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Filmkritik: The Man With The Iron Fists

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Filmkritik: The Man With The Iron Fists

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Jahrelang war Robert Diggs alias The RZA vor allem bekannt als Mitglied der Hip Hop-Combo Wu-Tang Clan. Das hat sich schlagartig geändert, als Quentin Tarantino bei RZA die Musik für seinen epischen Retro-Revenge-Zweiteiler Kill Bill in Auftrag gegeben hat. Auch wenn die Musik in Kill Bill größtenteils aus klassischen Tracks von Ennio Morricone und Co. und diversen aisatischen Pop-Perlen besteht, RZA also nur hier und da ein paar Sekunden beigesteuert hat, hat sein Name im Vorspann einen riesigen Karriereschub bedeutet; zumal Tarantino keine Gelegenheit ausgelassen hat, den Rapper als Seelenverwandten zu preisen, der mit Tarantino ein Faible für Western, B-Movies aus dem Grindhouse und Martial-Arts-Klassiker wie Die 36 Kammern der Shaolin teilt.

Jetzt hat RZA seinen ersten eigenen Film gedreht, und der ist – wenig überraschend – eine Fusion aus genau diesen Stilen. Überraschend ist aber, dass Diggs nicht nur das Drehbuch und die Musik geschrieben, Regie geführt und produziert hat, sondern auch die Titelrolle spielt. Das klingt ein bisschen nach dem Kung-Fu-Pendant zu Orson Welles‘ historischem Alleingang Citizen Kane – anders als Welles hatte RZA bei seinem Film aber nicht das letzte Wort. Produzent Eli Roth hat kräftig gestutzt und von RZA angeblich vier Stunden langer Urfassung, sind im Kino nur 96 Minuten übrig. Und auch wenn der geplante Director‘s Cut wohl selbst die Geduld abgebrühter Grindhouse-Junkies auf die Probe gestellt hätte, ist das Resultat eher ein Torso als ein fertiger, runder Film.

Gelungener Showdown

Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, die zahlreichen Charaktere vorzustellen; u.a. ein Schmied (RZA), ein tödlicher Fremder (Russel Crowe), eine Bordellchefin (Lucy Liu), und ein junger Held, der seinen ermordeten Vater rächen will (Rick Yune, Schnee der auf Zedern fällt) sowie zwei rivalisierende Banden. Kaum sind die Charaktere allerdings etabliert, überschlagen sich die Ereignisse und steuern rapide auf den Showdown zu, in dem Figuren schneller sterben als man ihre Namen aussprechen kann. Das große Finale, das aus vier parallelen Konfrontationen besteht, hält immerhin, was es verspricht.

The Man With The Iron Fists ist als Film ein Fehlschlag, aber trotz vieler dramaturgischer Unzulänglichkeiten, RZAs Unvermögen seinen Film als Protagonist zu tragen und dem holprigen Erzähltempo der Kinofassung merkt man jeder Szene an, wieviel Spaß RZA und die Schauspieler mit ihrer B-Movie Pastiche hatten. The Man With The Iron Fists hätte (auch auf 90 Minuten Spielzeit) sicher eine runde Sache werden können, hätte RZA statt das Drehbuch entsprechend gestrafft, Charaktere zusammengefasst und ein paar der zahllosen Nebenschauplätze gestrichen.

Als Regisseur macht Diggs seine Sache aber recht gut. Auch wenn sich sein Film gelegentlich anfühlt wie eine Kopie einer Kopie, die eher Tarantinos Filme emuliert als deren Vorbilder, ist die Action solide inszeniert, die Gastauftritte (u.a. Gordon Liu, Pam Grier) machen Spaß, die Dialoge sind witzig und die Genre-Zitate sind gut platziert.

So bietet The Man With The Iron Fists als trashige Fusion von Western und Martial Arts immerhin 90 Minuten Unterhaltung für Martial-Arts Fans und Grindhouse-Junkies mit reduzierten Erwartungen.

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