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Filmkritik: Star Trek Into Darkness

Film
Überblick
Item Reviewed

Star Trek Into Darkness

Author
5. Mai 2013
Genre

Science Fiction

Regisseur

J.J. Abrams

Besetzung

Chris Pine, Zachary Quinto, Zoe Saldana, Karl Urban, Simon Pegg, John Cho, Benedict Cumberbatch, Anton Yelchin, Bruce Greenwood, Peter Weller, Alice Eve

Drehbuch

Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof

Kommt aus

USA

Jahr

2013

J.J. Abrams verbeugt sich vor einen Klassiker des Star Trek-Kanons


Into Darkness PosterVor rund 30 Jahren, in den frühen 80ern, stand Star Trek kurz vor dem Ende. Die Fernsehserie lag schon ewig lange zurück und der erste Kinofilm – Star Trek The Motion Picture – war nur ein mäßiger Erfolg an den Kassen und ein Disaster bei den Kritikern. Gut dass man für den nächsten Film (Star Treks letzte Chance) Nicolas Meyer gefunden hat, der mit Der Zorn des Khan einen Klassiker gedreht und so das langfristige Überleben von Gene Roddenberrys optimistischer Zukunftsvision gesichert hat. Das lag unter anderem an der ausgefeilten Dramaturgie und dem mutigen Ende, aber es waren sicher auch der konsequente Verzicht auf „Technobabble“ und die Undeutung der Serie als Seefahrer-Abenteuer im Weltraum, die Star Trek zum ersten Mal für ein größeres Publikum interessant gemacht haben. Knapp 30 Jahre, acht Filme und vier TV-Serien später hat J.J. Abrams die schwächelnde Serie im Jahr 2009 nochmal gerettet. Im ersten Film holt er Spock (Leonard Nimoy) aus der Zukunft und verändert so radikal die Vergangenheit; damit hat Abrams ein Prequel-Universum geschaffen, in dem er sich nach Lust und Laune vom Trek-Kanon lösen kann. In diesem Universum spielt auch die Fortsetzung Star Trek Into Darkness.

Rechte: ParamountKhan-Regisseur Nicholas Meyer hat sich damals vor allem an literarischen Klassikern wie Moby Dick bedient; J.J. Abrams‘ Hauptinspiration ist dagegen Popkultur der 80er. So erinnert nicht nur die Anfangsszene an Jäger des Verlorenen Schatzes, der ganze Film ist, wie schon Abrams‘ letzter Film Super 8, eine technisch aufgemotzte Liebeserklärung an die Blockbuster aus seiner Jugend – was wohl auch der Grund ist, dass Into Darkness oft mehr nach der klassischen Star Wars-Trilogie aussieht als nach Star Trek.

Durch eine eklatante Vorschriftsverletzung verliert James T. Kirk (Chris Pine, der noch mehr als im letzten Film William Shatner „channelt“) seinen Posten als Captain der Enterprise. Als allerdings Terrorist John Harrison (Benedict Cumberbatch) ein Archiv in die Luft sprengt und eine Reihe von Starfleet-Offizieren ermordet, beschließt ein Admiral (Peter Weller), Kirk eine zweite Chance zu geben und ihn mit einer delikaten Mission zu betreuen: Die Enterprise soll Harrison in seinem Versteck auf dem klingonischen Heimatplaneten Kronos aufspüren und beseitigen, ohne dabei einen Krieg mit den Klingonen zu riskieren.

Rechte: ParamountAbrams‘ Geheimwaffe ist Karl Urban (Dredd) als Schiffsarzt „Pille“ McCoy. Urban fängt perfekt die menschliche Wärme des Ur-Darstellers DeForest Kelly ein, und wertet mit seiner Präsenz jede seiner (zu wenigen) Szenen auf. An die Originalserie erinnert auch die Tatsache, dass sich Simon Pegg und Anton Yelchin als Scotty und Chekov offenbar im Wettstreit um den albernsten Dialekt/Akzent befinden. Benedict Cumberbatch, Sherlock in der gleichnamigen BBC-Serie und demnächst Doppel-Bösewicht „Smauron“ (TM!) im zweiten Teil des Hobbit, ist als gefährlicher und unberechenbarer Widersacher der Enterprise-Crew großartig besetzt. Auch wenn ihm das Drehbuch  nur eine Handvoll „großer“ Momente zu gesteht – und einige davon in einem Schweigen der Lämmer/Avengers/Skyfall-Glaskäfig – holt er dank seiner donnernden Stimme und beeindruckenden Präsenz viel aus jeder seiner Szenen heraus. Der robuste emotionale Kern des Films sind auch dieses Mal Kirk und Spock, deren traditionelle Rollenverteilung im „Abramsverse“ immer wieder auf den Kopf gestellt wird.

Rechte: ParamountEiner der Stars des Films ist außerdem das fantastische Produktionsdesign, das perfekt digitale Effekte und opulente Sets verschmilzt (unterstützt von einer effektiven, erstaunlich aggressiven 3D-Konversion). Gerade der visuelle Aspekt von Into Darkness überzeugt mich, dass nicht nur Star Trek, sondern vor allem auch Star Wars (das mir als Kind der 70er wesentlich mehr am Herzen liegt) mit J.J. Abrams auf dem Regiestuhl in sehr guten Händen ist.

Relativ schnell ist klar, dass Abrams mit Into Darkness vor allem dem berühmtesten – und wohl besten – Star Trek-Film Der Zorn des Khan Tribut zollt. Schon am Anfang spricht Spock (Zachary Quinto) die berühmten Worte „The needs of the many outweigh the needs of the few“, und immer wieder tauchen Einstellungen, Zitate und Figuren aus Meyers Film auf; mal mehr und mal weniger subtil.

Rechte: ParamountLeider trifft Abrams nicht immer den richtigen Ton. Der große „Twist“ (nicht der einzige im Film, aber der, über den man am meisten reden wird), kommt etwa nach der Hälfte des Films, und bleibt ohne die erhoffte Wirkung. Trekker werden ihn lange vorher kommen sehen, während das uneingeweihte Publikum eher mit den Achseln zucken dürfte. Ein weiteres Problem von Into Darkness ist der letzte Akt, in dem auf eine hochemotionale Variation eines klassischen Trek-Moments eine ausgedehnte und vorhersehbare Actionszene folgt.  J.J. Abrams Paralleluniversum ist zwischen zwei Welten gefangen; ein Kompromiss, der gleichzeitig das Mainstream-Publikum und die Fans glücklich machen soll. Obwohl er mit dem ersten Film eine komplett andere Stimmung etabliert, die nur wenig mit der klassischem Star Trek zu tun hat, traut Abrams sich nicht, die Seile zum alten Universum komplett zu kappen.

Diese Gratwanderung zwischen alt und neu, die letztes Jahr bei Skyfall so gut funktioniert hat, ist für Into Darkness ein Klotz am Bein. Die eingestreuten Zitate halten Abrams‘ Film davon ab, sich selbstbewusst aus dem Schatten vergangener Trek-Abenteuer zu lösen. Dabei wäre das überhaupt nicht nötig gewesen. Into Darkness ist nicht nur der bisher unterhaltsamste Star Trek-Film, er ist auch – trotz seines schwachen Showdowns – einer der Besten.

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  • Thomas
    24. Mai 2013 auf 21:00

    – „Smauron“ gefällt mir^^ wirklich TM? 😀
    – Mir gefiel Benedict Cumberbatch auch super, aber ich mag ihn aber auch.
    – Ich fand diese Gratwanderung schon manchmal fast etwas anstrengend.. Ich liebe das alte Star Trek, aber die neue Zeitlinie an sich genauso, jedoch auf eine andere Art.. Eigentlich mag ich es immer sehr, wenn aus anderen Filmen (bzw hier aus der ursprünglichen Star Trek-Zeitlinie etwas aufgegriffen wird), aber manche Dinge waren mir dann doch etwas too much (ich denke hier an der vertauschten Rollen bei der Schiffsrettung…) und dadurch fast kitschig… Finde auch da hätte Into Darkness ruhig ein wenig mehr selbstbewusstsein sein können.

    • 26. Mai 2013 auf 19:10

      Je mehr ich über den Film nachdenke, desto mehr bin ich hin- und hergerissen. Klar ist er sehr unterhaltsam und fantastisch gemacht (ich stehe zu meiner Note, jawohl!), aber wenn man die „unendlichen Weiten“ des Star Trek-Universums zur Auswahl hat, muss man sich dann unbedingt an einem Charakter vergreifen, dessen Geschichte schon mal erzählt worden ist? Und dann auch noch ausgerechnet an einem, der für die meisten Fans (myself included) fast schon ein Heiligtum ist.

      Mal davon abgesehen, dass der große „Twist“ mit dem Blut a) keinen Sinn macht und b) ein riesiges Problem für zukünftige Filme schafft: Jetzt gibt es auf einmal ein Wundermittel für jede Krankheit, inklusive dem Tod.

      • Thomas
        26. Mai 2013 auf 22:35

        Indeed.. „Heiligtum“trifft es:) wobei ich den Kirks Ausruf „KHAAAAAAAAAAAANNNNNNNNNNNNNN“ schon sehr toll fand:D Aber gebe dir schon dennoch recht irgendwie… besonders was du schreibst mit dem Blut… nunja, lass es uns übersehen….
        BTW, ich mag einen Tribble haben=)

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