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Filmkritik: Zero Dark Thirty

Film
Überblick
Item Reviewed

Zero Dark Thirty

Author
10. Januar 2013
Genre

Thriller, Spionage, Polit-Drama

Regisseur

Kathryn Bigelow

Besetzung

Jason Clarke, Reda Kateb, Jessica Chastain, Kyle Chandler, Jennifer Ehle, Harold Perrineau

Drehbuch

Mark Boal

Kommt aus

USA

Jahr

2012

Kathryn Bigelows CIA-Thriller ist einer der besten Filme des Jahres. Aber…

ZeroDarkThirty PosterZero Dark Thirty (12:30 nachts in Militärzeit) ist der Versuch, aus der Jagd auf Osama Bin Laden einen spannenden, unpolitischen Film zu machen. Ironisch also, dass der zweite Zusammenarbeit von Regisseurin Kathryn Bigelow und Autor Mark Boals der kontroversesten Film des Jahres ist. Bigelows Film, so heißt es, legt nahe, dass Folter von Gefangenen letztendlich zur Ergreifung Bin Ladens geführt hat. Das wiederum soll auf Informationen beruhen, die die CIA den Filmemachern untergejubelt hat, um die eigene Vorgehensweise besser aussehen zu lassen.

Aber egal wie viel an diesen Anschuldigungen dran ist, schmälert es nicht die filmische Qualität von Zero Dark Thirty. Bigelow rekonstruiert meisterhaft eine Dekade, von den Anschlägen des 11. Septembers bis zum schweißtreibend inszenierten nächtlichen Sturm auf Bin Ladens Wohnkomplex in Pakistan, wobei jedes Ereignis auf dem vorherigen aufbaut. Maya (Oscar-nominiert: Jessica Chastain) ist dabei das Bindeglied: Als unnachgiebige CIA-Agentin ist sie für den Zuschauer der rote Faden, der die unzähligen Fragmente und Handlungsorte zu einem kohärenten Narrativ verbindet.

Zero3 Rechte: UIPBoals und Bigelows Film folgt einer ähnlichen Struktur wie Zodiak; anders als David Finchers Polizei-Procedural trägt allerdings hier die jahrelange Jagd am Ende Früchte. Das war nicht immer so angedacht: Als Zero Dark Thirty in die Produktion ging, war Bin Laden noch nicht gefasst, und der Film sollte ursprünglich ein offenes Ende haben. Oft schwächen erzwungene radikale Änderungen das künstlerische Gesamtwerk; im Fall von Zero Dark Thirty wird aber der Angriff auf Bin Ladens Haus zu einem effektiven letzten Akt, der durch die vorhergegangenen zwei Stunden umso mehr Gewicht bekommt.

Jessica Chastain (The Tree of Life, Take Shelter) schafft es, in ihrer komplexen Rolle den Film nicht nur narrative, sondern auch emotional zu verankern. Der quasi-dokumentarische Look und das naturalistische Spiel der Besetzung, allen voran Chastain, Jennifer Ehle und Jason Clarke erzeugen durchweg den Eindruck von Authentizität. Eine Geschichte, deren Ausgang schon bekannt ist, trotzdem spannend zu machen, ist ein kleines Kunststück, und die Darsteller tragen ebenso viel dazu bei wie Bigelow und Boals.

Zero4 Rechte: UIPLeider ist in der (ansonsten soliden) deutschen Synchronisation Chastains Rolle etwas eindimensional und austauschbar geraten, was die Gesamtwirkung des Films deutlich schwächt.

Über die Rolle der Folter im Film und seine diesbezügliche Aussage lässt sich streiten: Tatsächlich beginnt Zero Dark Thirty mit einer ausgedehnten Folterszene, die in keiner Weise geschönt ist. Dass solche Verhöre stattgefunden haben, ist unbestritten. Und tatsächlich liegt die Androhung der Folter in der Luft, als ein Gefangener schließlich die alles entscheidende Information von sich gibt. Damit stellt Bigelow im Film einen Zusammenhang her, den es so in der Realität nicht gegeben hat – und öffnet damit die Tür für eine Kontroverse, die in der öffentlichen Debatte die Qualitäten des Films überschattet hat.

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Unterm Strich

Als leises Plädoyer für Folter ist Zero Dark Thirty sowohl unsympathisch als auch historisch ungenau; als brillant konstruierter und inszenierter Einblick in die Arbeit von Geheimdiensten dagegen ist er ein absolutes Meisterwerk.

Pop/Kultur/Schock: KULTUR

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