Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Filmkritik: Urban Explorer

Film
Item Reviewed

Filmkritik: Urban Explorer

Author

Andy Fletscher schickt in Urban Explorer eine multinationales Touristen-Quartett in die Eingeweide von Berlin (und die Kamera in die Eingeweide des multinationalen Touristen-Quartetts).
Das Ziel der subterranen Expedition ist ein Relikt aus der Nazi-Zeit, der zugemauerte „Fahrerbunker“ (kein Tippfehler). Wie so oft ist aber der Weg eigentlich das (dramaturgische) Ziel. Oder in diesem Fall der Rückweg, der nicht so läuft wie geplant.

Urban Explorer war ein Renner auf dem Fantasy Filmfest. Besonders erstaunlich ist das nicht: Fletschers Film ist pures Genrekino, und der Ausflug  wird für die vier „Urban Explorer“ und ihren leidlich ortskundigen Führer zu einem konsequenten Höllentrip.

Vor allem in der ersten Hälfte erzeugen Fletscher und Autor Martin Thau geschickt Suspense und streuen zahlreiche dramaturgische Brotkrumen, die sie im zweiten und dritten Akt der Geschichte zielstrebig aufsammeln. Wie es sich für Slasher und anderen B-Horror gehört, bleiben die Figuren eher blass; die vier Teenager wollen eigentlich nichts weiter als Spaß haben – und natürlich am Ende mit dem Leben davonkommen.

Auch wenn die englischen Dialoge manchmal etwas steif sind, ist die Besetzung durchweg passabel und glaubhaft. Klaus Stiglmeier macht bleibenden Eindruck als verschrobener Einsiedler, dem die Abenteurer in den unterirdischen Gängen begegnen. Die Höhlen selbst sind als Ambiente sehr effektiv, zumal die arme Besetzung  den größten Teil des Films vor Ort gedreht hat, aber Fletscher nutzt nicht das volle Potential des Settings: Die verschachtelten Gänge sind auf mysteriöse Weise fast immer erleuchtet und komfortabel breit. Damit bleiben Dunkelheit und Klaustrophobie, zwei Horror-Eckpfeiler, außen vor.

Die Gewaltmomente in Urban Explorer sind spärlich eingesetzt, haben aber in ihrer Intensität mehr mit neuem französischem Horror wie Martyrs zu tun als mit dem Fun-„Splatstick“ von Retro-Splatterfilmen wie Hatchet. Auch wenn der Handlungsverlauf im letzten Drittel zu absurd ist, um sich ernst zu nehmen  – Urban Explorer und sein Bösewicht verstehen keinen Spaß. Der sehr schwarze Humor (wenn man es so nennen kann) kommt eher aus der makaberen Konsequenz der Handlung als aus den Dialogen.

Im dritten Akt fällt der Plot ein bisschen auseinander und hangelt sich, wie oft in Slashern, von einem Setpiece zum nächsten.  Außerdem geht dem Film etwa zehn Minuten vor dem Schluß die Puste aus. Auch wenn er nicht perfekt ist, ist Urban Explorer aber eine echte Genreperle: Visuell ansprechend, gut gespielt und größtenteils clever konstruiert. Kamera und Schauspieler machen nie den Eindruck von Low Budget, was für derart konsequenten Horror – wenn er nicht aus Frankreich oder Spanien kommt – selten ist. Für ein Mainstream-Publikum hat der Film wenig Appeal, aber Horror-Fans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren. Und Andy Fletscher sollte man – genau wie den Antagonisten von Urban Explorer – gut im Auge behalten.

 

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Pop/Kultur/Schock: SCHOCK

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
Kommentare
Antworten

Antwoten

Total

}