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Graphic Novel: Terry Moore – Rachel Rising

Comic
Überblick
Item Reviewed

Terry Moore - Rachel Rising

Author
19. Mai 2014
Genre

Mystery-Thriller

Zeichner

Terry Moore

Jahr

2014 (im Original in Serie seit: 2012)

Verlag

schreiber&leser

Auferstehung, brilliant erzählt –  ganz ohne Zombies und Heiligen Geist

Rachel Rising, Tochter des Todes; Rechte: Schreiber & LeserMan soll sowas ja nicht leichtfertig behaupten, aber in diesem Fall gibt es eigentlich keinen Zweifel: Der amerikanische Autor und Zeichner Terry Moore ist ein Phänomen. Gründe dafür gibt es gleich drei:

1. ist Moore ein Vorreiter der Indie-Szene, der seine Kultserie Strangers in Paradise über Jahre hinweg selbst verlegt hat – seit den frühen 90ern, in einer Zeit also, als sowas gar nicht so üblich war, zumal der Webcomic noch in den Kinderschuhen steckte.

2. schreibt Moore in einer Szene, die immer noch eher männlich dominiert ist – obwohl sich das in den letzten Jahren zugegebenermaßen stark gewandelt hat – mit Vorliebe überlebensgroße Frauenfiguren

3. gehört Moore zu den Besten.

Rachel Rising, seine aktuelle Comic-Serie, beweist das direkt nach dem Aufschlagen: Terry Moore beginnt seine Geschichte mit 9 1/2 Seiten Stille. 9 1/2 Seiten, auf denen sich eine junge Frau in einem verlassenen Waldstück langsam und beharrlich aus dem Boden gräbt, geschwächt, verzweifelt und verwirrt. Am Ende dieser neun Seiten wissen wir, dass Rachel sich nur vage daran erinnert, was ihr geschehen ist, dass eine kühle Doppelgängerin ihre Wiederauferstehung überwacht, und dass uns nichts anderes übrig bleiben wird, als die verletzliche, ausdrucksstarke Rachel genauso zu lieben wie ihre Vorgängerinnen in Strangers in Paradise.

Moores Dialoge, die nach diesen ersten Seiten ganz normal einsetzen, sind auch in der deutschen Übersetzung mühelos natürlich und haben oft eine bissig angehauchte Leichtigkeit, für die andere Autoren morden würden. Aber seine größte Stärke ist trotzdem sein Artwork: Moores schwarz-weiße Zeichnungen sind detailliert und trotzdem aufgeräumt und klar. Und seine Figuren – egal ob Gesichter oder Körpersprache – springen förmlich aus den Seiten, weil jede Nuance stimmt.

Dass die Charaktere so stark sind und man sie nach ein paar Seiten schon nicht mehr gehen lassen kann, ist ein Glück. Denn die Geschichte selbst hat in diesem ersten Sammelband von Rachel Rising noch nicht den Drive, den sie später bekommen wird. Es passiert zwar jede Menge – zu viel verraten will ich nicht, aber Rachels Leiche bleibt jedenfalls nicht die Einzige – und Moore wirft geschickt einen rätselhaften Köder nach dem anderen aus – aber wie die verschiedenen Episoden zusammenhängen und in welche Richtung die Geschichte gehen wird, können wir uns zu diesem Zeitpunkt genauso wenig vorstellen wie Rachel selbst.

Rachel Rising – Tochter des Todes bewegt sich also eher mit dem Tempo eines Charakterdramas als eines Thrillers, trotz der hohen Sterberate. Nichtsdestotrotz ist dieser erste Band ein Muss. Er ist immerhin der Auftakt zu einer der besten aktuell laufenden Serien, und zwar nicht „nur“ wegen der Charaktere, des Artworks und Moores erzählerischer Eleganz. Versprochen: Die Zutaten, die Terry Moore hier in aller Seelenruhe zusammenschüttet, ergeben schon im nächsten Band ein höchst explosives Gemisch irgendwo zwischen Horror, Mystery und Vivisektion des amerikanischen Kleinstadt-Idylls.

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Langsam aber genüsslich arbeitet Terry Moore sich durch den ersten Teil seines Horror-Charakterdramas. Der erste Band kommt noch nicht so recht in Fahrt, ist aber essenziell, um dieser brillianten und sauunterhaltsamen Serie zu folgen.

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  • 19. Mai 2014 auf 19:03

    Terry Moore!

    Entspricht die Schreiber und Leser-Ausgabe von Strangers in Paradise der bei Tilsner vor Jahren, oder sind die Bände anders zusammengestellt?
    Angeblich soll es die 6bändige Ausgabe sein, sind da auch alle Titelbilder der Einzelhefte dabei enthalten?

    Welcher Verlag bringt Rachel Rising auf deutsch? Googeln hat nix gebracht und ich kann nicht mehr so mikroskopisch gucken, um das auf dem abgebildeten Cover erkennen zu können . . .

    • 20. Mai 2014 auf 15:48

      Hi! Zu der deutschen Ausgabe von Strangers in Paradise kann ich leider nichts sagen, ich kenne nur die englische – aber es sind tatsächlich insgesamt sechs Bände mit jeweils den gleichen Heften wie in der englischen Version. Die Tilsner-Ausgabe war so weit ich weiß nicht vollständig, aber Genaueres kann ich Dir dazu leider nicht sagen.

      Die deutsche Rachel Rising-Ausgabe ist auch von schreiber & leser – und umfasst übrigens auch die Heft-Cover, allerdings in schwarz-weiß.

Desirée Löffler eine Antwort hinterlassen
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