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Grabbelkiste: Geheimtipps aus der „School of Pop“

Musik

Jedes Jahr im September schluckt sie eine Gruppe talentierter Teenager, und im Juli spuckt sie eine Gruppe „fertiger“ junger Künstler wieder aus, jeder von ihnen wild entschlossen sich erstens selbst zu verwirklichen und zweitens die Schule stolz zu machen.

„Die Schule“ heißt BRIT School oder The London School for Performing Arts & Technology, und sie bildet junge Schauspieler, Techniker, Muscaldarsteller, Moderatoren, Tänzer und Künstler aus – und Musiker. Vor allem Musiker. Denn ein Abschluss von der BRIT School ist zwar in all diesen Disziplinen hoch angesehen, aber diejenigen unter den Alumni, deren Namen sich in hunderttausende von Hirnen gebrannt hat, sind alle Musiker – und fast alle weiblich: Amy Winehouse, Kate Nash, Katie Melua, Leona Lewis, Imogen Heap, die Kooks, Adele.

Wenn man die Alumni-Listen der BRIT School durchforstet, findet man auch Namen die – bisher – viel weniger bekannt sind, aber das macht ihre Musik kein Stück weniger hörenswert.

Polly Scattergood

Als mir eine Freundin jemanden vor ein paar Jahren mit „Sie ist eine Elfe“ beschrieben hat, war mir sofort klar was sie meint: zerbrechlich, faszinierend, kreativ. Auch Polly Scattergood ist eine Elfe: Musikalisch wandelt sie auf den Spuren von Kate Bush und Mit-Elfe Björk, nur dass sie immer zehn Zentimeter darüber zu schweben scheint und ab und an etwas abseits vom Weg einen eigenen solchen beschreitet. Ihr Debüt-Album „Polly Scattergood“ von 2009 ist ein furchtloses elektronisches Meisterding, das zwischen zerbrechlich und zerbrochen schwankt.

http://www.youtube.com/watch?v=aGZE_EeNwzU

Tankus the Henge

Tankus the Henge sammeln sich um Frontmann Jaz Deloreon, der eher aussieht wie ein Zirkus-Besitzer aus dem 19. Jahrhundert als wie ein Pop-Musiker des 21.: Ausgestattet mit Zylinder, Samtjackett, Koteletten und buntem Hemd. Bei „Henge“ (auch ohne vorgeschobenes „Stone“) denkt man vielleicht an Spinal Tap, aber das Quintett klingt eher nach den jazzigen Sümpfen von New Orleans. Dazu kommen ein ganz leichter Rock-Einschlag und ein Hauch Wahnsinn. Trotz des ausgefeilten Sounds und der angeblich spektakulären Bühnenshow sind Tankus the Henge (noch) ganz, ganz klein. Die Qualität des Videos ist deshalb nicht so berauschend, aber auf der Webseite gibt es einen Song geschenkt, und dort vertreibt die Band auch ihre EP.

http://www.tankusthehenge.com/

http://www.youtube.com/watch?v=pNaqWZysuNE

Rox

Rox (alias Roxanne Tataei, Engländerin mit iranisch-jamaikanischen Wurzeln) zitiert als Einflüsse Frauen mit großen Stimmen von Joni Mitchell bis Lauryn Hill. Ihre Musik bewegt sich allerdings weit mehr im Fahrwasser Letzterer – und sie hat außerdem etwas entschieden Britisches: Der straighte Retro-Soul-Sound erinnert an BRIT-School-Kolleginnen wie Amy Winehouse oder Adele und ist die Basis des Songwritings, das sich aber auch mal Richtung US-Soul oder Reggae bewegen kann. Rox’ Debütalbum „Memoirs“ ist letztes Jahr erschienen und war zuhause in Großbritannien mäßig erfolgreich, aber im September gab es zum Trost eine MTV-Nominierung für den besten Act aus UK.

Charlene Soraia

Ich habe noch nie versucht jemanden zu hypnotisieren, aber wenn ich das nachholen wollte, würde ich dazu definitiv die Musik von Charlene Soraia auflegen. Ihre Musik ist eine besonders melancholische, oft psychedelische, fast immer jazzige und ätherische Variante des Singer-Songwriterinnen-Sounds. Charlene Soraias Debüt-Single „When we were five“ ist letztes Jahr erschienen und hätte eigentlich ein Album nach sich ziehen sollen, von dem man aber leider nichts mehr hört. Einen geschenkten Download und mehrere EPs gibt es immerhin auf ihrer Homepage. Die verkürzen hoffentlich nur die Wartezeit, denn warum sich die Labels nicht schon längst auf diese Frau gestürzt haben, ist mir ein Rätsel.

http://charlenesoraia.com/

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