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Graphic Novel: Das Schwert – Buch Eins: Feuer

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Graphic Novel: Das Schwert – Buch Eins: Feuer

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Das Schwert, die neue Graphic Novel-Reihe der Brüder Joshua (Geschichte, Text) und Jonathan (Geschichte, Zeichnungen) Luna lässt sich viellecht am ehesten als Kreuzung zwischen J.J.Abrams‘ Alias und Quentin Tarantinos Kill Bill beschreiben, ein Genremix mit guten Dialogen und einer ordentlichen Prise Splatter.

Mit Das Schwert, ihrer dritten Graphic Novel-Serie (die vierte, wenn man ihre Arbeit an Spider Woman-Origins mitzählt) haben es die Luna Brothers endlich auch geschafft, auf den deutschen Comic-Markt „herüberzuschwappen“:  Mit Feuer, dem ersten von vier Sammelbänden kann man seit Dezember in die mystische Rachegeschichte eintauchen.

In ihren früheren Serien wie Ultra und Girls haben sich die Luna Brothers auf starke weibliche Charaktere jenseits der Rollenklischees spezialisiert und Das Schwert setzt diesen Trend fort. Die querschnittsgelähmte Kunststudentin Dara entkommt als einzige einem Massaker an ihrer Familie –mit Hilfe eines mystisches Schwerts, das ihre Lähmung heilt und ihr übermenschliche Kräfte verleiht. Die Verfolger lassen allerdings nicht locker und so bekommt das namensgebende Schwert reichlich Gelegenheit, Menschen zu perforieren und zerkleinern.

Die Geschichte, gespickt mit Versatzstücken aus Thriller, Rachedrama und Fantasy, ist geschickt erzählt: Sie arbeitet zwar ständig mit vertrauten Charakteren und Situationen, rutscht aber nur selten in Klischees ab. Während Daras Flucht entfaltet sich Stück für Stück die epische Backstory – um dann auf den letzten Seiten in einem ungewohnt ungeschickten Klumpen Exposition dem Leser wie ein Klavier auf den Kopf zu fallen.

Während Dara als Hauptfigur nur wenig Ecken und Kanten hat, legen die Luna Brothers generell viel Wert auf Charakterzeichnung – in nur wenigen Panels werden Figuren lebendig – nur um dann von Dara mit einem Schwerthieb in Konfetti pulverisiert zu werden.

Die Zeichnungen sind durchweg routiniert, aber leider dank Jonathan Lunas schlichtem, ideosynkratischem Stil weniger lebhaft als die Dialoge. Figuren sind oft statisch inszeniert und die größtenteils bräunlichen Pastellfarben passen zwar zum Thema des Bandes, sind aber auf Dauer etwas trist und eintönig.

Auch textlich gibt es einen kleinen Abstrich: Während Joshua Lunas Dialoge eine der großen Stärken der Serie sind, hinken die deutschen Texte manchmal ein bisschen dem Original hinterher; gerade bei umgangssprachlichen Passagen trifft Übersetzerin Maria Morlock nicht immer zielsicher den richtigen Ton.

Trotzdem ist die deutsche Version alles in allem sehr gelungen; vor allem merkt man, wie viel Mühe sich der Verlag mit der Serie gegeben hat: Das Lettering der Luna Brothers ist liebevoll in die deutsche Version übertragen und neben Daras Bleistiftzeichnungen sind alle sechs Cover der US-Einzelausgaben enthalten.

Feuer ist nicht perfekt, aber das narrative Talent und Potential der Luna Brothers ist schwer zu übersehen – mit sicherer Hand steuern sie den Leser durch das erste Kapitel ihrer epischen Geschichte. Die ist zwar manchmal sehr vertraut, aber durchweg spannend.

 

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  • 28. Dezember 2011 auf 15:39

    Feuer, Erde, Wasser, Luft? Erinnert mich ein wenig an den Avatar!
    Von den Brüdern habe ich bisher ja gar nichts gehört und der Stil erinnert mich zu sehr an den japanischen Stil :S

    • 28. Dezember 2011 auf 20:56

      Ah, darauf bin ich jetzt nicht gekommen. Die Avatar TV-Serie gehört leider zu meinen ganz großen Lücken; wird aber noch nachgeholt.
      Der Manga-Vergleich ist interessant; ich sehe in der Bildersprache eher andere US-Comics, aber der Manga Einfluss ist wahrscheinlich nicht falsch.
      Ich lese ja gerade parallel The Walking Dead und muss zugeben, dass mir da die Schwarzweiß-Panels mehr zusagen als die Pastellfarben von Das Schwert.

  • 28. Dezember 2011 auf 23:23

    Ich bin anscheinend ein Supernerd 😀
    DIe Colorierung gefällt mir hier auch nicht so gut, aber ich habe ja auch noch nicht reinschnuppern können, sondern sehe nur die kleinen Panels hier :S

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