sich viele der Räume abschließen, wenn auch von der falschen Seite.
Auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie realistisch es für Rick Grimes und Gang ist, ausgerechnet ein Gefängnis als Zuflucht zu wählen, illustriert die neue Umgebung perfekt den desolaten und beklemmenden Zustand der Charaktere und ihrer Welt – und bietet mit seinen Zäunen, finsteren Gänge und vergitterten Zellen ganz neue dramaturgische Möglichkeiten.
Außerdem stellt Autor Kirkman stellt in diesem Band endgültig unter Beweis, wie gut er den dramaturgischen Motor des Genres versteht. Wie in den besten Zombiefilmen sind die Menschen sich selbst der größte Feind, und die Spannungen zwischen den Überlegungen kochen in der klaustrophobischen Umgebung unweigerlich hoch.
Comic-Rick ist ein entschieden anderer Character als TV-Rick; auch wenn er nach wie vor die primäre Identifikationsfigur ist, verknüpft Kirkman die moralischen und empathischen Züge des Charakter mit der Aggressivität und dem Pragmatismus von TV-Shane. Der Tod von Comic-Shane im ersten Band war zwar ein Schock (und der Kurzauftritt von Zombie-Shane bietet ein willkommenes Wiedersehen), aber der Charakter fehlt in der Dynamik der Gruppe auffallend wenig.
Neben der finsteren Handlung und Ricks zunehmend komplexer Persönlichkeit ist aber vor allem Zeichner Charlie Adlard der Grund warum der dritten Bandes so viel besser ist als seine Vorgänger. Während seine Panels in den ersten Ausgaben nach dem Fortgang von Tony Moore manchmal noch etwas unbeholfen daherkamen, hat Adlard hier endgültig seinen Stil gefunden. Gleichzeitig einfacher und ausdrucksvoller als Moores Zeichnungen setzt er auf tiefe Schlagschatten und Film Noir-artige Bildkompositionen.
Die geschickt aufgebaute Handlung – inklusive Cliffhanger und die selbstbewusst ausdrucksvollen Zeichnungen machen „Die Zuflucht“ nicht nur zum bisher besten Band der Walking Dead-Reihe, sondern zu einem der besten Comic-Bände, die ich in der lezten Zeit gelesen habe.

Was bisher geschah:
Gute alte Zeit (Heft 1-3)
Gute alte Zeit (Heft 4-6)
Ein langer Weg (Heft 7-12)

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  • ChrisNM
    5. Januar 2012 auf 01:34

    Die Handlungen und Orte kommen ja auch erst in den nächsten Folgen und Staffeln der TV Serie. Du bist mit den Comics jetzt in der Zukunft ^^

    • 5. Januar 2012 auf 01:41

      Naja, aber auch nicht so richtig, oder? Der zweite Band hatte ja auch eher wenig mit der zweiten Staffel zu tun.
      Wäre natürlich nett, wenn Kirkman im Fernsehen tatsächlich in die selbe Richtung geht. Aber irgendwie scheint er sich da viel weniger zu trauen, vor allem was die Charaktere angeht.

      • ChrisNM
        5. Januar 2012 auf 04:23

        Alles ist so nicht umsetzbar. TV ist halt doch mal ne ganz andere Liga und anders wärs auch langweilig. Ich finde man konnte im TV sehr viel aus den Comics wiedererkennen. Ob jetzt Rambo Shane fehlt oder nicht macht den Kohl auch nicht Fett 😉 Wäre mir sogar lieber. Er bringt zwar derzeit die Story voran, geht mir trotzdem mächtig auf den Keks mit seiner ewig gleichen „Jetzt mach ich gleich den Teller kaputt“ Mimik 😉

        Was oft kritisiert wurde ist das die Darsteller so blass sind, keiner so richtig fehlt wenn sie ausscheiden. Nun, das ist ja das Dilemma, das wenn der falsche „Liebling“ gehen muss, die ganze Serie den Bach runter gehen kann. Also lieber erst mal Oberfläche^^
        Im Comic sind derweil schon wieder zehn neue Charaktere gezeichnet worden 😉 Der Comic kann viel mehr experimentieren, als das die TV Serie je könnte.

        • 5. Januar 2012 auf 13:55

          Klar hat man im Medium Graphic Novel mehr Freiheit, als wenn da Millionen-Budgets dran hängen. Comic-Charaktere sind auch weniger sauer wenn sie sterben als Schauspieler. Und die Zuschauerzahlen scheinen immerhin zu stimmen.

          Aber es ist halt schade, wenn man schon so eine Serie adaptiert und dann genau das weglässt, was sie so gut macht. Serien mit Potential, die sich nichts trauen und es allen recht machen wollen, gibt es genug – dann kann man auch direkt Falling Skies gucken. Oder Star Trek Enterprise *schauder*.

          Mich hat ja – wie erwähnt – das Ende der siebten Folge ein bisschen versöhnt. Trotzdem freue ich mich mehr auf den nächsten Band der Comic-Serie.

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