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Filmkritik: Total Recall

Film
Überblick
Item Reviewed

Total Recall

Author
23. August 2012
Genre

Science Fiction

Regisseur

Len Wiseman

Besetzung

Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel, Bryan Cranston, Bokeem Woodbine, Bill Nighy, John Cho, Will Yun Lee

Drehbuch

Kurt Wimmer, Mark Bomback

Kommt aus

USA

Jahr

2012

Länge

118 Minuten

Selbst für Remake-Verhältnisse ist Len Wisemans Sci-Fi-Thriller vor allem Zeitverschwendung für alle Beteiligten

In Hollywood ist derzeit wieder das Remake-Fieber ausgebrochen. Der neue „erste“ Spider-Man Film ist noch nicht ganz aus den Kinos verschwunden, da legt Sony schon Len Wisemans Neuinterpretation eines modernen (in Deutschland übrigens viele Jahre lang indizierten) Klassikers nach.

Die Erde ist in der Zukunft fast komplett unbewohnbar geworden, aber trotzdem hat Douglas Quaid (Colin Farrell) auf den ersten Blick ein perfektes Leben: Die Beziehung mit seiner Frau (Kate Beckinsale) läuft gut und auch beruflich geht es bergauf. Trotzdem ist Quaid, der nachts von Abenteuern an der Seite einer anderen Frau (Jessica Biel) träumt, nicht glücklich. Während er sich eine künstliche Erinnerung an ein aufregenderes Leben einpflanzen lassen will, geht etwas schief – und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Doug weiß (genau wie der Zuschauer) nicht mehr, was real ist und was sich in seiner Fantasie abspielt.

Nach eigenen Worten hat sich Underworld-Regisseur Wiseman für seine Neuadaption zwar vor allem von Philip K. Dicks Romanvorlage inspirieren lassen, aber der Film straft diese Aussage Lügen: Total Recall ist von Anfang bis Ende eine fast schon schablonenhafte Neuverfilmung des Paul Verhoeven-Films, teilweise bin ins Detail.

Was der neuen Version allerdings komplett abhanden kommt, ist Verhoevens subversive Intelligenz, sein Charme und seine oft ausufernde Brutalität – der neue Total Recall ist in mehr als einer Hinsicht blutleer.

Auf die Marskolonie als Sitz des skrupellosen Antagonisten Milos Cohagen und der gebeutelten Arbeiter hat Wiseman komplett verzichtet. Stattdessen arbeiten die Menschen in England und leben in Australien, verbunden mit einem gigantischen Tunnel durch den Erdmittelpunkt, den sie einmal täglich per Shuttle durchqueren – Pendeln a la Jules Verne.

Die „Kolonie“ Australien erinnert mit ihren monochromen Gebäuden und bunten Neonreklamen (hier sogar in Form von Tattoos) sehr an das Los Angeles von Ridley Scotts Blade Runner; anders als bei Scotts dreckiger, immer verregneter Noir-Stadt hat man allerdings hier das Gefühl, dass die Stadtväter gerade die Putzkolonne durchgejagt und alle weniger attraktiven Menschen zwangsumgesiedelt haben.

Immerhin sind die Effekte und Sets überzeugend, so dass der extrem saubere und durchgestylte Look leidlich funktioniert. Leider ist auch die Geschichte eine unnötig ausgedünnte Variante der Schwarzenegger/Verhoeven-Version; diesmal will Cohagen einfach alle Einwohner der „Kolonie“ – sprich die arbeitende Bevölkerung der Erde – auslöschen. Hoffentlich gibt es Roboter, die darauf programmiert sind, Toiletten zu reinigen.

Während Wisemans Frau und Muse Kate Beckinsale mit der Rolle von sowohl Sharon Stone als auch Michael Ironside, also als Quaids Frau und sein Jäger, den interessantesten Part hat (Vetternwirtschaft?) und ihn adäquat füllt, sind die sonstigen schauspielerischen Leistungen durchwachsen. Farell bleibt in seiner Rolle eher blass, während Jessica Biel sich als katastrophale Fehlbesetzung entpuppt. Der einsame Ausreißer nach oben ist Bryan Cranston (Breaking Bad) als Cohagen, der seinen (zu wenigen) Szenen das Leben einhaucht, das dem Rest des Films leider fehlt.

Für sich betrachtet ist Total Recall ein über weite Strecken solider Sci-Fi Thriller mit interessanten philosophischen Ansätzen, guten Effekten und einer soliden Besetzung. Leider muss er sich einem Vergleich mit dem Vorgänger stellen und da ist Len Wisemans Film ein Fehlschlag auf der ganzen Linie. Die Geschichte entfaltet sich weniger organisch als bei Verhoeven, die Actionszenen sind vergleichsweise unmotiviert und oft langatmig und der Showdown ist ein Sturm im Wasserglas.

Auch wenn am Ende immerhin die Ambivalenz des Originals intakt bleibt, sind nette Effekte und ein paar schöne Gesichter einfach nicht Grund genug, einen Klassiker nach nur 20 Jahren neu zu verfilmen.

US-Trailer:

 

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