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Filmkritik: Skyfall

Film
Überblick
Item Reviewed

Skyfall

Author
29. Oktober 2012
Genre

Action, Spionage-Thriller

Regisseur

Sam Mendes

Besetzung

Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe, Albert Finney, Ben Whishaw

Drehbuch

Neal Purvis, Robert Wade, John Logan

Kommt aus

England, USA

Jahr

2012

Länge

143 Minuten

American Beauty-Regisseur Mendes hat nicht nur den ikonischsten, sondern auch den besten Bond-Film seit vielen Jahren gedreht

Ein James Bond-Film ist immer eine Gratwanderung. Weicht man zu sehr von der bewährten Formel ab, riskiert man, die Fans vor den Kopf zu stoßen – man denke an Lizenz zu Töten und jüngst Ein Quantum Trost. Beibt man dagegen zu eng am Schema, wird das Ergebnis schnell altbacken und vorhersehbar. Die letzten Abenteuer von 007, bei denen diese Balance gestimmt hat – Goldeneye und Casino Royale –  stammen beide vom routinierten neuseeländischen Action-Regisseur Martin Campbell (Die Maske des Zorro), der nicht unbedingt für seine künstlerische Vision berühmt ist.

Der Regisseur von Skyfall kommt dagegen aus einer anderen Ecke: Den Lebenslauf von Programmkino-Ikone Sam Mendes schmücken visuell ausdrucksvolle Dramen wie American Beauty, Zeiten des Aufruhrs und Road to Perdition. Wie gut passt also Mendes’ Stil zu James Bond? In einem Wort: Perfekt.

Die spektakuläre Anfangssequenz in Istanbul endet mit einer fatalen Fehlentscheidung von M und dem symbolträchtigen scheinbaren Ableben von Englands Lieblingsagenten: Bond ist tot, lang lebe Bond. Spätestens wenn Adeles Titelsong sich mit den Bildern zum effektivsten Bond-Vorspann seit mehreren Jahrzehnten verbindet ist klar, dass Mendes‘ Film auf dem richtigen Weg ist. Um den abgehalfterten Agenten mit der Lizenz zu Töten neu aufzubauen, müssen erst Altlasten aus dem Weg geräumt werden. Skyfall spielt durchweg mit Symbolen für Tod und Neubeginn und so werden am Anfang erst einmal die Karten neu gemischt: MI6 liegt nach einem Bombenanschlag in Trümmern, M (Judy Dench) steht kurz vor ihrer Entlassung und James Bond ist scheinbar tot.

Back to Basics

Die Regel für jeden guten Film ist, dem Publikum zu geben was es will, aber nicht was es erwartet. Nach rund 20 James Bond-Filmen in 50 Jahren ist es aber zunehmend schwer, die Fans mit neuen Twists und noch nie gesehenen Actionszenen zu überraschen. Daher hat Mendes‘ sich mit seinem Bond – nicht zuletzt dank des Drehbuchs von Bond-Veteranen Neal Purvis und Robert Wade sowie Gladiator- und Hugo-Autor John Logan – für einen anderen Ansatz entschieden: Anstatt die Vorgänger mit immer größeren Explosionen zu übertreffen, stützt er sich vor allem auf klassische, bewährte Elemente, die er variiert und updatet.

Das Zurückrudern von den Exzessen vergangener 007-Filme setzt sich auch in den Gadgets fort. Der neue, junge Q (großartig: Ben Whishaw, Cloud Atlas) reduziert Bonds Ausrüstung auf das Notwendigste („A gun and a radio. Not exactly Christmas, is it?“). Daniel Craig ist in seinem mittlerweile dritten Bond-Film komplett in die Rolle hineingewachsen; trotzdem spielt er hier eine andere Nuance: Der verbrauchte, angeschlagene Bond in Skyfall hat so oft gesagt bekommen, dass seine Zeit vorbei ist, dass er es selbst langsam glaubt.

Charismatischer Bösewicht

Während Bond diesmal nicht im Vollbesitz seiner üblichen Kräfte ist und auch ohne explodierende Kugelschreiber und Supercomputer auskommen muss, ist eine Geheimwaffe von Regisseur Sam Mendes ständig im Einsatz: Dank des 9-fach Oscar-nominierten Kameramanns Roger Deakins ist Skyfall der bestaussehendste Bond aller Zeiten: ob ein futuristischer Glas- und Neon-Bau oder prunkvolle Nachtaufnahmen in Macao. Deakins benutzt expressive Beleuchtung, um den wechselnden Schauplätzen viel Eleganz und Charakter zu verleihen. Gerade sein Spiel mit Feuer und Silhouetten im letzten Drittel des Films ist atemberaubend.

Spektakulär ist auch Javier Bardem als gleichzeitig charismatischer und abstoßender Gegenspieler, der ebenso einem Superhelden-Comic entsprungen sein könnte. Bardem dominiert in jeder seiner Szenen die Leinwand (nicht nur dank seiner Frisur) und strahlt eine geradezu übermenschliche Souveränität und Überlegenheit aus.

Fans, die mit einer Checkliste ins Kino gehen, können beim neuen Bond fast überall ihre Kreuze machen, aber Skyfall ist mehr als nur ein Geschenk an die Fans. Während Mendes bei jeder Gelegenheit die Bond-Ikonographie ausspielt, ist er gleichzeititg selbstbewusst genug, sie an den entscheidenden Stellen zu unterwandern. Das Ergebnis ist der Beginn eines neuen Kapitels, eine spektakuläre Wiedergeburt, einer der besten Filme des Jahres und der deutlich beste Bond seit Goldfinger.

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