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Graphic-Novel: Steam Noir: Das Kupferherz 2

Comic
Überblick
Item Reviewed

Steam Noir: Das Kupferherz Zwei

Author
14. August 2012
Genre

Science Fiction, Steampunk

Autor

Verena Klinke, Felix Mertikat

Zeichner

Felix Mertikat

Jahr

2012

Serie

Steam Noir

Verlag

Cross Cult

Der zweite Teil der deutschen Steampunk-Reihe ist spektakulär, spannend und viel zu kurz

Bei den Nachforschungen von Bizarromant Heinrich Lerchenwald rückt der eigentliche Fall um einen Kindermord und ein gestohlenes mechanisches Herz immer mehr in den Hintergrund, während die Lage im Land zu einem Bürgerkrieg zu eskalieren droht – sofern man „Seelen“, die lebenden Toten, als Bürger zählt.

Dank dem Mini-Prequel, der Gratis Comic Tag-Kurzgeschichte Zeitenwende haben Steam Noir-Fans schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Texte der neuen Autorin Verena Klinke bekommen.  Der zweite Band bestätigt den ersten Eindruck: Klinkes Texte sind gegenüber ihrem Vorgänger Benjamin Schreuder ein deutliches Upgrade. Das sagt weniger über Schreuder aus, der sehr ordentlich getextet hat; Felix Mertikats Germano-Steampunk zu betexten kann keine leichte Aufgabe sein; bewußt altertümelnde Sprache klingt schnell gestelzt. Der Erfolg ist ein umso größeres Kompliment für Klinke: Dank der Texte, die die Bilder perfekt komplementieren, wirken die Panels von Steam Noir 2 organischer und deutlich weniger bemüht.

Die größte Stärke von Steam Noir ist aber nach wie vor das Setting: Das Reich Landsberg ist ein perfekt umgesetzter Widerspruch, eine  romantische Dystopie. Die Lebenden und Toten begegnen sich in einer Welt, die zu gleichen Teilen an Terry Gilliams Brazil und The Sound of Music erinnert.

Der Band beginnt dem vielleicht ikonischsten aller Steampunk-Bilder – einem dampfgetriebenen Luftschiff – führt aber dann nach und nach Facetten der Welt ein, die man in Teil 1 noch nicht gesehen hat. Heinrich Lerchenwalds Nachforschungen führen ihn unter anderem in eine verregnete, David Fincher-eske Stadtlandschaft, die sich den Titel „Noir“ redlich verdient.

Die Panels schaffen einen eleganten Erzählfluss und fallen trotz ihrer dreckig-braunen Farbtöne oft spektakulär aus; Mertikat beweist ein untrügliches Gefühl für Bildkomposition und gut platzierte Highlights in dunklen Panels. Einer der visuellen Höhepunkte im zweiten Band ist ein atmosphärisches Flashback, das sich in seiner Scherenschnitt-Optik radikal vom Rest der Geschichte abhebt. Steam Noir bleibt eine der optisch beeindruckendsten Comicserien der letzten Zeit.

Einen großen Haken hat Das Kupferherz 2 trotzdem: Mit rund 50 Seiten hat der Comic mehr das Format eines monatlich erscheinenden Heftes als das eines Sammelbands. Dazu kommt das nicht gerade rasante Erzähltempo: Die Geschichte legt viel Wert auf Atmosphäre, und das Vergnügen ist daher sehr kurz. Immerhin gibt es als Entschädigung ein paar Seiten Anhänge mit Interview, Skizzen, Anmerkungen und Steam Noir-Artwork von verschiedenen Künstlern. Ein bisschen mehr Material hätte hier nicht geschadet, aber immerhin wird die Enttäuschung über das abrupte Ende etwas abgefedert.

Steam Noir ist auch im zweiten Teil sehr unterhaltsam, ambitioniert und macht große Lust auf mehr. Die Geschichte um Bizarromant Heinrich Lerchenwald wird irgendwann zuende gehen, aber man kann davon ausgehen, dass Felix Mertikat – und Verena Klinke – mit der Welt Landsberg noch lange nicht fertig sind.

Auch wenn das Preis-Leistungsverhältnis eine bittere Pille ist, Steam Noir – Das Kupferherz 2 hat sich einen Platz im Regal von Comicfans redlich verdient. Die sollten schon mal anfangen zu sparen, denn Teil 3 ist noch für Ende dieses Jahres geplant.

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